„Leuchttürme“ als Anlaufpunkte


In den verschiedenen Rathäusern wurde der Ernstfall geprobt
Foto: Dr. Franz Janka
NEUMARKT. Der Test zur Versorgung mit Notstrom im Bereich der Stadt Neumarkt ist nach Meinung von Oberbürgermeister Thomas Thumann gut verlaufen.

Die Notstromaggregate konnten problemlos die Versorgung übernehmen und alle Systeme haben entsprechend funktioniert, hieß es.

Mit dabei waren unter anderem Mitarbeiter der Stadt, der Neumarkter Feuerwehr, der Stadtwerke und einer Elektro-Firma, die zusammen mit einem Gutachter die Abwicklung der Notstromversorgung begleiteten. Man sei in der Stadt Neumarkt für eventuelle Notfälle „gut gerüstet“, sagte Thumann. Er sprach von einem „großen Erfolg“.

Wie Ordnungsamtsleiter Daniel Gottschalk sagte, sind inzwischen alle elf Feuerwehrhäuser im Stadtgebiet baulich mit Notstrom-Einspeiseeinrichtungen ausgerüstet worden. Außerdem stehen für diese elf Gerätehäuser separate Notstromaggregate betriebsbereit zur Verfügung, die zentral in der Feuerwache Neumarkt gelagert sind. Die ist selber mit einer stationären Notstromanlage unterbrechungsfrei versorgt.

Für eventuelle Notfälle stehen damit die Gerätehäuser der Feuerwehr als sogenannte „Leuchttürme“ zur Verfügung. Sie sollen Anlaufpunkte für die Bevölkerung sein, dort ist auch über den BOS-Funk eine unabhängige Kommunikationseinrichtung verfügbar. Für Not- und Krisensituationen wird auch eine Diesel- und Benzintreibstoffreserve für den Aggregatbetrieb in der Feuerwache Neumarkt in Form „mobiler Tankstellen“ vorgehalten.


Inzwischen sind auch die Jurahallen und die Mittelschule in der Woffenbacher Straße baulich soweit ertüchtigt worden, dass über die Trafostationen der Stadtwerke Notstrom von einem Aggregat eingespeist werden kann. Die Einspeisung in diese beiden Areale wurde beim Testlauf ebenfalls mit geprüft. Dabei wurden die Festhallen und die Mittelschule an der Woffenbacher Straße vom öffentlichen Stromnetz getrennt und die Jurahallen über ein 200 kVA-Aggregat und die Mittelschule über ein 100 kVA-Aggregat netzabhängig im sogenannten „Inselbetrieb“ versorgt.

Die Rathäuser I und II sind genauso mit Notstrom-Einspeiseeinrichtungen vorgerüstet und baulich ausgestattet. Sie sollen als sogenannte „Leuchttürme“ dienen und im Notfall den Verwaltungsbetrieb aufrechterhalten. Die Einspeisung von dem in der Klostergasse aufgebauten Notstromaggregat wurde erfolgreich getestet. Dabei hatte man beim Rathaus II das Gebäude vollständig vom Stromnetz getrennt und dann über ein 100 kVA-Aggregat versorgt. Das und die beiden Aggregate für die Jurahallen und die Mittelschule sind große Notstromgeneratoren, die bereits auf einem Abrollbehälter bei der Feuerwehr vormontiert sind. Sie können damit rasch und ohne große Probleme an die entsprechenden Stellen transportiert und dann abgesetzt werden, so dass sie umgehend einsatzfähig sind.

Man wolle die Notfallvorsorge noch weiter verstärken und zahlreiche weitere Maßnahmen durchführen, hieß es aus dem Rathaus. So würden derzeit die Abwasserpumpstationen Notstrom-Einspeisefähig gemacht, so dass auch dieser Bereich bei einem Stromausfall weiter funktionieren kann. Darüber hinaus werde in der nächsten Woche in Neumarkt eine Tankstelle für den Notstrombetrieb ertüchtigt, damit auch die Kraftstoffversorgung für den städtischen Notbetrieb des Fuhrparks gesichert ist.

Generell werde das Konzept für den Notfall weiter ausgebaut, zum Beispiel erhalte das Hochschulgebäude gleich eine Einspeiseeinrichtung, zwei weitere Gebäude im Stadtgebiet würden geprüft und bei technischer Möglichkeit im nächsten Jahr umgebaut, so dass auch dort Notstrom eingespeist werden kann.
10.11.22
Neumarkt: „Leuchttürme“ als Anlaufpunkte
Telefon Redaktion


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