"Jobstar" für Bögl

NEUMARKT. Der 90. Jobstar der Metropolregion Nürnberg wurde am Mittwoch an das Bauunternehmen Max Bögl in Sengenthal überreicht.

Johann Bögl, Geschäftsführer der Firmengruppe Max Bögl, nahm die Auszeichnung aus den Händen von Landrat Albert Löhner und Dr. Jörg Hahn, Geschäftsführer des Regionalmarketingvereins "Metropolregion Nürnberg e.V."entgegen. Damit wurde die Firmengruppe für ihr besonderes Engagement bei der Schaffung von Arbeitsplätzen in der Region gewürdigt. Traditionell wurde der jeweilige Jobstar-Preisträger überrascht - der Besuch wurde der Firma nicht angekündigt.

1929 gründete Max Bögl sen. einen Maurerbetrieb, nachdem er von einer Neumarkter Bauunternehmung wegen schlechter Auftragslage ausgestellt wurde, und sanierte 1932 bereits den Turm der Pfarrkirche Reichertshofen. 1934 nahm er mit seinen 40 Beschäftigten die ersten größeren Aufträge an und investierte in den ersten Betonmischer. 1937 legte Max Bögl sen. die Meisterprüfung in Regensburg ab.

Während des Zweiten Weltkrieges reduzierte sich die Anzahl der Mitarbeiter auf zehn. Mit drei Beschäftigten begannen 1945 die Aufbauarbeiten im zerstörten Neumarkt – ein erster Lastwagen wurde beschafft.

1953 erfolgte die erste Hohlblocksteinfertigung auf dem eigenen Hof in Sengenthal. 1955 trat der junge Bauingenieur Max Bögl jun. in das Unternehmen ein und begann, in den Bereichen Kanal- und Straßenbau tätig zu werden. Gleichzeitig konnte mit dem Bau eines Möbelhauses in Neumarkt begonnen werden.

In der Schlieferheide bei Greißelbach wurde 1956 eine Sandgrube eröffnet, dort befindet sich heute das Firmengelände. Hier wurden damals mit 30 Beschäftigten Hohlblocksteine und Fertigdecken produziert. Die erste Straße wurde erstellt. In den 60iger und 70iger Jahren wurden große Projekte durchgeführt, so die erste Fertigteilbrücke mit einer Spannweite von 24 Metern.

1974 erhielt Max Bögl den Verdienstorden aus den Händen des Bayerischen Ministerpräsidenten Alfons Goppel. 1975 starb er unerwartet, die Leitung des Unternehmens wurde von den beiden Söhnen Max und Hans Bögl übernommen. Erstmals wurde mit über 1000 Mitarbeitern ein Umsatz von 100 Millionen DM erreicht. In Nürnberg und Regensburg wurden weitere Standorte eröffnet. Mit der Hangbrücke Kinding BAB A9 München-Nürnberg wurde die längste Brücke Bayerns in Fertigbauweise erstellt.

In München wurde ein neuer Standort gegründet. 1988 erreichte Bögl mit einem Mitarbeiterstamm von 2.500 einen Umsatz von 500 Millionen DM. Die Firmengruppe erhielt als eines der ersten Bauunternehmen das Qualitätsmanagement-Zertifikat nach DIN EN ISO 9001. Im Raum Berlin wurde rund eine Million Quadratmeter Betonautobahn erstellt.

Im neuen Jahrtausend konnte Bögl viele herausragende Projekte fertig stellen: Die CargoLifter-Werfthalle, eine der größten frei gespannten Hallen der Welt nahe Berlin, der Bau der ersten kommerzielle genutzten Transrapid-Strecke der Welt in Shanghai, China, oder die ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecke Nürnberg-Ingolstadt mit dem eigens entwickelten Produkt „Feste Fahrbahn System FF Bögl“.

Immer war der Erfolg des Unternehmens durch die Persönlichkeit der Chefs geprägt, hieß es bei der Festveranstaltung in Sengenthal, daran habe sich auch in der dritten Generation mit Hans Bögl jun. nichts geändert. Erst 31 Jahre alt leitet er traditionsgemäß das Familienunternehmen als einer von insgesamt fünf Geschäftsführern und ist stolz darauf, das er auch bei 4000 Mitarbeitern noch viele persönlich kennt. Die Zukunft sieht er im Angebot von innovativen Produkten, wie die Feste Fahrbahn für Hochgeschwindigkeitszüge sowie die Entwicklung eines Niedrigenergiehauses, mit dem das Unternehmen auf den Markt kommen wird. Bewohnt wird das Prototyp Haus, um Erfahrungen zu sammeln, vom Chef selbst.

Um auf das Engagement gerade von mittelständischen Firmen hinzuweisen, die sich in besonderer Weise um die Schaffung neuer Arbeits- und Ausbildungsplätze in der Region bemühen, hat der Regionalmarketingverein gemeinsam mit RTL Franken Life TV die „Jobstarverleihung“ gestartet.

Monatlich wird ein Unternehmer ausgewählt, der sich durch sein erfolgreiches Engagement ausgezeichnet hat. Der Preis umfasst neben der attraktiven Jobstar-Trophäe kostenlose Werbeminuten bei RTL Franken Life TV und einen Artikel im deutschen Pressedienst „RegioPress“ von „Die Region Nürnberg e.V.“
22.06.05
Neumarkt: "Jobstar" für Bögl

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