Landräte zogen Zwischenbilanz


Die Oberpfälzer Landräte zogen eine Corona-Zwischenbilanz - unter ihnen auch Neumarkts Landrat Willibald Gailler (3. v.l.)
Foto: Christine Hollederer
NEUMARKT. Während die drei oberpfälzischen Nachbarlandkreise frei von Neuinfektionen sind gab es im Landkreis Neumarkt fünf neue Fälle innerhalb einer Woche.

Das Thema Corona hat die Tagung der Oberpfälzer Landräte dominiert, an der auch Landrat Willibald Gailler teilnahm. Regierungspräsident Axel Bartelt kündigte Personalaufstockungen in den Gesundheitsämtern an.

Frei von Neuinfektionen sind die oberpfälzischen Nachbarn Regensburg, Amberg und Schwandorf sowie der oberbayerische Nachbar-Landkreis Eichstätt. Bei den Nachbar-Kreisen Kelheim (Niederbayern), Nürnberg-Land und Roth (Mittelfranken) wurden dagegen wie im Landkreis Neumarkt in den letzten sieben Tage Neu-Erkrankungen gemeldet. Im Raum Neumarkt kamen am Donnerstag gleich drei Neu-Infektionen hinzu (Meldung hier).

Regierungspräsident Axel Bartelt blickte bei der Tagung der oberpfälzer Landräte auf die vergangenen Wochen zurück, in denen die Coronapandemie ihre bisherige Hochphase erlebte. In der Oberpfalz habe es seit Anfang März rund 5.400 Fälle gegeben, so Bartelt. Erfreulich sei, dass die Infektionszahlen in den vergangenen Wochen stetig sanken. Im Regierungsbezirk liege die 7-Tages-Inzidenz aktuell bei 1,17. Im Landkreis Neumarkt beträgt sie 3,75.


Der Regierungspräsident informierte zudem die Landräte, dass Krankenhäuser wieder im Normalbetrieb fahren können, nachdem die Krankenhäuser nun keine Belegbetten mehr vorhalten müssen. „Die zugelassenen Krankenhäuser sind im Rahmen ihres Versorgungsauftrags allerdings weiterhin verpflichtet, im Bedarfsfall insbesondere Kapazitäten mit Möglichkeit zur invasiven Beatmung kurzfristig bereitzustellen“, sagte Bartelt den Oberpfälzer Landräten.

Wegen der Coronapandemie kommt es laut Bartelt zu Personalaufstockungen in den Gesundheitsämtern. So werden befristet bis 31. Dezember 2021 in allen Landkreisen 13 neue Stellen geschaffen. Laut Bartelt handelt es sich um je drei Ärzte, vier Fachkräfte für Sozialmedizin, drei Hygienekontrolleure, einen medizinischen Fachangestellten und zwei Verwaltungsfachkräfte. Für die so genannten „Contact Tracing Teams“ sind in der Oberpfalz ebenfalls bis Ende 2021 zusätzliche 75 Stellen vorgesehen.

Ein Thema, das die Oberpfälzer Landräte auf den Nägeln brannte war die Situation in den Zulassungsstellen und damit verbundene Beschwerden aus der Bevölkerung wegen der aktuell und der Coronapandemie geschuldeten längeren Wartezeiten für persönliche Vorsprachen. Das Problem sei aus allen Landkreisen und in gleicher Weise an ihn herangetragen worden, berichtet der Sprecher der Oberpfälzer Landräte Richard Reisinger.

Die durchschnittliche Wartezeit für Termine in der Zulassungsstelle betrage derzeit rund drei Wochen. Man wisse um die Nöte und Bedürfnisse der Autohalter und arbeite auf Hochtouren, damit die Wartezeiten baldmöglichst reduziert werden können. Doch auch in der Zulassungsstelle gelten schon allein wegen des starken Besucherzustroms erhöhte hygienische Anforderungen, vor allem auch das Abstandsgebot.

Gleichzeitig wiesen Reisinger und sein Schwandorfer Kollege Thomas Ebeling darauf hin, dass Zulassungen während der Coronapandemie und auch jetzt stets auf postalischem Weg erledigt werden könnten. Gastgeber-Landrat Andreas Meier aus Neustadt an der Waldnaab und sein Tirschenreuther Kollege Roland Grillmeier rückten in diesem Zusammenhang die Punkte „Digitalisierung“ und „Online-Behördengänge“ stärker in den Fokus.

Bezüglich der Genehmigung von Veranstaltungen, wie beispielsweise bevorstehende Schulabschlussfeiern, wollen die Oberpfälzer Landräte eine einheitliche Linie fahren und sich strikt an die jeweils gültigen Vorgaben der Bayerischen Staatsregierung halten. Individuelle Sonderlösungen sind nicht vorgesehen.

Anschließend erläuterten Regierungspräsident Axel Bartelt und Gudrun Weidmann von der Abteilung Wirtschaftsförderung bei der Regierung der Oberpfalz die Auswirkungen der Coronapandemie auf die heimische Wirtschaft. Der Regierungspräsident betonte, dass die „Unternehmen in der Oberpfalz massiv betroffen“ sind. Die Zahl der Arbeitslosen liegt bei 3,3 Prozent und ist um 0,8 Prozentpunkte höher als vor einem Jahr; Tourismus und Gastgewerbe stagnieren.

Bartelt lobte die Soforthilfen der Bayerischen Staatsregierung und stellte die Frage, wie es gelingen könnte, dass die Wirtschaft bald anspringt. Ein Impuls könnte es laut des Regierungspräsidenten sein, die Beziehungen nach Tschechien wieder stärker aufleben zu lassen. Zudem brachte er eine gemeinsame Initiative im Bereich Tourismus ins Spiel, um verstärkt für „Urlaub daheim“ zu werben.
25.06.20
Neumarkt: Landräte zogen Zwischenbilanz
Telefon Redaktion



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