Die ersten 100 Tage sind vorbei...








Fotos: Erich Zwick
NEUMARKT. Er ist zwar aus einem etwas anderen Holz als sein Vorgänger geschnitzt, doch das Zeug zum Oberbürgermeister hat er auf alle Fälle. Auf diesen einfachen Nenner lassen sich die ersten hundert Tage "Regentschaft" von Thomas Thumann als nun schon nicht mehr ganz neues Stadtoberhaupt von Neumarkt bringen.

Das Tempo, das er seit seiner sensationellen Wahl am 5. Dezember vergangenen Jahres vorlegte, ist schon rasant und die ersten greifbaren Ergebnisse kann er sich nach gut drei Monaten "Einarbeitungszeit" schon ans Panier heften.

Drei Projekte sind es, die er schon mal seinem Erfolgskonto gutschreiben darf: den Abschluß eines Vertrages mit der Gloßner-Brauerei über die Verlegung der Auslieferung vom Stadtkern ins ehemalige Tchibo-Depot, die Verhandlungen mit einem Ärztekonsortium über ein medizinisches Zentrum auf dem Grundstück des ehemaligen Aldi-Parkhauses an der Dammstraße und das energische Angehen des Problems Fachmarkt-Center am Unteren Tor. Hier hat er den Bayreuther Investor Harry Krause zum Tätigwerden "verurteilt", nämlich Vorverträge mit "Ankermietern" vorzulegen.

Mit der gleichen Energie will er das Problem Stadthalle "so oder so" entschieden wissen. Das von CSU-Stadtverbandsvorsitzenden Helmut Jawurek immer wieder beworbene "PPP-Modell" wird zeigen, ob ein Investor die Wünsche der Stadt erfüllen kann. Denn nur der spätere Hallenbetreiber könne entscheiden, unter welchen Voraussetzungen das Projekt profitabel ist. "Das kann weder der Stadtrat noch der OB abschätzen", meinte Thumann.

Mit diesen paar Highlights zeigte der "über Nacht zum Chef von 320 Mitarbeitern" avancierte Oberbürgermeister auf, welch gewaltige Aufgaben in den letzten hundert Tagen auf ihn hereingebrochen sind. Über 400 (gezählte) Termine hätte er selbst wahrgenommen und andere, nicht minder wichtige, delegiert. Dabei sei das Zusammenwirken mit den Bürgermeistern Arnold Graf und Erich Bärtl sehr harmonisch. Für die Überbringung von Geburtstagsglückwünschen seien jetzt auch alle Stadträte in die Pflicht genommen; denn mancher Jubilar fühlt sich von einem "Spezl" im Stadtrat persönlicher angesprochen als von einer Amtsperson.

Ein großes Anliegen für Thomas Thumann sind gutnachbarschaftliche Beziehungen zu den "Anrainer-Bürgermeistern". Diese hätten die vom Neumarkter Rathaus ausgehenden Signale verstanden und "Kommunikation und Kooperation auf gleicher Augenhöhe" als eine Bereicherung verstanden. Auf den gleichen Umgang haben sich übrigens Landkreis- und Rathauschef arrangiert. Aber auch im "eigenen Stall" weht nach Bekunden der Mitarbeiter ein "anderer Geruch". Sichtbares Zeichen: ein mit Absprache mit dem Personalrat eingerichteter "Kummerkasten".

Hundert erfolgreiche, mutmachende Tage sind freilich noch lange kein Grund, in Euphorie auszubrechen oder gar einen Vergleich mit dem Amtsvorgänger anzustellen, was auch Thomas Thumann vermied. Dieser lässt sich vielleicht nach einer Amtsperiode ziehen; aber eines darf man schon heute feststellen: Ein Wechsel belebt das Geschäft.
Erich Zwick
14.03.06
Neumarkt: Die ersten 100 Tage sind vorbei...
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