Ruhige Knallerei

NEUMARKT. Trotz Böller und Raketen: der Landkreis Neumarkt erlebte einen recht ruhigen Jahreswechsel, bestätigten Polizei und Feuerwehr.

Beim Rückblick des Regensburger Polizeipräsidiums für den ganzen Oberpfälzer Raum wurde am Sonntag der Raum Neumarkt nicht einmal erwähnt.

Bei der Neumarkter Polizei wurde die Nacht des Jahreswechsels von einem schweren Unfall bei Mühlhausen überschattet, wo ein stark betrunkener junger Autofahrer gegen einen Betonboller und einen Baum krachte und der 17jährige Beifahrer schwer verletzt wurde (wir berichteten).

Und natürlich wurden schon in der Silversternacht die ersten Briefkästen gemeldet, die mit Neujahrskrachern in die Luftg gesprengt wurden. In Neumarkt waren es vorerst zwei, in Freystadt einer, hieß es von der Polizei - doch man sei sicher, daß da in den nächsten Tagen noch mehr Fälle entdeckt werden.

Der Alkohol ließ im Raum Neumarkt auch hier und da die Fäuste fliegn. Der Polizei wurden mehrere Fälle von Körperverletzungen gemeldet, doch da in den meisten Fällen alle Beteiligten deutlich unter Alkjholeinfluß standen, werden die genauen hintergründe wohl ers tin den nächsten Tagen geklärt, hieß es.

Auch die Wehrmänner im Landkreis hatten eine vergleichweise ruhige Nacht zum Jahreswechsel: lediglich die Berchinger Feuerwehr mußte zu einem Einsatz ausrücken - der war allerdings in Beilngries und damit nicht mehr im Landkreis. Außerdem war die Feuerwehr bei dem erwähnten Unfall in Mühlhausen eingesetzt.

Auch bei der Parsberger Polizei waren die ganze Nacht über lediglich zwei Einsätze zu bewältigen. Einmal war es gegen 1.00 Uhr in Hörmannsdorf zu einem verbalen Streit gekommen, der aber vor Eintreffen der Polizei durch das "Entfernen eines Beteiligten" bereits beendet war, und zum anderen musste die Streifenbesatzung gegen 1.50 Uhr in Seubersdorf zur Unterstützung der Sanitäter des BRK einen Mann beruhigen, der wegen eines epileptischen Anfalls ins Krankenhaus gebracht werden sollte und sich wegen zu hohem Alkoholgenusses kurzzeitig dagegen wehrte.

In Lupburg wurde am Neujahrsmorgen gegen 7 Uhr von einem bisher unbekannten Mann die Scheibe einer Haustüre in der Weißgerberstraße eingeschlagen. Einen Grund für das Betreten des umzäunten Anwesens gab es nicht. Der Täter wurde beim Verlassen des Grundstücks beobachtet und wird so beschrieben: An der Haustüre entstand ein Sachschaden von 100 Euro. Due Parsberger Polizei bittet um Hiweise unter Telefon 09492/94110.

Die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberpfalz sprach von "mehreren tausend Menschen", die in der gesamten Oberpfalz "friedlich den Jahreswechsel feierten". Dennoch hatte die Polizei zahlreiche Einsätze zu bewältigen. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden drei Personen durch Böller verletzt.

In der Zeit von 22.30 bis 7 Uhr gingen in der Einsatzzentrale etwa 300 Notrufe ein. Daraus resultierten etwa 130 Einsätze, in denen sich die Beamten mit den Folgen der Silvesterfeierlichkeiten auseinanderzusetzen hatten. Es handelte sich vornehmlich um Körperverletzungsdelikte, Streitereien und randalierende Personen sowie Sachbeschädigungen und Ruhestörungen. Aber auch um verletzte oder hilflosen Personen mussten sich die Beamten kümmern. Der Großteil der Einsätze erfolgte nach Mitternacht und in den frühen Morgenstunden.

Regensburg

Im Stadtgebiet Regensburg feierten um Mitternacht etwa 3000 Personen auf den Straßen im Altstadtbereich. Den Schwerpunkt bildeten hier die Thundorfer- und Keplerstraße. Von der Nibelungenbrücke aus beobachteten etwa 400 Menschen das Feuerwerk. An der Eisernen Brücke fanden sich etwa 700 Personen ein. Hier wurde der Fahrverkehr um 23.50 Uhr eingestellt. Nach Reinigung der Fahrbahn wurde die Sperre um 1.15 Uhr wieder aufgehoben.

