„Was hätte werden können?“

Liebe Neumarkterinnen und Neumarkter,
sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Was hätte 2020 alleine bei uns in Neumarkt für ein Jahr werden können? Wir hätten z.B. eine Einweihung nach der anderen feiern können, etwa beim Kinderhort „Emil-Silberhorn“ mit den darüber liegenden zusätzlichen Räumen für die Grundschule Bräugasse, bei dem in Holzbauweise entstandenen „Kinderhaus Regenbogen“ in der Dr.-Kurz-Straße oder bei der KiTa „Burg Wichtelstein“, die wir in Modulbauweise realisiert haben.

Bei vielen Anlässen hätte es Gelegenheiten zum Treffen, Plaudern und Genießen gegeben: Altstadtfest, „Sommer im Park“, Frühlingsfest, Volksfest... Unser Veranstaltungskalender war wieder prall gefüllt und hätte für ein abwechslungsreiches Jahr gesorgt. All dies ist nicht so gekommen und über allem prangt nur das große Plakat mit dem Wort „ABGESAGT“!

Die Corona-Pandemie hat uns völlig überrascht und Situationen geschaffen, die sich vor einem Jahr noch niemand hätte vorstellen können. Vieles ist zum Erliegen gekommen und trotzdem haben wir als Stadtverwaltung versucht, soweit es ging die Abläufe und Arbeiten unter Corona-Bedingungen aufrechtzuerhalten. Und selbst in dieser Ausnahmesituation ist sehr viel geschehen!

So haben wir die Arbeiten in Pölling für das „Haus des Engagements“ begonnen und nicht weit davon entfernt in der Pöllinger Hauptstraße mit dem Einbau des Stauraumkanals den Hochwasserschutz und mit der Errichtung des Kreisverkehrs sowie dem Straßen- und Gehwegbau die Verkehrssicherheit verbessert.

In Woffenbach haben wir „Am Altweihergraben“ ein neues großes Wohnbaugebiet geschaffen, die Sanierung der Thüringer Straße wurde zeitgerecht abgeschlossen und die Steganlage im westlichen Teil des LGS-Parks erneuert. Das Parkdeck mit dem Parkplatz im Bereich Seelstraße/Sandstraße ist soweit fertiggestellt und kann im nächsten Sommer hoffentlich seinen Dienst für die dann wieder vielen Freibadbesucher übernehmen.


Wir hätten ganz sicherlich mit vielen Gästen mit dem Spatenstich den Startschuss für den Hochschulbau am Residenzplatz gegeben. Schließlich handelt es sich dabei um das für mich wichtigste Projekt in meiner bisherigen 15-jährigen Amtszeit, mit dem wir Neumarkt als Hochschulstandort etablieren und dadurch die Stadtentwicklung enorm voranbringen wollen. Wir hätten auf die Nachricht anstoßen können, dass 2019 das Jahr mit den höchsten Einnahmen und den gleichzeitig höchsten Investitionsausgaben in der Stadtgeschichte gewesen war!

Zufrieden hätten wir auch sein können, dass wir erneut als „Fahrradfreundliche Kommune“ zertifiziert wurden und dass wir in diesem Jahr mehrfach bei bundesweiten Rankings unter immerhin rund 580 Städten mittlerer Größe z.B. bei der Familienfreundlichkeit oder dem Angebot für Senioren vorne angesiedelt waren. Auch die Tatsache, dass ich heuer auf 15 Jahre im Amt als Oberbürgermeister zurückblicken kann, hätte zu anderer Zeit bei mir für mehr Stolz und Zufrieden gesorgt.

Die Corona-Pandemie hat all diesen positiven Projekten und Ereignissen einen negativen Beigeschmack gegeben. Corona bedroht die Menschen in ihrer Gesundheit, es sind Todesopfer zu beklagen, die Maßnahmen bedeuten für alle eine starke Einschränkung und sie sorgen bei vielen für existenzielle Sorgen und Nöte.

Man braucht kein Prophet zu sein, um zu konstatieren, dass Corona selbst das Weihnachtsfest in diesem Jahr prägen wird und wir es wohl anders verbringen als gewohnt. Vielleicht liegt darin aber eine Chance, um das sonst von vielen beklagte stressreiche Geschehen an den Festtagen etwas zu reduzieren.

Ich wünsche Ihnen zusammen mit den Bürgermeistern, den Stadträten und den Mitarbeitern der Stadt: Feiern Sie ein frohes Weihnachtsfest im engeren Kreis Ihrer Lieben und verbringen Sie schöne, besinnliche Festtage! Für das Jahr 2021 wünschen wir Ihnen, Ihren Familien und uns allen, dass wir ein gesundes, von der Pandemie irgendwann befreites und dann wieder belebteres Neues Jahr erleben dürfen.

Ihr

Thomas Thumann
Oberbürgermeister
20.12.20
Neumarkt: „Was hätte werden können?“
Telefon Redaktion


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