Bürgerbegehren angedroht


Schon im Frühjahr sammelte der Bund Naturschutz Unterschriften zur Erhaltung der Bäume und Hecken im Stadtpark
Foto: Archiv
NEUMARKT. Naturschützer drohen unverblümt mit einem Bürgerbegehren, falls der Neumarkter Stadtrat die derzeitigen Planungen zum Stadtpark durchwinkt.

Man könne nicht tatenlos zuschauen, wenn praktisch über die Köpfe der Bürger hinweg Fakten geschaffen werden sollen, die über Jahrzehnte hinweg negative Auswirkungen für das Stadtklima, die Naherholung und den ökologischen Lebensraum "Stadtpark" haben werden, hieß es vom Bund Naturschutz.

Einen Entwurf zu dem Bürgerbegehren gibt es bereits - und die notwendigen Unterschriften für die Durchführung bekomme man nach Ansicht der stellvertretenden Kreisvorsitzenden Sigrid Schindler ohne große Probleme.

Ein Beschluß zum Stadtpark steht noch nicht auf der Tagesordnung der Stadtratssitzung am Mittwoch, bestätigte Stadt-Pressesprecher Dr. Franz Janka auf Anfrage von neumarktonline. Möglicherweise sei der Stadtpark Thema der Sitzung im Dezember.

In einer Stellungnahme der UPW (wir berichteten) hieß es, daß eine Entscheidung eilt, weil sonst Zuschüsse verloren gehen könnten.


Man wolle die über 100 Bäume im Stadtpark retten, sagte Schindler. Dazu benötige man knapp über 2000 Unterschriften, "die wir aber erhalten werden“, gibt sich die Naturschützerin zuversichtlich. Man haben im Stadtgebiet über 600 Mitglieder und sei bereits mit weiteren Gruppierungen im Gespräch, die ein entsprechendes Bürgerbegehren mit unterstützen würden.

Alfons Greiner, der Vorsitzende der Ortsgruppe Neumarkt, bedauert, dass in der bisherigen Diskussion fast nur über die Hainbuchen gesprochen wurde, und die anderen, auch von der Rodung betroffenen 90 Bäume "offenbar verschwiegen werden". Auch die Auswirkungen auf die Standfestigkeit weiterer Großbäume werde nicht erwähnt. „Hier gibt es Aussagen von Fachleuten, die eindeutig auf die Gefährdung durch Windbruch vor allem der großen Bäume am östlichen Hang der Schanze hinweisen“.

Verständlich sei zwar die Argumentation einiger Stadträte in Bezug auf den erheblichen Zuschuss von der Regierung der Oberpfalz für die Umgestaltung. Aber letztlich bleibe dennoch ein Eigenanteil der Stadt von nahezu zwei Millionen Euro. Mit diesem Betrag könne auch ohne Zuschuss der Stadtpark erweitert und der Leitgraben freigelegt werden. Auch die Sanierung der Wege im Park könnte wohl mit dieser Summe noch durchgeführt werden.

Die Naturschützer verstünden nicht, wie in der heutigen Zeit des Klimawandels und der Schadstoffbelastung der Atemluft in den Städten überhaupt noch ernsthaft derart umfangreiche Baumrodungen geplant und bezuschusst werden könne. „In zukunftsorientierten Städten holt man so viel Grün wie möglich ins Zentrum, sei es durch Fassadenbegrünungen oder Schaffung von neuen Grünanlagen, weil die ökologische Funktion von Pflanzen dort erkannt wird“, heißt es in der Stellungnahme des Bundes Naturschutz.

Der Entwurf des Bürgerbegehrens liegt neumarktonline bereits vor:


B ü r g e r b e g e h r e n

„Bäume erhalten - Stadtpark ökologisch gestalten“

Mit meiner Unterschrift beantrage ich gemäß Artikel 18a der Bayerischen Gemeindeordnung die Durchführung eines Bürgerentscheides zu folgender Frage: Sind Sie dafür, dass die über 100 gefährdeten Bäume im Neumarkter Stadtpark erhalten bleiben und der Stadtpark ökologisch gestaltet wird, d.h. Begründung:
27.11.18
Neumarkt: Bürgerbegehren angedroht

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ISSN 1614-2853
17. Jahrgang
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