Friedliches Volksfest


Statt „Herzlich Willkommen“ ein wehmütiges Servus: fast nichts
mehr erinnert an elf unbeschwerte, aber verregnete Volksfesttage.
Foto: Erich Zwick
NEUMARKT. Es ist zwar kein spektakulärer Rekord, aber der schönste: das am Montag zu Ende gegangene Juravolksfest war das friedlichste seit Menschengedenken.

Gerade mal zwölf Delikte an elf Festtagen bilanzierte der Leiter der Polizeiinspektion Neumarkt, Erster Polizeihauptkommissar Helmut Lukas bei der Schlußbesprechung am Dienstag, zu der 2. Bürgermeister Erich Bärtl alle „Volksfest-Gewaltigen“ zur Manöverkritik um sich geschart hatte.

Die zwei „spektakulärsten“ Fälle hatte der Polizeichef am Eröffnungtag gleich selbst zu erledigen: eine Festnahme erfolgte um 19 Uhr und eine Einweisung ins Klinikum zum Zwecke des Magenauspumpens eine Stunde später.

Auch die Zahl der alkoholbedingten Unfälle war mit zwei verschwindend gering. Offenbar haben die Vernunft der Kraftfahrer und das Busangebot der Stadtwerke reiche Früchte getragen.

Franz Wildfeuer, der Chef des mit 20 Kräften vertretenen Sicherheitsdienstes, lobte ebenfalls die Disziplin der Festbesucher. Alkoholexzesse konnten unterbunden werden, wobei sich die Festplatzsatzung als Gesetzeswerk als äußerst nützlich erwies. Für ein bißchen Dramatik sorgte allerdings ein 16monatiger Knirps, der von seinen Eltern an der Reitbahn glatt „vergessen“ wurde. Eineinhalb Stunden dauert es, bis die Eltern ihren Sprößling vermißten.

Ob sie glücklich waren, ihren Ausreißer wieder wohlbehalten zurück bekommen zu haben, ist nicht bekannt. Glücklich jedenfalls über das Wetter war keiner, unzufrieden aber auch nicht, obwohl noch kein „Kassensturz“ gemacht werden konnte. Die Schausteller brachen zwar nicht in Jubel aus, doch jammerten sie auch nicht – ebenso wenig wie der Festbräu, Dr. Franz Ehrnsperger, und Festwirt Albert Zollbrecht.

Ein ganz dickes Kompliment durfte sich Dr. Franz Ehrnsperger für seine Idee ans Panier heften, nach dem Volksfestzug noch ein unterhaltsames, folkloristisches Programm vor der Jurahalle zu bieten. Die nie aus der Mode kommenden Tänze der Schäffler und die Darbietungen der Parsberger Trachtler, garniert von der Pöllinger Blaskapelle, lockten die Scharen ans Rund und hernach in die Halle.

Als weitere Highlights stellte Bürgermeister Erich Bärtl den Seniorennachmittag mit 2.600 Besuchern und die sportlichen Ring- und Boxwettkämpfe sowie natürlich die Pferde- und Fohlenschau vom Abschlußtag heraus.

Volksfestreferent Herbert Fischer blieb nur noch der Dank an alle, die sich um das „friedlichste der letzten Volksfeste“ verdient gemacht haben. Neben den bereits erwähnten waren dies die Mitglieder der Neumarkter Feuerwehr, der BRK-Sanitätsdienst, der 119 kleinere Erste-Hilfe-Leistungen erbrachte, die Schausteller mit der Familie Hartmann-Wunderle, Fritz Stahlmann und sein Team, das innerhalb einer Stunde die 2.600 Senioren und einen Festbräu verköstigte, und allen, die im Hintergrund die Fäden fest in der Hand hielten – an erster Stelle Verwaltungsamtmann Thomas Thumann mit seiner Mitarbeiterin Tanja Kürzinger.
Erich Zwick
23.08.05
Neumarkt: Friedliches Volksfest
Telefon Redaktion



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