In Franken eingetroffen


Erste Etappe

Die erste Etappe endete am Mittwoch mit dem Sieg einer Radsportlegende:Jan Svorada (ED’System-ZVVZ), mehrfacher Etappensieger bei Tour de France, Giro und Vuelta, setzte sich in der Sprintentscheidung durch (ausführlicher Bericht unten)

Zweite Etappe

Auf der zweiten Etappe von Sonthofen nach Krumbach erwies sich am Donnerstag der Franzose Jean-Patrick Nazon vom Team AG2R als der schnellste Sprinter im Feld der 16 Mannschaften. Platz zwei belegte Sebastian Siedler. (ausführlicher Bericht unten)

Dritte Etappe

David Kopp vom Team Wiesenhof hat in Erlangen das Gelbe Trikot der Volksbanken Raiffeisenbanken von seinem Teamkollegen Sebastian Siedler übernommen. Nach 212 Kilometern siegte der Meckenheimer im Sprint einer 31-köpfigen Spitzengruppe mit mehr als einer Radlänge Vorsprung. (ausführlicher Bericht unten)

NEUMARKT. Bei der Bayern Rundfahrt, die am Sonntag mit den Schlußsprints in Neumarkt enden soll, hat bei der dritten Etappe nach Erlangen David Kopp vom Team Wiesenhof das Gelbe Trikot der Volksbanken Raiffeisenbanken von seinem Teamkollegen Sebastian Siedler übernommen.

110 Fahrer aus 21 Nationen waren am Start - mit dabei viele Stars wie Jens Voigt, Alexandre Vinokourov, Alexander Klöden und Michael Rich. Vom französischen Cofidis-Team kam kurz vor Meldeschluss noch eine Absage und auch auf Erik Zabel müssen die Veranstalter aus Bayern in diesem Jahr verzichten. neumarktonline-Leser können den Verlauf der Tour auf einem Live-Ticker verfolgen, den die Veranstalter der Bayern Rundfahrt eingerichtet haben.

Während sich die Bayern Rundfahrt langsam aus Richtung Süden nähert fiebert Neumarkt schon dem Finale entgegen: „Sicher werden wir ein ebenso interessantes und spannendes Finale der Bayern Rundfahrt erleben wie vor drei Jahren“ hofft Oberbürgermeister Alois Karl. „Und ich bin zuversichtlich, dass wie 2002 viele Tausend Zuschauer in Neumarkt das Rennen live verfolgen werden. Ich lade alle dazu herzlich ein.“

Damals waren es über 15.000 gewesen, die am Zieleinlauf an der Dammstraße und an der Strecke die bekannten Radstars anfeuerten. Gegen 13.30 Uhr werden am Sonntag die Weltklassefahrer durch Neumarkt sprinten. Heuer werden die Radrennfahrer drei Mal einen Rundkurs absolvieren, ehe in der Dammstraße auf Höhe des Unteren Tores der Zieleinlauf erfolgt.

Zuvor gibt es ab 9.30 Uhr ein umfangreiches Programm auf dem Parkplatz an der Dammstraße mit einem Gottesdienst „open-air“, vielen Attraktionen, Musik und einem Fahrrad-Geschicklichkeits-Parcours. Auch für das leibliche Wohl wird gesorgt sein.

Die diesjährige Bayern Rundfahrt führt in fünf Etappen von Kempten nach Neumarkt. Hier wird nicht nur der Etappensieger gekürt, sondern auch der Gesamtsieger feststehen. Zudem sind Sprint- und Bergwertungen geplant. Die 16 Teams mit den vielen namhaften Radprofis werden am Sonntag etwa um 13.30 Uhr nach Neumarkt kommen, nachdem sie um 10 Uhr in Kulmbach zur letzten Etappe gestartet sind.

Von Pilsach kommend werden die Radrennfahrer über die B 299 Neumarkt erreichen und in die Pelchenhofener Straße auf einen Rundkurs durch die Stadt einbiegen. Dieser führt über den Fuchsberg zur Staatsstraße 2240 nach Höhenberg und weiter zur Badstraße. Über die Ringstraße und die Freystädter Straße geht es zurück auf die B 299 zum Unteren Tor. Dieser Kurs wird drei Mal befahren, wobei es Sprint- und Bergwertungen zu absolvieren gilt. Beim Unteren Tor wird schließlich der Zieleinlauf sein. Die Siegerehrungen erfolgen nach Beendigung des Rennens auf dem Parkplatz an der Dammstraße.

