Reizgas wahrscheinlich

NEUMARKT. Versprühtes Reizgas könnte die Ursache für den Vorfall am letzten Sonntagabend in einem Neumarkter Biergarten mit 28 Verletzten sein.

Dies erscheine jedenfalls „wahrscheinlich“, hieß es am Freitag von der Neumarkter Polizei, die nach dem aufsehenerregenden Großeinsatz vieler Rettungskräfte umfangreiche Ermittlungen eingeleitet hatte. Allerdings könne auch das „nicht mit letzter Gewissheit bejaht werden“, sagte ein Polizeisprecher.

Eines sei aber klar: es bestehe kein Zusammenhang mit der neben dem Biergarten stehenden Brauerei, hieß es. Dies könne ausgeschlossen werden.

Wie berichtet waren am letzten Sonntag bei dem Zwischenfall in der Neumarkter Innenstadt nach ersten Informationen über 30 Menschen leicht verletzt worden. Sie klagten über Halskratzen und Hustenreiz. Einige hatten Schwindelgefühle, leichte Atemwegsbeschwerden und Hautreizungen. Am Freitag wurde die Zahl der wirklich Betroffenen von der Polizei auf 28 reduziert.


In die Ermittlungen der Neumarkter Polizei wurden auch Spezialisten aus dem Bayerischen Landeskriminalamt eingebunden. Noch am Abend des Vorfalls wurden von der Feuerwehr Messungen im Umfeld der Örtlichkeit durchgeführt. Bereits damals konnte Gas, insbesondere Ammoniak, als Ursache zweifelsfrei ausgeschlossen werden.

Weitere Untersuchungen ergaben inzwischen, dass Mängel an technischen Gerätschaften nicht vorliegen. Auch Untersuchungen, ob möglicherweise unterirdisch verlaufende Rohre Schadstoffe ausstießen, verliefen negativ.

Es erscheine durchaus wahrscheinich, daß ein Unbekannter Reizgas versprüht habe, hieß es. Ärztliche Annahmen gehen wegen der gezeigten Symptome in die Richtung sogenannter „Luftexpositionen“, in der die anwesenden Gäste kurzfristig einem Reizstoff ausgesetzt gewesen sein könnten. Doch auch dies lässt sich nicht mit endgültiger Beweiskraft belegen. Vor allem gibt es in dieser Richtung weder Wahrnehmungen von Zeugen noch andere Beweismittel.

„Im Zuge der vielfachen Befragungen und Umfeldermittlungen ergaben sich in der Bilanz lediglich mannigfaltige Vermutungen und Spekulationen, welche aber in der Summe in keine konkrete Richtung, bezugnehmend auf die schlussendliche Klärung der Ursache, führten“, hieß es am Freitag von der Neumarkter Polizei.

Keiner der Verletzten mußte in weiterer ärztlicher Obhut bleiben oder leidet an medizinischen Folgewirkungen.

Die polizeilichen Ermittlungen werden weitergeführt. Deshalb bat die Polizei ein weiteres Mal die Bevölkerung um Mithilfe: Wer sachdienliche Hinweise zur Klärung der Ursache geben kann oder Beobachtungen gemacht hat, die der weiteren Aufklärung dienlich sein könnten, soll sich mit der Polizei unter Telefon 09181 /4885-0 in Verbindung setzen. Hinweise werden selbstverständlich vertraulich und diskret behandelt, hieß es.
18.09.20
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Telefon Redaktion



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