Demonstrieren Pfleiderer-Arbeiter ?


Beim Pressetermin am Dienstag: der Neumarkter "wodego"-Werksleiter Dirk Beyer, der Vorsitzende der Geschäftsführung Michael Wolff und der Leiter Frischholzeinkauf, Josef Pack (von links)

NEUMARKT. Ein städtisches Biomasseheizkraftwerk könnte Arbeitsplatze bei Pfleiderer gefährden, hieß es am Dienstag aus dem Unternehmen.

Schwere Geschütze wurden bei einem Pfleiderer-Pressegespräch aufgefahren: Es könnte sogar im Vorfeld der für Samstag geplanten Stadtrats-Sondersitzung eine Demonstration von Mitarbeitern des Spanplattenwerkes geben.

Bei Pfleiderer glaubt man, daß es in einem vernünftigen Umkreis zu wenig Holz zu einem akzeptablen Preis für ein städtisches Biomassheizkraftwerk gibt.

Bei dem Presse-Termin im Gästehaus der Pfleiderer AG informierte am Dienstag der Vorsitzende der Geschäftsführung des Business Center Westeuropa, Michael Wolff, und der Leiter Frischholzeinkauf, Josef Pack, über die aktuelle Marktsituation beim Rohstoff Holz und die zu erwartenden Entwicklungen.

Wolff hatte erst in der letzten Woche in einem Offenen Brief an Oberbürgermeister Thomas Thumann den Wirtschaftlichkeitsberechnungen für ein städtisches Biomassheizkraftwerk widersprochen (wir berichteten).

Auch am Dienstag wurde darauf hingewiesen, daß rein rechnerisch im Umkreis von 70 Kilometern um Neumarkt keine freien Mengen an NAWARO-Material (nachwachsende Rohstoffe) vorhanden seien. Versorgungsalternativen für ein Neumarkter Kraftwerk könnte dann Stamm-Holz sein, das bisher als Industrieholz für die stoffliche Verwertung ausgehalten wurde, - oder die Versorgung würde über größere Entfernungen führen, was höhere Rohstoffkosten bedeute und den Rohstoffwettbewerb mit anderen Abnehmern verstärke. Auch ein Ausweichen auf andere Holzsortimente führe zu verstärktem Wettbewerb.

In einer den Journalisten vorgeführten Präsentation hieß es sinnig: "Holz ist unendlich verfügbar – aber nur in begrenzter Menge!"

Im Einzugsbereich gäbe es etwa 69.000 Tonnen absolute Trockenmasse (Tonnen atro) - davon würden allein die bestehenden Biomassekraftwerke in Pfaffenhofen, Kösching, Sulzbach-Rosenberg und Betzenmühle (die sich zwischen 20 und 75 Prozent mit dem Neumarkter Einzugsgebiet überschneiden) etwa 66.750 Tonnen atro verbrauchen; die etwa 30 kleineren Anlagen seien hier noch gar nicht berücksichtigt.

Die Preise für Hackschnitzel seien allein in den letzten zwölf Monaten um mehr als 20 Prozent gestiegen. Über die letzten fünf Jahre hinweg hätten sich Hackschnitzel sogar um über 50 Prozent verteuert.

Schon in dem Brief an OB Thumann hatte Pfleiderer darauf hingewiesen, daß das Unternehmen gerne bereit sei, "die überschüssige Wärme unseres Kraftwerks zur Verfügung zu stellen, um große Teile Neumarkts zu heizen, anstatt den Überschuss durch den Schornstein an die Atmosphäre abzugeben". Die hierfür notwendige Investition würden einen Bruchteil dessen kosten, was die Stadt für ein neues Biomassekraftwerk auszugeben bereit ist, hieß es.

Beim Termin am Dienstag erneuerte Wolff das Pfleiderer-Angebot: Mit vergleichweise geringem Aufwand könnte die beim Pfleiderer-Kraftwerk angefallene Restwärme über ein Fernwärmenetz einen beachtlichen Teil der Stadt heizen.
13.04.10
Neumarkt: Demonstrieren Pfleiderer-Arbeiter ?
Telefon Redaktion


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