Die Stadt wies noch einmal darauf hin, dass es wegen der Bayern Rundfahrt auch zu Verkehrsbehinderungen kommen wird. So ist der Bereich der Dammstraße zwischen Altdorfer- und St.-Florian-Straße am Sonntag bereits ab 8 Uhr gesperrt. Die anderen von dem Rundkurs betroffenen Straßen werden etwa zwischen 13 und 15 Uhr gesperrt sein.

Die Stadt werde sich wie schon 2002 bemühen, die Behinderungen so gering wie nötig zu halten, hieß es aus dem Rathaus. Trotzdem sollten sich die Bürger rechtzeitig darauf einstellen.

1. Etappe:

Sieg einer Radsportlegende

Sonthofen. Mit dem Sieg einer Radsportlegende endete die erste Etappe der 26. Bayern Rundfahrt am 25. Mai in Sonthofen: Jan Svorada (ED’System-ZVVZ), mehrfacher Etappensieger bei Tour de France, Giro und Vuelta, setzte sich in der Sprintentscheidung durch. Der Tscheche gewann vor dem Italiener Enrico Degano (Team Barloworld) und Sebastian Siedler vom Team Wiesenhof.

Vorjahressieger Jens Voigt zeigte mit einem fünften Etappenplatz, dass auch bei der Bayern Rundfahrt 2005 mit ihm zu rechnen ist. Svorada übernahm durch diesen Etappensieg die Führung in der Gesamt- und der Sprintwertung. Auf der Etappe nach Krumbach wird der Tscheche das Gelbe Trikot der Volksbanken Raiffeisenbanken tragen. Das Blaue SDK-Trikot des besten Sprinters übernimmt der Zweitplatzierte in dieser Wertung, Svoradas Teamkollege und Landsmann Michal Precechtel. In der Bergwertung führt der Ukrainer Yuriy Krivtsov (AG2R). Das Weiße R+V-Trikot des besten Nachwuchsfahrers geht an den Belgier Maarten Wijnants vom Team Chocolat Jacques. In der Mannschaftswertung setzten sich die Vorjahressieger CSC aus Dänemark an die Spitze.

Wie so oft spiegelt dieses Ergebnis aber nicht die Ereignisse auf der Etappe wieder, die von zwei Fahrern bestimmt wurden. Björn Papstein vom Team Lamonta und der Ukrainer Yuriy Krivtsov aus dem französischen Rennstall AG2R setzten sich nach 44 Kilometern vom Feld ab. Der Italiener Gabriele Bosisio (Tenax-Nobili Rubinetterie) versuchte noch nachzusetzen, kam aber nie näher als eine Minute an das Spitzenduo heran.

Damit waren die Fronten erst einmal geklärt und im Feld kehrte Ruhe ein, die zu einem maximalen Vorsprung von 8:50 Minuten für die Spitzenreiter führte. Drei Bergwertungen markierten die Höhepunkte der schweren Etappe durch Österreich und das Oberallgäu und immer war es Krivtsov, der auf dem Gipfel die meisten Punkte für das Frankenbrunnen-Bergtrikot abräumte. Erst am letzten Anstieg nach Oberelleg zeigte der Ukrainer Schwäche und konnte das Tempo von Björn Papstein nicht mehr mitgehen. Der 29-jährige Papstein entschied sich für Alles oder Nichts und setzte seine Fahrt alleine fort. Zunächst schien die Rechnung auch aufzugehen. Papstein hielt einen konstanten Vorsprung von drei Minuten auf das Feld, das beim Anstieg nach Oberelleg in mehrere Gruppen zerfiel, danach aber wieder zusammenfand. Viele Attacken an der Spitze des Feldes machten das Rennen zunehmend schneller. Brosisio und Krivtsov waren bald eingeholt und auch für Papstein wurde es immer enger. Bei der ersten Zielpassage in Sonthofen rollte er noch alleine über den Zielstrich, 14 Kilometer vor dem Ziel waren die Träume vom Etappensieg für den Lamonta-Fahrer zerronnen – zumindest für diese Etappe.

