Missbrauchsfälle angesprochen

NEUMARKT. Keinen Grund zur Resignation sieht der Bischof von Eichstätt Gregor Maria Hanke in der aktuellen Situation der Kirche.

"Natürlich bedrückt es uns, wenn wir Schuld und Versagen begegnen. Freilich tut es uns weh, wenn die Bänke hier im Dom und in den übrigen Kirchen leerer werden". Doch aus der Kraft des Auferstehungsglaubens heraus könne die Kirche die gegenwärtige Lage als Aufruf zu innerer Erneuerung begreifen, sagte Bischof Hanke beim Pontifikalgottesdienst am Ostersonntag im Eichstätter Dom.

Als Bischof habe er keine Angst um die Zukunft der Kirche, wenn der Glaube an die Auferstehung Jesu Christi unter den Christen lebendig bleibe, betonte Gregor Maria Hanke in seiner Predigt. "Zum Anfang der Kirche gehörten weniger als wir hier heute im Dom sind". Der Osterglaube der wenigen ersten Christen habe den Erdkreis verändert. Um diese Botschaft sollte es den Christen heute wieder mehr gehen. Die Kirche verstehe sich nicht wie ein Parteiapparat, nicht als Organisation, die sich wegen der Mitgliedsbeiträge die Mitglieder erhalten möchte. Die Kraft der Kirche gründe in der Kraft der Botschaft von der Auferstehung Jesu, die das Leben eines jeden Menschen lebenswert mache, "weil es Zukunft bei Gott hat".

Die seit Wochen geführte öffentliche Diskussion über Missbrauchsfälle aus dem Raum der Kirche habe so manchen Christen auf seinem Glaubensweg gelähmt, stellte Bischof Hanke fest. Manch einer sei dabei, der Kirche den Rücken zu kehren oder halte sich derzeit sehr zurück mit dem Kontakt zur Kirche. Andere wiederum würden verbittert in Richtung Presse klagen, "doch endlich mit dieser einseitigen Berichterstattung aufzuhören und nicht fortwährend die Augen vor den Bereichen der Gesellschaft zu verschließen, wo das Problem des Missbrauchs regelrecht brennt". Viele Priester, "die Tag für Tag in Treue ihre Berufung leben und sich für ihre Gemeinde einsetzen", seien verunsichert. Doch gerade in einer solchen Situation greife die Botschaft von Ostern: "Der Auferstehungsglaube hat eine Botschaft an alle Verwundeten, an alle Niedergedrückten".

Die Botschaft von Jesu Auferstehung sei kein tröstliches Märchen, kein Gutschein auf bessere Lebensbedingungen. Ostern sei die Tür zur Zukunft: "Wenn wir uns mit der Person des Auferstandenen verbinden, tut sich die Tür zum wirklichen Leben auf". Bischof Hanke bat die Gläubigen, in den Verunsicherungen der Gegenwart zu bedenken: "Der Auferstandene befreit nicht vom Kreuz, sondern gibt den Blick frei auf die verwandelnde Kraft Gottes. Das Ringen unter dem Kreuz geht für uns weiter, aber mit neuen und starken Kräften".
pde
05.04.10
Neumarkt: Missbrauchsfälle angesprochen
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