„Krippenkeller“ besucht


Josef Wittmann zeigt den Teilnehmern im "Krippenkeller" auch die Überreste der Münsterkrippe, die nie im Münster zu sehen sind
Foto: Angelika Trummer
NEUMARKT. Bei der ersten "Sonntagsführung für Jedermann" im September stand „das Münster St. Johannes und seine Jahreskrippe“ im Mittelpunkt.

Die Teilnehmer sahen dabei viel mehr als die täglichen Besucher der beliebten Krippe: als besonderes Schmankerl gab es einen Abstecher in den "Krippenkeller" des Münsters, wo das ganze "Ensemble" zu sehen war, das derzeit keinen „Auftritt“ in der Kirche hat.

Das Münster steuern die Gästeführer häufig an, weil es von der Kopie des weltberühmten Isenheimer Altars bis zu den bunten Bleiglasfenstern manchen Schatz enthält. Bei der Führung am Sonntag war nun zum ersten Mal die barocke Jahreskrippe das Ziel.

Wegen der geltenden Corona-Vorschriften mussten sich alle Teilnehmer nicht nur wie üblich spätestens am Samstag anmelden, sondern auch die "3-G-Regeln" erfüllen. Die Fremdenführererin war also verpflichtet, zu prüfen, ob alle geimpft, getestet oder genesen waren.


Schon vor dem Münster schlug Angelika Trummer den Bogen von der Entstehung der Stadt Neumarkt bis hin zur Fertigstellung der Stadtkirche, wie sie heute da steht, im 15. Jahrhundert. Und drinnen in der angenehm kühlen gotischen Hallenkirche stand Krippenpfleger Josef Wittmann der kleinen Gruppe über seine Schützlinge Rede und Antwort.

Die Barocke Münsterkrippe von St. Johannes geht in ihren Anfängen ja auf die Padres der Gesellschaft Jesu zurück, die mitten im 30jährigen Krieg in der Gegenreformation nach Neumarkt kamen, um die Einwohner im Auftrag der Obrigkeit wieder "katholisch zu machen". Ihre Namen sind noch immer in der Marienkapelle des Münsters in der Reihe aller Priester nachzulesen, die an dieser Stelle jemals gewwirkt haben.

Zum "Werkzeugkasten" des Ordens gehörten an allen Orten, wo die Jesuiten damals tätig waren, fromme Theateraufführungen - und eben auch das "gefrorene Theater" der prächtigen Krippen im "Jesuitenmaß". Damit ist die Größe der Figuren von bis zu einem Meter gemeint, wie sie auch in Neumarkt in monatlichem Wechsel ihre frommen "Vorstellungen" auf der Krippenbühne geben.

Am Ende der Führung öffnete Josef Wittmann für die Teilnehmer den "Krippenkeller" im ehemaligen Wohnhaus der Armen Schulschwestern in der Bräugasse. Dort steht in Reih und Glied das ganze "Ensemble" der Neumarkter Münsterkrippe und wartet geduldig mit allen Requisiten darauf, im monatlichen Wechsel eine neue Geschichte aus dem Evangelium darstellen zu dürfen. Im Oktober wird das die Geschichte vom Herrschen und Dienen im Markusevangelium sein, verriet der Krippenpfleger.

Die nächsten Angebote der Neumarkter Gästeführer sind der „offene Stadtspaziergang“ am Samstag und die Führung durch Neumarkt mit dem Titel "Mord und Totschlag 2.0" am Sonntag. Anmeldungen sind zum Beispiel unter Telefon 09181/255-125 möglich.
06.09.21
Neumarkt: „Krippenkeller“ besucht
Telefon Redaktion


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