„Auf den letzten Rundfahrten hatten wir zur Beginn immer Pech und waren bei den entscheidenden Attacken nicht dabei. Heute haben wir selbst die Akzente gesetzt. Und wir werden uns auch weiter zeigen. Für uns gibt es drei Möglichkeiten: einen Etappensieg, eine vordere Platzierung im Gesamtklassement oder ein Trikot. Eines dieser Ziele wollen wir erreichen.“, formulierte Papstein nach dem Rennen die Vorgabe für die nächsten Etappen.

2. Etappe:

Siedler übernimmt Gelbes Trikot

Krumbach.Jean-Patrick Nazon aus dem französischen Team AG2R hat die zweite Etappe der Bayern Rundfahrt von Sonthofen nach Krumbach gewonnen. Nach 189 Kilometern erwies sich der Franzose als der schnellste Sprinter im Feld der 16 Mannschaften. Platz Zwei belegte Sebastian Siedler vom Team Wiesenhof, der damit nicht nur die Führung in der Gesamtwertung der Volksbanken Raiffeisenbanken übernommen hat, sondern auch die SDK-Sprintwertung anführt. Dritter wurde der Brasilianer Murilo Antonio Fischer vom Team Naturino-Sapore di Mare. Der 27-jährige Siedler zeigte sich nach dem Rennen überrascht, aber glücklich: „Ich bin sehr zufrieden mit dem heutigen Tag. Gestern hatte ich noch kein Trikot und heute gleich zwei. Dabei habe ich wirklich nicht damit gerechnet, die Gesamtführung zu übernehmen. Beim Zeitfahren am Samstag wird sich zeigen, ob ich das Trikot verteidigen kann. Ich bin zwar ein guter Zeitfahrer, aber die Strecke ist sehr schwer mit einigen Anstiegen. Mal sehen, was ich in Kulmbach leisten kann.“

Der Ukrainer Yuriy Krivtsov machte den Tag für das Team AG2R perfekt. Er punktete bei beiden Bergwertungen in Oberstaufen und Osterhofen und baute damit seine Führung in der Wertung um das Bergtrikot von Franken Brunnen weiter aus. Maarten Wijnants vom belgischen Team Chocolade Jacques trägt auch auf der dritten Etappe das R+V-Trikot des besten Nachwuchsfahrers. In der Stahlgruber-Mannschaftswertung kam es zu einem Wechsel an der Spitze: das Team Gerolsteiner setzte sich vor die Mannschaft CSC.

Bei idealen Bedingungen nahmen die 110 Rennfahrer die zweite Etappe der Bayern Rundfahrt in Angriff. 25 Grad und Sonnenschein begleiteten die Fahrer auf den 189 Kilometern durch das Ober- und Unterallgäu. Bereits nach 16 Kilometern lancierte der 23-jährige Markus Eichler vom Team Comnet-Senges den ersten Vorstoß und setzte sich mit einer Vorsprung von 1:40 vom Feld ab. Nach der ersten Bergwertung am „Paradies“ in Oberstaufen setzte das Feld den Ambitionen jedoch ein Ende und holte Eichler zurück. Nur wenig später versuchte der Pole Bartosz Huzsarski (Intel-Action) sein Glück und hatte Erfolg. Mit einem wahren „Huzarski“-Ritt legte der 24-jährige Pole maximal 8:40 Minuten zwischen sich und das Feld. Dazwischen kämpfte der Australier Corey Sweet um den Anschluß zur Spitze, was ihm jedoch nicht gelingen wollte. 140 Kilometer konnte sich Huzarski als Spitzenreiter halten und dabei eine FrankenBrunnen-Bergwertung und zwei SDK-Sprints gewinnen. Im Finale ließ die Konkurrenz aber nicht mit sich spaßen und holte den Polen nur 11 Kilometer vor dem Ziel zurück. Auf der letzten Zielrunde um Krumbach wechselten sich fast alle Favoriten an der Spitze des Feldes ab, absetzen konnte sich aber kein Fahrer. So kam es auf der schier endlos langen Zielgeraden in Krumbach zu einer packenden Sprintentscheidung, bei der sich Jean-Patrick Nazon klar durchsetzte.

Am Freitag steht die dritte und längste Etappe der Bayern Rundfahrt auf dem Programm. 209 Kilometer liegen zwischen Dillingen und Erlangen mit SDK-Sprints in Nördlingen und Gunzenhausen und Bergwertungen in Spielberg und Cadolzburg.

