Sondersitzung geplant


Die Sondersitzung im Februar könnte wieder viele Besucher ins
Rathaus locken.
NEUMARKT. Im Februar findet an einem Samstag-Vormittag eine Sondersitzung des Stadtrates zum Thema Biomasseheizkraftwerk statt.

Die Abnehmer haben bereits unterschrieben, teilte Oberbürgermeister Tomas Thumann am Freitag mit.

Geplant ist der Vormittag am 21.Februar. Die Einladung dazu werde den Stadträten gemäß der Geschäftsordnung des Stadtrates rechtzeitig zugesandt.

In den letzten Wochen habe er unzählige Gespräche geführt, um für dieses Vorhaben die Voraussetzungen zu schaffen, die für eine Realisierung notwendig sei, erklärte Tghumann am Freitag. Es seien Abstimmungen und Untersuchungen vorausgegangen, wie etwa die Aktualisierung der Wirtschaftlichkeitsberechnung. Diese sei notwendig geworden, nachdem ein Wärmeabnehmer nun doch an einer Wärmelieferung interessiert sei. Zuvor war man davon ausgegangen, dass er die gelieferte Wärme technisch nicht verwenden könnte und so als Abnehmer nicht in Frage komme. Dies habe nun wieder neue Planungen erfordert und auch alle Berechnungen seien auf den neuesten Stand zu bringen gewesen.

"Ganz besonders wichtig war es, die erforderlichen Details zusammen mit den Abnehmern zu klären und einen Vertrag zu erstellen." Thumann habe sich daher im Beisein der Verantwortlichen der Stadtwerke und der Fachleute sehr oft zu teilweise kurzfristig anberaumten und längeren Gesprächen mit den Hauptabnehmern der Wärme getroffen. Denn deren Unterschrift unter die Abnehmerverträge sei laut Oberbürgermeister ein ausschlaggebendes Kriterium dafür gewesen, damit er bei diesem Großprojekt mit einem Investitionsvolumen von immerhin rund 28 Millionen Euro dem Stadtrat ein solches Vorhaben überhaupt zur endgültigen Entscheidung vorlegen könne.

"Schließlich handelt es sich bei dem Hackschnitzelheizkraftwerk um eines der größten Bauprojekte in der Stadtgeschichte", so Oberbürgermeister Thumann zu seiner "klaren Linie", dass erst die Unterschriften da sein müssten, bevor die Stadt in den Bau investieren könne. In diesem Sinne habe er auch mit den Abnehmern der Wärme verhandelt. Jetzt haben deren Vertreter die besprochenen Details akzeptiert und die Unterschriften unter die ausgearbeiteten Abnehmerverträge gesetzt.

"Ich war schon sehr erfreut und erleichtert, als sie die Unterschriften unter die Verträge gesetzt haben. Es zeigt sich, dass man mit sachlicher Vorgehensweise und in einem offenen Dialog viele Punkte besprechen und zu einer einvernehmlichen Lösung bringen kann. Jetzt erst, mit den unterschriebenen Abnehmerverträgen und den entsprechenden aktualisierten Berechnungen wollte und konnte ich in den Stadtrat gehen", sagte Thumann.

Da dies bis zum Ablauf der Ladungsfrist für die Stadtratssitzung am 29.Januar noch nicht ersichtlich gewesen war, habe er sich zu einer Absage der Sitzung entschlossen. Aber schon da sei klar gewesen, dass die Sitzung nicht ersatzlos gestrichen werden, sondern eine Sitzung im Februar folgen sollte, sobald die Unterschriften vorhanden und die letzten Detailfragen geklärt sind. Dies sei auch von Anfang an so vorgesehen gewesen.

Die Sitzung am 29.Januar sei schließlich bereits im November vorangekündigt worden, um vor allem dieses Thema zu behandeln. Da war jedoch noch nicht absehbar, ob die erforderlichen Bedingungen auch rechtzeitig vorher erfüllt sind.

Er habe nun den Samstag als Sitzungstag für die Behandlung dieses Themas gewählt, weil es auch darum ging, einen Termin zu finden, am dem auch die externen Fachleute und Beteiligten Zeit haben. Darüber hinaus sei es diesem "wegweisenden und zukunftsorientierten Projekt" auch angemessen.

Bis zur Sitzung informiert die Stadt die Stadträte vorab auch über Einzelheiten. Bei Fraktionssitzungen und in eigens eingeladenen Treffen erläutern ihnen Stadtwerkedirektor Manfred Tylla, Fachleute und Vertreter der potenziellen Kunden die Details. Dabei haben die Stadträte die Möglichkeit, offene Fragen anzusprechen. Fragen, die nicht sofort zu klären sind, sollen dann bis zur Stadtratssitzung aufgearbeitet und beantwortet werden.

"Ich sehe unser Vorgehen bei diesem sehr komplexen und umfangreichen Projekt als das Richtige an", so Oberbürgermeister Thumann. "Schließlich mussten wir dabei sehr viele unter einen Hut bringen, ungeheuer viele Punkte abstimmen und abarbeiten, Hürden aus dem Weg räumen und manchmal auch Vorbehalte zerstreuen."

Er setze dabei auf den "sachlichen, wenn auch manchmal zeitaufwändigeren Dialog". Die bisherigen zustimmenden Signale aus dem Stadtrat hätten ihn dabei bestärkt, dieses Mammutprojekt weiter in der nun vorliegenden Form voran zu treiben. Schließlich habe der Stadtrat sowohl im Juli 2008 wie auch zuletzt im Dezember das Vorhaben befürwortet und die Verwaltung beauftragt, auf dem damals vorgestellten Weg weiter zu machen.

"Was wir hier vorhaben, ist ja nicht ein kleines Heizkraftwerk, bei dem lediglich einige Kilowatt Strom erzeugt werden. Was wir hier vorhaben, läuft ja unter dem Fachbegriff Kraft-Wärme-Kopplung. Es handelt sich dabei also um die Nutzung erneuerbarer Energien im doppelten Sinne. Wir erzeugen Strom in einer Größenordnung von 5 MW, wobei dies einer Stromabgabe von 37.000 MWh bedeutet, um uns unabhängiger von den großen Stromanbietern zu machen. Und wir speisen - anders als die nur Strom erzeugenden Kraftwerke -gleichzeitig die dabei entstehende Wärme in Höhe von 7 MW, was einer Wärmemenge von 33.000 MWh entspricht, in unser dafür zu errichtendes Fernwärmenetz ein. Diese Anlage stellt einen Meilenstein für die Neuausrichtung der Stadt Neumarkt auf dem Energiesektor dar. Und falls der Stadtrat nun grünes Licht dazu gibt, werden wir vielleicht erst in einigen Jahren richtig ermessen können, wie wertvoll dieser Schritt war."
30.01.09
Neumarkt: Sondersitzung geplant
Telefon Redaktion


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