„Als Chance begreifen“


Stadträtin Plankermann (r.) trat im Vorfeld des Bürgerbegehrens sogar als Baum-„Schutzengel“ auf
Foto: Archiv/Greiner
Zum Bericht „Stadtpark-Pläne abgelehnt“, neumarktonline vom 23.7.2020

Wer sagt denn, dass der Parkplatz Wunder ein Schmutzfleck bleiben muss? So denken nur notorische Pessimisten, die aus der Ablehnung des vorliegenden Umbauplans so eine Art Weltuntergangszenario basteln wollen. Das hat ja im Augenblick Konjunktur und ist vielleicht auch nur Ausdruck einer beleidigten Leberwurst.

Man kann das auch als Neuanfang sehen, an dessen Ende ein schöner Platz, nun glücklicherweise mit all den großen alten Bäumen entstehen kann und wird.

Ich sehe die Entsorgung der bisherigen Pläne als eine Befreiung von planerischen Zwängen und den wieder erlangten Respekt vor den fast 12.000 Neumarkter Bürgern, die mit dem Bürgerentscheid klar und unmissverständlich ihre Wünsche ausgedrückt haben.

Da denkt sich jemand einen Plan aus, in dem Bäume in militärischer Formation stehen müssen, dazu passend an deren Front ein schnurgerader Leitgraben mit hohen Böschungen, dem die alten Bäume im Weg stehen. Dazu ein Spielplatz in der prallen Sonne, der mangels Schatten sicher an Sommertagen nicht zum Verweilen mit kleinen Kindern einlädt.

Nicht die Baumfreunde haben den unglücklichen Plänen der Stadtverwaltung mit seinem Planungsbüro den Garaus gemacht und sie sind auch nicht „spät aufgewacht“, wie uns ein Kommentator weismachen will.


In der Vorbereitungszeit des Bürgerbegehrens haben wir ein ganzes Jahr um ein Gespräch mit Verwaltung und Planungsbüro gebeten. Das wäre die Zeit gewesen, in der man mit Kompromissen von allen Seiten vielleicht ein Konzept erarbeiten hätte können. Erst nachdem dann die endgültige Absage zum Gespräch vom OB gekommen war, haben wir die Unterschriften zum Bürgerbegehren eingereicht und dann ging es eben seinen gesetzlichen Gang und die Bürger hatten das Wort.

Der „Gammel Look“ des oberen Stadtparks hat seine Ursprung allein darin, dass man ihm keine Pflege angedeihen ließ. Im oberen Teil ist also nur Pflege und Erneuerung der Wege angesagt. Das sind Maßnahmen, die die Stadt auch ohne Zuschüsse bewältigen kann und muss. Ansonsten wissen unsere Bürger ihre grüne Lunge sehr zu schätzen. Weitere kostspielige Ein- und Umbauten sind nicht erforderlich. Selbst wenn man sich Konzerte auf der Wiese vorstellt, steht dem nichts im Wege.

Dass jetzt eine Zeit des vorübergehenden Stillstands eintritt, ist als Chance zu begreifen und nicht als Untergang einer vermeintlich guten Idee. Ich begrüße diese Zeit des Nachdenkens ausdrücklich und hoffe, dass, wenn erst mal Gras über die Sache gewachsen ist, auch unsere Verwaltung mitsamt des OB in der Lage sein wird, mit uns an einem Tisch eine andere Umgestaltung des Wunderparkplatzes auf den Weg zu bringen.

Nicht der nicht wissende Bürger hat die Gestaltung des Wunderplatzes zu Fall gebracht. Es war die Sturheit der Planbefürworter, die nicht in der Lage waren, die Bürger und die Andersdenkenden mit ins Boot zu holen. Jetzt beginnt die Zeit der konstruktiven Besinnung. Wir werden unseren Teil dazu beitragen und der Stadtpark wird zu einem bürgerfreundlichen Juwel erstrahlen.
26.07.20
Ursula Plankermann, Mitinitiatorin des Bürgerentscheids und BaumpatinNeumarkt: „Als Chance begreifen“

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