Drahtseil über Gleis gespannt


Unbekannte haben einen Anschlag auf einen ICE verübt
Foto: Archiv/pixabay
NEUMARKT. Im oder ganz knapp außerhalb des Landkreises Neumarkt wurde offenbar ein Anschlag auf einen fahrenden ICE verübt.

Ein Sprecher des Landeskriminalamtes bestätigte gegenüber neumarktonline, daß Unbekannte ein Drahtseil über die Gleise gespannt haben. Am Tatort fand man ein "Drohschreiben in arabischer Sprache".

Verletzt wurde bei dem "Eingriff in den Schienenverkehr" niemand, hieß es vom Landeskriminalamt. Obwohl sich der mutmaßliche Anschlag bereits am 7.Oktober ereignete, konnten erst am Mittwoch und Freitag letzter Woche Reste des Drahtseils an der Bahnstrecke gefunden werden.


Tatort war die ICE-Strecke zwischen Nürnberg und München im Raum Allersberg; genauere Angaben dazu machte der Sprecher des Landeskrimimalamtes nicht. Unmittelbar vor Allersberg verläuft die ICE-Strecke zwei Mal im Raum Pyrbaum durch den Landkreis Neumarkt.

In einer gemeinsamen Erklärung der Generalstaatsanwaltschaft München, der Bayerischen Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus(ZET) und des Bayerischen Landeskriminalamtes hieß es am Montag, daß am 7.Oktober gegen 23.15 Uhr der Lokomotivführer des ICE 821 Dortmund - München auf der Fahrt von Nürnberg Hauptbahnhof nach München Hauptbahnhof auf Höhe Allersberg ein verdächtiges Geräusch an seinem Zug gehört hatte. Er kontrollierte am Hauptbahnhof München den Triebwagen und bemerkte eine Beschädigung an der Frontscheibe.

Von den Verantwortlichen der Deutschen Bahn wurde auch ein Kurzschluss auf der Bahnstrecke festgestellt.

Nachträglicher Untersuchungen der Bundespolizei ergaben am Mittwoch und vertiefend am Freitag letzter Woche Anhaltspunkte, dass offensichtlich von Unbekannten ein Stahlseil über die Gleise gespannt wurde. Reste davon konnten an der Strecke gefunden und sichergestellt werden; außerdem fand man Holz- und Eisenteile, die möglicherweise auf die Gleise aufgebracht waren.

Dabei wurde auch in der Nähe des Tatortes ein Drohschreiben in arabischer Sprache und an einem Brückenpfeiler ein Graffiti mit arabischen Schriftzeichen gefunden.

Die Generalstaatsanwaltschaft München übernahm inzwischen zusammen mit dem Bayerischen Landeskriminalamt die Ermittlungen. Unterstützt werden die Ermittler durch das Polizeipräsidium Mittelfranken, durch die Bundespolizei, durch das Bundeskriminalamt und durch das Polizeipräsidium München. Eine konkrete Bewertung des möglichen Schadenspotenzials bei derartigem Vorgehen wird unter fachlicher Einbindung des Eisenbahnbundesamtes erstellt, hieß es.

Die Bewertung des Drohschreibens ist noch nicht abgeschlossen. Es wird derzeit in enger Zusammenarbeit mit der Operativen Fallanalyse ausgewertet und bewertet. Mittlerweile wurden am Tatort mehrere Suchaktionen durchgeführt, bei denen auch ein Hubschrauber zum Einsatz kam. Hinweise auf verdächtige Personen oder verdächtige Wahrnehmungen nehmen das Bayerische Landeskriminalamt unter Telefon 0800/300 00 60 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.
29.10.18
Neumarkt: Drahtseil über Gleis gespannt
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