„Unter dem Durchschnitt“

NEUMARKT. Die Installation von Wasserenthärtungsanlagen in der Hausinstallation ist in Neumarkt grundsätzlich nicht notwendig, hieß es von den Stadtwerken.

„Allerdings gibt es Ausnahmefälle, für die enthärtetes Wasser benötigt wird“, schränkte Stadtwerke-Geschäftsführer Dominique Kinzkofer ein.

In den Stadtwerken hätten sich viele Bürger mit Fragen nach der Härte des Neumarkter Trinkwassers gemeldet. Die Installation einer Entkalkungsanlage für die Lüftungsanlage im Neumarkter Rathaus hätten mehrere Bürger mit der Wasserhärte in Verbindung gebracht, die in Neumarkt zwischen 14,5 und 15,5 „Grad deutscher Härte“ (°dH) liegt. „Dabei macht eine Enthärtung des Wassers für die Lüftungsanlage durchaus Sinn, wäre aber auch dann nötig gewesen, wenn das Neumarkter Wasser nur, wie vor 2014, also vor dem Bezug von Wasser aus der Laber-Naab-Gruppe, eine Härte von 11,3 °dH gehabt hätte“, sagte Kinzkofer.


Auch bei den Stadtwerken sei eine Enthärtungsanlage in Betrieb. Die komme allerdings ausschließlich bei den beiden Springbrunnen in der Ingolstädter Straße zum Einsatz. Würde das an dieser Stelle verwendete Wasser nicht aufbereitet, also enthärtet, käme es wegen der Verdunstung und der dadurch erforderlichen Wassernachspeisung zu einer fortlaufenden Anreicherung von Kalk. Die Anlage wurde bereits mit Inbetriebnahme der Brunnen im Jahr 2011 installiert, also zu einer Zeit, als das Trinkwasser für Neumarkt noch ausschließlich aus der „Miss“ stammte. Die Wasserhärte lag damals noch bei 11,3 °dH.

„Man darf nicht vergessen: Ein Springbrunnen ist kein Wasserhahn, eine Lüftungsanlage kein Waschbecken“, sagt Dominique Kinzkofer. Auch ein Zahnarzt brauche für seine Instrumente immer kalkfreies Wasser, damit die feinen Düsen seiner Geräte nicht verstopften. Es gäbe einfach spezielle Anwendungsfälle und technische Geräte, die speziell enthärtetes Wasser benötigten. Das habe aber mit der Trinkwasserversorgung und den täglichen Anforderungen an die Wasserqualität nichts zu tun.

Außerdem ließen sich Kalkablagerungen auch ohne Chemie - etwa mittels haushaltsüblichem Essig - sehr gut entfernen. Wasser sei ein Naturprodukt und solle deshalb auch soweit wie möglich unverändert an den Kunden abgeben werden, hieß es von den Stadtwerken.

Das Neumarkter Trinkwasser rangiert mit rund 15 °dH übrigens an der unteren Grenze des bei bei 14°dH beginnenden Härtebereiches „hart“. Der bayernweite Durchschnitt liegt bei 17°dH, bundesweit bei 16°dH.

Härteres Wasser habe auch seine Vorteile. Für die Wasserhärte seien nämlich die beiden Mineralstoffe Magnesium und Calcium verantwortlich. Und je härter das Wasser, desto höher sei dieser Mineralanteil. Beide Stoffe seien wichtige, essentielle Spurenelemente für den Organismus und damit für die Gesundheit.
19.03.19
Neumarkt: „Unter dem Durchschnitt“
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