Bürgermeisterin verläßt CSU


Damals freute man sich noch parteiübergeifend. Neumarkts
Stadtspitze beim gewonnenen Ratsbegehren: Bürgermeisterin
Ruth Dorner (jetzt parteifrei), 2. Bürgermeister Franz Dürung
(UPW) und Oberbürgermeister Thomas Thumann (UPW)
NEUMARKT. Die Neumarkter Stadt-Spitze ist seit Sonntag CSU-frei. Bürgermeisterin Ruth Dorner gab am Morgen überraschend den Austritt aus der Partei bekannt (wir berichteten in einer Eilmeldung).

Ihre Bemühungen, mit anderen Parteien zusammenzuarbeiten, seien von eigenen Parteifreunden massiv gestört worden.

Politische Beobachter in Neumarkt wußten seit längerer Zeit von den Spannungen zwischen der Neumarkter CSU und ihrer letzten verbliebenen Vertreterin an der Stadt-Spitze. Daß es nun tatsächlich zum Parteiaustritt kommt, war am Sonntag dann doch überraschend. Weitere Nachfragen wollte Dorner nicht beantworten.

Es sei ihre Pflicht, "zum Wohle der Stadt Neumarkt" auch "mit anderen Parteien und selbstverständlich mit dem amtierenden Oberbürgermeister zusammenzuarbeiten", erklärte sie am Sonntag-Morgen in einer schriftlichen Stellungnahme. Hier hätten ihre eigenen Parteifreunde "massiv" entgegengearbeitet und wären dabei auch vor "persönlichen Diffamierungen" nicht zurückgeschreckt.

Sie wolle nun als "Parteifreie" weiterhin für die Stadt arbeiten, hieß es.

neumarktonline veröffentlicht Dorners Erklärung im Wortlaut:

Das Ziel meines politischen Engagements war immer, die Stadt Neumarkt mitzugestalten und voranzubringen auch über die parteipolitischen Grenzen hinweg, aber immer das Wohl der CSU im Blick.

Schwerpunkte meiner Arbeit waren dabei das Bürgerhaus, das mit Unterstützung vom damaligen Oberbürgermeister Alois Karl begonnen wurde. Zusammen mit anderen steckte ich viel Zeit und Energie in dieses Projekt, das bundesweit höchstes Ansehen genießt.
Ebenso setzte ich beim Thema Klimaschutz meinen Schwerpunkt. Ich bin davon überzeugt, dass dies ein Zukunftsthema schlechthin sein wird, wofür die Bayerische CSU Weichen stellt und das Thema ganz oben auf ihre Agenda setzt..

Als Bürgermeisterin ist es meine Pflicht, auch mit anderen Parteien und selbstverständlich mit dem amtierenden Oberbürgermeister zusammenzuarbeiten zum Wohle der Stadt Neumarkt.

Da aber einige in der Neumarker CSU dieser politischen Notwendigkeit massiv entgegen arbeiten und dabei auch vor persönlichen Diffamierungen nicht zurückschrecken, kam es in der letzten Zeit zu lang anhaltenden und unüberbrückbaren Spannungen. Meine vielfachen Versuche, diese Spannungen parteiintern positiv zu lösen, wurden nicht ernst genommen. Da es hier um grundsätzliche Vorstellungen von politischer Arbeit geht, ist es nur logisch und konsequent, wenn ich dieses belastende Spannungsverhältnis nun löse und die Neumarkter CSU verlasse.

Mein Engagement werde ich weiterhin als Parteilose bis zum Ende meiner Wahlperiode zum Wohle der Stadt und der Neumarkter Bürgerinnen und Bürger einsetzen und mit allen Parteien konstruktiv zusammenarbeiten.

Gegenseitige Achtung und freundschaftlicher Umgangsstil sind für mich Voraussetzung für ein ehrenamtliches Engagement, unabhängig von unterschiedlichen Meinungen. Deshalb war diese Entscheidung eine sehr schwere, da ich auch viele freundschaftliche Beziehungen in der CSU habe.

Zu diesem Austritt werde ich mich nicht weiter äußern. Ich bitte meine Entscheidung zu respektieren. Was zu sagen ist, habe ich gesagt und alles andere gehört nicht in die Öffentlichkeit.



Aktualisierung: Inzwischen liegt auch Erklärung der Neumarkter CSU vor
28.10.12
Neumarkt: Bürgermeisterin verläßt CSU
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