Thema "Organspende"

NEUMARKT. Am Dienstag befasst sich das Gesundheitsforum am Neumarkter Klinikum mit dem Thema "Organspende in der Diskussion".

Die moderne Medizin hat in den letzten Jahrzehnten für viele Krankheiten erfolgreiche Behandlungsmethoden entwickelt. Medizinische Meilensteine sind sicherlich die Erfindung der Narkose, Entdeckung der Krankheitserreger, des Penicillin, der Hygiene und auch die Transplantationsmedizin. Glücklicherweise sind die meisten Erkrankungen nur mit einer vorübergehenden Beeinträchtigung des Patienten und seiner Organe verbunden.

In der Intensivmedizin können viele Organe mit Hilfe von technischen Verfahren unterstützt oder akut ersetzt werden. Dialyseverfahren zur Nierenersatztherapie sind seit langer Zeit etabliert und sichern das Leben der Patienten im Nierenversagen. Weder für Herz, noch für Lunge und Leber sind lebenslange Ersatzsysteme vorhanden, die ein krankenhausfreies Leben ermöglichen. Meist sterben die Patienten an ihrem Organversagen.

Die Problematik, dass der Bedarf an gespendeten Organen viel höher liegt als die Anzahl der Spender, ist lange bekannt. In Deutschland fehlen besonders viele Organspender. Aus diesem Grund wurde im Jahr 2012 das Transplantationsgesetz novelliert. Über die Krankenkassen wird nun jeder Versicherte in regelmäßigen Abständen direkt informiert, um möglichst viele Menschen zu einer klaren Position für oder gegen die Organspende zu bewegen.

Parallel zu dem Gesetzgebungsprozess sind seit vergangenem Jahr Vergehen an mehreren Kliniken aufgedeckt worden, deren Ziel die Einflussnahme auf die Organvergabe bei Lebertransplantationen war. Im Wesentlichen wurden Laborwerte gefälscht, um schneller an Spenderlebern zu kommen und mehr Fälle behandelt zu haben. In der Folge dieser Vergehen hat sich die Anzahl an Organentnahmen und Transplantationen negativ entwickelt.

Im Rahmen des Gesundheitsforums wollen der transplantationsbeauftragte Arzt des Klinikums Neumarkt, Dr. Götz Gerresheim, und der Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Priv. Doz. Dr. Ulrich Schwemmer, die gesamte Spannbreite der Thematik aufbereiten.

Schwerpunkte werden neben der Spenderidentifikation und der Gesetzesnovelle auch die aktuellen Daten und Medienberichte zur Organspende sein. Ziel der beiden Referenten ist es, Transparenz zu geben und mit der Darstellung der eigenen Handlungsweise am Klinikum eine Basis dafür zu schaffen, dass jeder Bürger sein Vertrauen in die Transplantationsmedizin zurückgewinnen kann.

Beginn der Veranstaltung ist um 18.30 Uhr im Schul- und Studienzentrum am Klinikum Neumarkt, Klägerweg 1. Der Besuch des Gesundheitsforums ist kostenlos.
08.04.13
Neumarkt: Thema "Organspende"
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