Personenrettung als Draufgabe

Als wenn es eine echte Ölspur wäre legten sich die Jugendlichen ins Zeug.

Bergung aus der Grube: Der "Dummy" überlebte.

Schlauchpflege in Theorie und Praxis.

Was in so einem Feuerwehrauto alles drin ist...
NEUMARKT. Die zwölf Jugendlichen Teilnehmer am "Berufsfeuerwehrtag" in Neumarkt machten ihre Sache so gut, daß die "richtigen" Feuerwehrleute gleich noch ein paar Aufgaben draufsattelten. So mußten sie eine "verletzte" Dummy-Puppe fachgerecht bergen.
Den drei Mädchen und neun Jungen im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren blieb bei ihrem 24 Stunden dauernden "Einsatz" bei der Neumarkter Feuerwehr nichts erspart - bis auf einen Ernstfall. Der Feueralarm um 3 Uhr nachts war "getürkt", wenngleich die Flammen echt waren - die Feuerwehrleute an der Kompostierungsanlage entzündet hatten (
wir berichteten am Samstag). Und auch die "vermißte Person" am Freitag war nicht in wirklicher Gefahr, bis sie von den jungen Leuten in der Nacht zum Samstag am Mariahilfberg gefunden wurde.
Nachdem die Jugendgruppenleiter beim gemeinsamen Frühstück mit den Jugendlichen feststellten, daß diese noch immer voller Tatendrang steckten und der Wissensdurst längst nicht gestillt war, wurde kurzerhand der Tagesablauf um einige Punkte abgeändert.
Gegen 9 Uhr fuhr man mit den Jugendlichen in das Parkhaus Dammstraße und danach in das BRK-Altenpflegeheim Woffenbach, wo den Nachwuchswehrleuten fachkundig erläutert wurde, wie eine Brandmeldeanlage funktioniert, wozu sie gut ist, was nach einer Alarmierung durch solche Anlagen bei der Feuerwehr passiert und daß der Mißbrauch der Druckknopfmelder keineswegs als Scherz gesehen wird.
In der Feuerwache angekommen wurden die Jugendlichen dann in drei Gruppen eingeteilt, um im Laufe der nächsten drei Stunden verschiedene praktische Übungen durchführen. Dazu gehörte zum Beispiel die Schlauchpflege, also die Wartung, Trocknung und Lagerung nach einem Brandeinsatz. Unter dem Begriff Fahrzeugkunde fiel die Übung, bei der die Jugendlichen den Inhalt eines Feuerwehrfahrzeuges genau erkundeten und zum Beispiel anhand von aufblasbaren Hebekissen die Aufgabe einzelner Gerätschaften erklärt bekamen.
Wie bekomme ich eine verletzte Person am besten und schonendsten aus einer Grube - so lautete die Aufgabe der nächsten Übung, die es mit Hilfe der neuen Drehleiter, der "Schleifkorbtrage" und "Rollgliss" zu bewältigen. Die " Person" war zwar nicht wirklich verletzt, nicht einmal lebendig, konnte aber sicher geborgen werden: Der an diesem Wochenende stark strapazierte Feuerwehr-Dummy hat die Übung heil überstanden.
Zum Mittagessen gab es einen deftigen Schaschliktopf, doch schon kurz nach der Mittagspause traf schon wieder ein "Notruf" ein: "Größere Ölspur auf dem Gelände der Kompostierungsanlage des Bauhofes Neumarkt !" Dieser Einsatz war natürlich wieder von den Gruppenleitern vorbereitet worde - statt einer Öl- gab es auch nur eine harmlose Wasser-Spur auf der Straße. Doch die Jugendlichen hängten sich mit Ölbindemittel und vollem Körpereinsatz so rein, daß der Einsatz schon um 16 Uhr beendet war.
Um 17 Uhr wurden die - nur teilweise müden - Jugendlichen mit vielen Eindrücken und Erlebnissen den warteten Eltern übergeben.
15.10.06
Neumarkt: Personenrettung als Draufgabe