3. Etappe:

David Kopp gewinnt in Erlangen

Erlangen. David Kopp vom Team Wiesenhof hat in Erlangen das Gelbe Trikot der Volksbanken Raiffeisenbanken von seinem Teamkollegen Sebastian Siedler übernommen. Nach 212 Kilometern siegte der Meckenheimer im Sprint einer 31-köpfigen Spitzengruppe mit mehr als einer Radlänge Vorsprung. Platz Zwei ging an Björn Glasner vom Team Lamonta. Den dritten Rang belegte der Pole Cezary Zamana vom Team Intel-Action. Die Abstände im Gesamtklassement sind denkbar knapp. Kopp geht mit einer Sekunde Vorsprung auf den Zweiplatzierten Zamana ins Einzelzeitfahren. Auf Platz Vier lauert Zeitfahrspezialist Michael Rich (Team Gerolsteiner) mit nur vier Sekunden Rückstand. Alexandre Vinokourov (T-Mobile Team) liegt 10 Sekunden zurück auf Rang 23.

Sebastian Siedler machte den Triumph von Wiesenhof perfekt: der 27-jährige verteidigte das Blaue SDK-Trikot des besten Sprinters auf der dritten Etappe. Auch in der Frankenbrunnen-Bergwertung gab es keine Veränderung: Yuriy Krivtsov (AG2R) trägt auch im Zeitfahren das Weiße Trikot mit den roten Punkten. Elnathan Heizmann (Comnet-Senges) setzte sich in der R+V-Nachwuchswertung an die Spitze.

Die dritte Etappe der Bayern Rundfahrt von Dillingen nach Erlangen entwickelte sich zu einem unerwartet harten Rennen und brachte die Vorentscheidung für den Rundfahrtsieg. Nach ständigem Attacken an der Spitze des Feldes initiierte der Pole Cezary Zamana nach 66 Kilometern den entscheidenden Vorstoß. CSC setzte nach und spaltete das Feld in mehrere Gruppen. An der Bergwertung Spielberg formierte sich eine 35-köpfige Spitzengruppe, in der nahezu jede Mannschaft mit einem oder mehreren Fahrern vertreten war. Der Vorsprung wuchs schnell auf über vier Minuten an und im Feld war klar, dass das Rennen damit gelaufen war. Vorjahressieger Jens Voigt (CSC) hatte den Absprung ebenso verpasst wie der Tour-Zweite Andreas Klöden vom T-Mobile Team. Sie kamen knapp 36 Minuten nach dem Sieger ins Ziel. Mit vorne dabei waren allerdings Michael Rich (Team Gerolsteiner), Alexandre Vinokourov (T-Mobile Team) und Voigts Teamkollege Linus Gerdemann. Beim Anstieg in Cadolzburg bei Fürth, der zwei Mal zu bewältigen war, versuchten zunächst Alexandre Vinokourov und dann David Kopp die Gruppe zu sprengen. Doch bis auf vier Fahrer, darunter zwei Teamkollegen von Vinokouvov, blieb die Gruppe auch nach diesem Berg zusammen. David Kopp setzte sich zwar leicht ab, sah aber alleine keine Chance auf Erfolg. 20 Kilometer vor dem Ziel brachte der Pole Zamana noch einmal Unruhe in die Spitzengruppe, als er sich gemeinsam mit dem Australier Corey Sweet (Team Comnet-Senges) davonstahl. Eine kleine Allianz aus den Teams Wiesenhof, Lamonta und CSC holte die Ausreißer aber rund 3.000 Meter vor dem Ziel wieder zurück. Im Finale verließ sich David Kopp ganz auf seine Schnelligkeit – zu Recht, denn er gewann mit einem komfortablen Vorsprung von mehr als einer Radlänge. Für das Zeitfahren in Kulmbach rechnet sich der neue Träger des Gelben Trikots aber keine großen Chancen aus: „Zeitfahren ist nicht gerade meine Stärke.“ meinte der Meckenheimer selbstkritisch. Angesprochen auf das erfolgreiche Abschneiden seines Teams hat Kopp eine einfache Erklärung: „Im Team herrscht eine sehr familiäre Atmosphäre. Wir haben alle Spaß am Radfahren und verstehen uns sehr gut. Da bleibt der Erfolg nicht aus.“

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27.05.05
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