22. Krippen-Kopf gefunden


Die Münterkrippe zeigt derzeit die Verkündigung des Engels an Maria

NEUMARKT. In einem zwei Meter tiefen Spalt in der Nähe der Sakristei des Neumarkter Münsters wurde ein weiterer Kopf einer Krippenfigur gefunden.

Die vermutliche mehrere Jahrhunderte alte Figur war dort offenbar vor Jahrzehnten verloren worden. Der mutmaßliche Apostel-Kopf wurde mit einem Apfelpflücker geborgen.


Dieser Kopf wurde in einem tiefen Spalt im Neumarkter
Münster gefunden
Der Sensations-Fund zwischen dem Erdgeschoß und dem ersten Stock der Münster-Sakristei beschert den Verantwortlichen jetzt einen 22. Kopf einer Krippenfigur mit dem sogenannten "Jesuitenmaß".

Die Krippenfiguren stammen zum Teil noch von den seit 1622 für einige Jahre in Neumarkt tätigen Jesuiten. Bis Kriegsende wurde in der Pfarrkirche die historische Kirchenkrippe der Jesuiten aufgestellt, die zum Teil aus dem Barock stammte.

Die Jesuiten waren zur Gegenreformation aus Amberg, wo sie seit 1621 tätig waren, nach Neumarkt gekommen, nachdem die katholische Religionsausübung in der Oberen Pfalz von Herzog und Kürfürst Maximilian von Bayern wieder erlaubt wurde. Wo immer die Jesuiten arbeiteten, schufen sie in kürzester Zeit faszinierende Weihnachtskrippen und Passionsdarstellungen, um die Inhalte der Bibel durch szenenhafte Darstellungen neu zu beleben.

Im Laufe der Jahre und Jahrhunderte wurden diese Krippen gepflegt und gehegt. Doch die Krippe wurde beim Brand des Schwesternhauses am Rainbügl zum größten Teil zerstört. 21 Köpfe für 80 bis 100 Zentimeter große Krippenfiguren und einige für 30-Zentimeter-Figuren haben aber in der Sakristei "überlebt". Viele Köpfe wiesen noch die Nagellöcher für die Befestigung der Echthaarperücken auf.

In der inzwischen dem Münster ernannten Stadtpfarrkirche St. Johannes hat die „Münsterkrippe“ mit ihren regelmäßig wechselnden Vorstellungen längst eine Fan-Gemeinde gefunden, zumal sie im Gegensatz zu vielen Krippen nicht nur zur Weihnachtszeit, sondern das ganze Jahr über zu sehen ist.

Der spektakuläre Fund eines neuen Apostel-Kopfes könnte den Verantwortlichen der Krippe jetzt noch etwas mehr Spielraum bieten. Der Kopf wurde bereits im Oktober entdeckt. Offenbar hat ihn jemand vor vielen Jahrzehnten in der Nachkriegszeit in der Sakristei von St. Johannes auf dem Weg in den ersten Stock der Sakristei verloren. Über zwei Meter tief lag er unerreichbar in einem engen Spalt hinter den schweren Schränken mit den Ministrantengewändern.

Jetzt wurde er zufällig entdeckt, weil jemand mit dem Handy in den tiefen Spalt hinunterleuchtete und ihn dort zwischen Spinnweben schimmern sah.

Geborgen wurde der Holzkopf ganz profan mit einem ausziehbaren Apfelpflücker. Nach Angaben der Krippen-Verantwortlichen passt er sehr gut für eine 100 Zentimeter große Apostelfigur - oder vielleicht für Zacharias, den Mann der Johannes-Mutter Elisabeth.

Vermutlich wird sich die Restauratorin Christine Jenner, die auch die meisten anderen Köpfe restauriert hat, seiner nach Weihnachten annehmen.

In der jüngsten Vorstellung der barocken Münsterkrippe von St. Johannes kann der neue Kopf noch nicht „mitspielen“. Die Krippe startet auch heuer schon im November mit den weihnachtlichen Darstellungen. Es wird die Verkündigung des Engels an Maria gezeigt, weil die Bühne im Dezember für die Darstellung der Herbergsuche benötigt wird.
05.11.19
Neumarkt: 22. Krippen-Kopf gefunden
Telefon Redaktion

Burgis

Link zu den Stadtwerken Neumarkt

Link zum Landkreis Neumarkt

Landkreis

neumarktonline - die Internet-Tageszeitung. Aktuelle Berichte, Meldungen und News aus Neumarkt in der Oberpfalz im Internet
ISSN 1614-2853
18. Jahrgang
Zur Titelseite neumarktonline
ISSN 1614-2853
18. Jahrgang
neumarktonline - die Internet-Tageszeitung. Aktuelle Berichte, Meldungen und News aus Neumarkt in der Oberpfalz im Internet
ISSN 1614-2853
18. Jahrgang