Ministerpräsident gratulierte


Ministerpräsidenten Horst Seehofer gratulierte dem Neumarkter Klinikm zum Jubiläum


Klinikvorstand Weymayr und Landrat Löhner begrüßten den
Ehrengast
NEUMARKT. Der Bayerische Ministerpräsidenten Horst Seehofer war am Freitagabend Ehrengast beim Festakt zum 175jähriges Jubiläum des Klinikums.


Für die breite Öffentlichkeit soll ab Montag eine historische Ausstellung im denkmalgeschützten Altbau des Krankenhauses Gelegenheit bieten, auf die vergangenen Jahre zurückzublicken.

Der feierliche Festakt fand allerdings mit 200 geladenen Gästen im Landratsamt statt. Landrat Albert Löhner und Vorstand Peter Weymayr konnten dazu auch den Bayerische Ministerpräsidentenbegrüßen.

In seiner Begrüßung hob Löhner drei wesentliche Weichenstellungen hervor, die zu der Entwicklung dieses Gesundheitsdienstleistungszentrum geführt haben. Die Entscheidung im damaligen Zweckverband 1967 für die sogenante große Lösung des 70er Baus war der Grundstein für ein 500-Betten-Haus. Die zweite große Weichenstellung gelang mit der sogenannten Bereinigung der Krankenhauslandschaft in den Jahren 1990 bis 1992.

Es wird wohl kaum einen weiteren Landkreis in Bayern geben, in dem die Krankenhauslandschaft vor Ort in so guter Kooperation der Gemeinden, des Landkreises und der Krankenkassen einvernehmlich neu geordnet wurde wie im Landkreis Neumarkt, hieß es. Das ermöglichte die Höherstufung des bisherigen Krankenhauses Neumarkt zum Krankenhaus der Schwerpunktversorgung und zum Klinikum. Nun konnte das Klinikum von 1995 bis 2010 in fünf Bauabschnitten für nahezu 90 Millionen Euro umfassend modernisiert und auch das medizinische Angebot ständig erweitert werden.

Die dritte Weichenstellung erfolgte 2005 mit der Entscheidung für ein selbständiges Kommunalunternehmen. Der Landkreis dokumentierte damit, dass eine öffentlich-rechtlich getragene Gesundheitsversorgung trotz aller Schwierigkeiten des Gesundheitswesens für unsere Bevölkerung auch in Zukunft gewährleisten werden wird.

Klinikvorstand Weymayr ging auf die Historie des Neumarkter Klinikums ein, die vor allem in den vergangenen beiden Jahrzehnten baulich, personell und organisatorisch enorme Änderungen erfahren hat. Er blickte aber auch in die Zukunft. Wegen der demografischen Entwicklung und des ausgezeichneten Rufes erwartet er eine weitere Steigerung der Fallzahlen. Dafür sind weitere Medizinische Erweiterungen wie eine Kindereinheit zusammen mit dem Klinikum Nürnberg, eine Intermediate Care-Einheit, die Erneuerung und Erweiterung der Intensivstation sowie bauliche Maßnahmen – Stiftungsgebäude II und der bewilligte sechste Bauabschnitt - notwendig. Zudem werde ein Wettkampf um die immer weniger werdenden Fachkräfte entstehen.

Schließlich lud er die Bevölkerung zu der historischen Ausstellung im Denkmal von 1926 direkt neben der St.Anna Kirche ein. Es wird Interessantes aus der Geschichte des Krankenhauses im passenden Ambiente eines alten OP-Saales präsentiert. Ab Montag ist sie zwei Wochen lang jeweils nachmittags geöffnet.

Musikalisch umrahmt wurde der Festakt durch 150 junge Musiker des Ostendorfer-Gymnasiums Neumarkt unter der Leitung von Franz Rauch, Armin Schidlo und Klaus Rauchensteiner.

Die Geschichte des Krankenhauses reicht bis weit in das Mittelalter zurück. 1381 wurde in den Geschichtsbüchern Neumarkts erstmals ein Siechenhaus weit vor den Toren der Stadt erwähnt. Ein Siechenhaus war ein spezielles Haus, in dem man die "dahinsiechenden" kranken Menschen zur Isolierung verwahrte, um eine Ansteckung der Bevölkerung zu verhindern. Der Standort dieses Siechenhauses war 700 Meter außerhalb der Stadtmauern an der Straße nach Nürnberg, nur wenige Meter von der St.-Anna-Kirche entfernt. Das Siechenhaus war später auch der Grund für den Bau dieser in Neumarkt sehr populären Kirche.

Am 4.März 1831 beschloss der Magistrat der Stadt Neumarkt den Bau eines neuen Krankenhauses. Hintergrund war unter anderem auch der Bau des Ludwig-Donau-Main-Kanals. Schwere Arbeitsunfälle waren bei dieser gefährlichen Baustelle an der Tagesordnung. Um für die Arbeiter eine adäquate Versorgung sicherzustellen, wurde unter anderem auch das Krankenhaus Neumarkt gebaut.

Am 15.Oktober 1837 wurde das zweigeschossige Gebäude entlang der Nürnberger Straße feierlich eingeweiht, heute beheimatet es unter anderem die EDV-Abteilung des Hauses. Zwölf Krankenzimmer, zwei Küchen, ein Bad und einen Operationsraum umfasste das Haus, das bis zu 30 Patienten aufnehmen konnte. Die ärztliche Versorgung übernahmen Ärzte aus dem Stadtgebiet. Bis ins 20. Jahrhundert hinein war die Belegung mehr oder weniger großen Schwankungen überlassen. Starke Belegungen gab es während des Baus der Eisenbahnlinie Neumarkt – Regensburg und natürlich während der Kriege.

Im Jahr des 175jährigen Jubiläums blickt das Klinikum Neumarkt auf eine Erfolgsgeschichte zurück, hieß es am Freitagabend. Aus den Anfängen mit zwei Schwestern und 30 Betten wurde der größte Arbeitgeber im Stadtgebiet mit über 1400 Angestellten. In 13 Hauptabteilungen, vier Organzentren, einer regionalen Stroke Unit, einem regionalen Traumazentrum, dem Muskuloskelettalen Zentrum, einer Belegabteilung, einer Tagesklinik für Schmerztherapie und zusammen mit mehreren Kooperationspartnern werden über 60.000 stationäre und ambulante Patienten jedes Jahr behandelt.


Das Klinikum feierte Jubiläum
02.11.12
Neumarkt: Ministerpräsident gratulierte
Telefon Redaktion


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