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NEUMARKT. Noch ein "Offener Brief": diesmal lädt Pfleiderer die Stadträte zu einem Informationsgespräch in das Unternehmen ein.

Nach dem gemeinsamen Brief von Stadträten der UPW, der SPD, der Grünen und der FDP-Stadträtin an Pfleiderer (wir berichteten) antwortete das Unternehmen noch am gleichen Tag.

Höflich im Ton, aber gespickt mit Spitzen gegen das Rathaus und angeblich falsche Informationen, werden die Stadträte zu einem persönlichen Gespräch eingeladen. Das Schreiben wurde unterzeichnet vom Vorsitzenden der Geschäftsführung Michael Wolf und der Geschäftsführerin Business Unit wodego, Ulrike Hilfer.

Wir veröffentlichen das Schreiben im Wortlaut:

Sehr geehrte Stadträtinnen und Stadträte,

wir beziehen uns auf Ihr Schreiben an Herrn Overdiek vom 15.04.2010, für das wir größtes Verständnis zeigen. Denn durch persönliche Gespräche mit Stadträten haben wir zwischenzeitlich selbst erfahren können, auf welcher Basis und aufgrund welcher Informationen sowie Halbwahrheiten Sie aufgefordert werden, eine Entscheidung für das Biomasseheizkraftwerk oder auch dagegen zu treffen.

Wir laden Sie daher recht herzlich zu einem persönlichen Gespräch in unser Unternehmen ein und versprechen Ihnen schon heute, Sie umfassend, offen, und mit Sachverstand hinsichtlich der Holzverfügbarkeit, der Holzpreise, der Wirtschaftlichkeit und der Fernwärmefragen zu informieren.

Unabhängig davon, möchten wir jedoch zu einigen Fragen bereits heute Stellung nehmen:

Dass unser Heizkraftwerk überschüssige Wärme für ein Fernwärmenetz zur Verfügung stellen kann, ist spätestens seit dem Genehmigungsverfahren vor über zehn Jahren vielen an dem Prozess beteiligten Personen in Neumarkt bekannt. Wir als Pfleiderer verstehen uns nicht als Betreiber eines Fernwärmenetzes sondern sehen dies als wesentliche Aufgabe der Stadtwerke im Rahmen der Daseinsvorsorge. Unser Geschäft ist die Produktion und die Vermarktung von Spanplatten.

Bereits im Mai 2009 wurden unsere technischen Daten und Wärmemengen von der Firma KEWOG, einem von der Stadt beauftragten Gutachter, abgefragt. Aus diesem Gutachten geht hervor, dass der für Neumarkt notwendige Fernwärmebedarf bereits durch unser Heizkraftwerk abgedeckt werden kann. Wir müssen und mussten davon ausgehen, dass dies in den Gremien bekannt ist.

Wir haben deshalb erstmals mit Herrn Oberbürgermeister Thumann und Herrn Tylla am 14. Dezember 2009 über die Frage einer Wärmeabgabe diskutiert und auch im Januar gegenüber den Stadtwerken unsere Bereitschaft schriftlich dokumentiert, unsere überschüssige Wärme zur Verfügung zu stellen. Am 1. März fand diesbezüglich ein Expertengespräch statt, in der die Investitionssumme von zwei Mio. Euro erarbeitet wurde. Wir begrüßen deshalb ausdrücklich das jetzt von den Stadtwerken vorhandene Interesse an der Nutzung unserer Abwärme.

Als das größte Holzspanplattenwerk Deutschlands haben wir in der Tat einen großen Bedarf an Holz. Unser Produktionsmaterial kaufen wir überwiegend im Radius von 50 - 100 km um Neumarkt herum ein. Nur in Ausnahmefällen, wenn die Holzversorgung knapp ist, wie z. B. im zurückliegenden Winter, kaufen wir unser Holz von weiter her ein. Dabei greifen wir zurück auf eine Holzzufuhr aus Frankreich oder auch, wie genannt, Kanada. Dies dokumentiert aus unserer Sicht eindrucksvoll umso mehr, dass es bereits heute in der Region mit der Holzversorgung äußerst knapp geworden ist, was wir in verschiedentlichen Stellungnahmen immer wieder der Stadt gegenüber geäußert haben.

Das neue BmHKW soll nicht nur mit NAWARO-Holz befeuert werden, sondern auch mit großen Mengen an Industrieholz, und für die jetzt bekannte Brikett-/Pellet-Herstellung würde zusätzlich Holz von den Sortimenten benötigt, das wir für unsere Spanplattenproduktion verwenden.

Darüber hinaus haben wir Anfang dieser Woche, das Gutachten und die Wirtschaftlichkeitsberechnung erhalten, in dem auf den Seiten 11ff ausdrücklich sogar damit spekuliert wird, dass die deutsche Spanplattenindustrie künftig weniger produziert oder teilweise verschwindet und freies Holz dann zur Befeuerung zur Verfügung steht.

Noch besser kann man die Gefährdung unserer Arbeitsplätze nicht zum Ausdruck bringen. Und Sie werden verstehen, dass wir uns mit aller Macht gegen diese Gedanken und die damit verfolgte Strategien zur Wehr setzen.

Wir freuen uns auf das persönliche Gespräch mit Ihnen und verbleiben

mit freundlichen Grüßen
16.04.10
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