Zwei Personen wurden durch herumfliegende Gegenstände leicht am Kopf verletzt. Ein stark alkoholisierter 16jähriger Jugendlicher wurde noch vor Mitternacht in Gewahrsam genommen und seinen Eltern übergeben. Eine Anzeige wegen Beleidigung gegen Polizeibeamte wurde aufgenommen. Im Rahmen der Sachbearbeitung wurden bei dem jungen Mann geringe Mengen Betäubungsmittel aufgefunden.

Außerdem wurde eine Anzeige nach dem Sprenggstoffgesetz bearbeitet. Zwei Beamte der Bereitschaftspolizei wurden verletzt, als an einer Absperrung vor ihnen ein sogenannter "Tschechenböller" gezündet wurde. Die Beamten begaben sich nach Einsatzende in ärztliche Behandlung.

Im weiteren Verlauf der Nacht wurden bei Schlägereien sechs Personen so schwer verletzt, dass sie zur Behandlung in Krankenhäuser eingeliefert werden mussten.

Zehn Personen waren wegen Alkoholisierung hilflos und in bisher vier Fällen wurden beschädigte Postkästen oder Mülleimer gemeldet.

Cham

gegen 01.00 Uhr zündete ein Unbekannter in der Bahnhofstraße in Roßbach bisher unbekannte Sprengmittel in einer Telefonzelle, die dadurch komplett zerstört wurde. Die Trümmer verteilten sich hier in einem Umkreis von zehn Metern. Nach Angaben von Zeugen soll die Druckwelle noch in 50 Meter Entfernung zu spüren gewesen sein. Der Sachschaden beträgt rund 10.000 Euro. In diesem Fall übernehmen Experten des Landeskriminalamtes die Ermittlungen (Bericht hier) .

Amberg

Hier verliefen die Feierlichkeiten im Großen und Ganzen friedlich. Dennoch gab es einige Körperverletzungsdelikte, bei denen eine Person wegen der erlittenen Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert worden ist.

Zwei Personen waren wegen Alkoholisierung hilflos. Bis jetzt wurde ein beschädigter Postkasten gemeldet.

Schwandorf

Die Stadt Schwandorf hatte zu einer Silvesterfeier auf dem Marktplatz eingeladen, die etwa 500 Personen besuchten. Neben einer Sachbeschädigung, bei der ein Unbekannter mit einer Sektflasche eine Fensterscheibe eingeschlagen hatte, wurde noch eine Körperverletzung registriert. Einer "amtsbekannten Person", gegen die schon im Vorfeld ein "Hausverbot" ausgesprochen worden war, wurde ein Platzverweis erteilt.

Ansonsten verlief die Veranstaltung, die gegen 2 Uhr beendet war, störungsfrei.

Weiden

Auch hier kam es zu etwa einem Dutzend Schlägereien, bei der eine Person zur ärztlichen Behandlung in eine Krankenhaus eingeliefert werden musste.

Zwei Personen waren wegen Alkoholisierung hilflos und mussten ärztlich versorgt werden. Zudem geriet ein Mülleimer in Brand.

Die Polizei Eschenbach hatte zwei Veranstaltungen zu betreuen: Im Stadtgebiet Grafenwöhr wurde vonder Stadt im Bereich Schulstraße/Kolpingstraße und Stadthalle eine Veranstaltung abgehalten. Hier fanden sich bis zu 800 Personen ein. Zu Zwischenfällen kam es nicht.

Eine zweite Veranstaltung fand am Karlsplatz in Eschenbach statt. Hier feierten rund 250 Personen den Jahreswechsel. Dabei warf gegen 0.30 Uhr ein bislang unbekannter Täter aus einer Menschenmenge heraus einen Silvesterkracher, der unmittelbar vor dem Kopf eines 17jährigen Veranstaltungsbesucher detonierte. Dabei zog sich der Jugendliche schwere Augenverletzungen zu und wurde vom Rettungsdienst zu einem Augenarzt gebracht.
01.01.12
Neumarkt: Ruhige Knallerei

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