Überraschende Ergebnisse


1272 junge Landkreis-Bürger nahmen an der U18-Bundestagswahl teil
Foto: Alica Lachmann
NEUMARKT. Bei der U18-Wahl im Landkreis würde die Direktkandidatin der CSU nur mit einem hauchdünnen Vorsprung in den Bundestag einziehen.

Die Abstimmung von unter 18 Jahre alten Landkreis-Bürgern - traditionell eine Woche vor der echten Wahl - bescherte der CSU einen gewaltigen Verlust von zehn Prozent-Punkten gegenüber der U-18-Bundestagswahl von 2017.

Leichte Einbrüche verzeichneten die Grünen und die Linke, starke Steigerungen - auf niedrigem Niveau - die FDP und die AfD.

Die von Kreisjugendring durchgeführten "Wahlen" haben natürlich für die Zusammensetzung des künftigen Bundestages keinerlei Auswirkungen - aber sie zeigten sicherlich so manchen Politikern auf, was in einigen Jahren passieren könnte, wenn der Wahlschein der jungen Leute dann "echt" ist. Die vom Kreisjugendring übermittelten Ergebnisse zeigen allerdings erst die Zahlen nach der Auszählung von neun (von insgesamt zwölf) Wahllokalen. Insgesamt nahmen 1272 Kinder und Jugendliche an den U18-Wahlen teil.


Das Ergebnis der Erststimmen bei der U18-Wahl
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Nach den vorliegenden Zahlen erzielte bei der U18-Wahl die bei den echten Wahlen hochfavorisierte CSU-Direktkandidatin Susanne Hierl mit 28 Prozent nur einen ganz knappen Vorsprung vor der Kandidatin der Freien Wähler, Daisy Miranda (27 Prozent). FDP-Kandidat Nils Gründer erhielt 13 Prozent und kam damit noch vor Karl-Heinz Herbst von den Grünen (11 Prozent) und Johannes Foitzik von der SPD (7 Prozent).

Und auch die Auszählung der Zweitstimmen, mit denen bei der echten Wahl über die Zusammensetzung des Parlaments und damit das Kräfteverhältnis der Parteien entschieden wird, brachte überraschende Ergebnisse.


Die CSU brach hier mit 26 Prozent um über zehn Prozentpunkte gegenüber dem 2017er Ergebnis (36,9 Prozent) ein. Die Grünen erzielten nur mehr 19 Prozent (2017: 22,4), die SPD kam auf 15 Prozent (2017: 13,1). Einen prozentual riesigen Zuwachs verzeichneten die FDP mit 10 Prozent (2017: 6,1) und die AfD mit sechs Prozent (2017: 2,04). Die Linke verlor leicht und erhielt 4 Prozent (2017: 5,5). Die Freien Wähler kamen aus dem Stand auf 7 Prozent und eine Tierschutzpartei auf 5 Prozent.

Die U18-Bundestagswahl zeige einmal mehr, daß sich Kinder und Jugendliche für Politik interessierten und ihre Meinung vertreten wollen, sagte Stefanie Meier, die stellvertretende Vorsitzende des Neumarkter Kreisjugendrings. Gerade in der Corona-Pandemie sei deutlich geworden, dass die jüngeren Landkreisbürger mit ihren Interessen und Bedürfnissen von Entscheidungsträgern „nicht oder nicht ausreichend wahrgenommen“ würden.

Die große Zahl an jungen Wähler bei der U18-Wahl gäbe der Forderung des Bayerischen Jugendrings, das Wahlalter auf 14 Jahre zu senken, neues Gewicht.


Das Ergebnis der Zweitstimmen bei der U18-Wahl
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18.09.21
Neumarkt:  Überraschende Ergebnisse
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