Qualifizierung direkt vor Ort


Der berufsbegleitende Pflegestudiengang begann am Freitag am Klinikum Neumarkt

NEUMARKT. Das Klinikum Neumarkt bietet in Kooperation mit der Steinbeis Hochschule Berlin einen sechssemestrigen berufsbegleitenden Bachelor-Studiengang für examinierte Pflegekräfte an.

Es ist damit das erste Krankenhaus in Bayern, das eine derartige Qualifizierung direkt vor Ort ermöglicht.

Der Strukturwandel im Gesundheitswesen und die demographische Entwicklung erfordern es zukünftig, den spezifischen Bedürfnissen von Menschen mit hohem Lebensalter, mit chronischen und Mehrfacherkrankungen sowie Pflegebedürftigkeit Rechnung zu tragen, hieß es am Freitag bei der Vorstellung des Pflegestudienganges.

Der professionellen Pflege mit dem Ziel der Wiederherstellung, Erhaltung und Förderung von Selbstständigkeit kommt dabei in der Lebensführung eine wichtige Rolle zu. Ergänzend zur medizinischen Versorgung müssen Patienten bei der Bewältigung der individuellen Folgen von Krankheit, Behinderung und Pflegebedürftigkeit unterstützt werden. Dabei müssen sich pflegerische Maßnahmen auf gesichertes Wissen stützen, um dem Patienten eine wirksame Pflege anbieten zu können (Evidence Based Nursing).

In diesem Zusammenhang weist der deutsche Wissenschaftsrat in seinen Empfehlungen zu hochschulischen Qualifikationen für das Gesundheitswesen auf die Notwendigkeit einer angepassten Qualifikation der Angehörigen der Gesundheitsversorgungsberufe sowie eine insgesamt stärker kooperativ organisierte Gesundheitsversorgung hin. Ziel in Deutschland ist es, eine Akademisierungsquote zwischen 10 und 20 Prozent zu erreichen.

Das Klinikum Neumarkt stellt sich dieser Aufgabe und bietet angestellten – aber auch externen – Pflegekräften einen berufsbegleitenden Studiengang an. Dieser Studiengang mit dem Abschluss "Bachelor of Arts" im Bereich "Social-, Healthcare- and Education-Management (Vertiefungsrichtung Nursing)" befähigt Pflegende mit Berufsabschluss zu wissenschaftlich basiertem, methodischem Handeln in der direkten Patientenversorgung.

Im Rahmen des Studiums erwerben die Studierenden wissenschaftliche Grundlagen der Pflege sowie ein kritisches Verständnis von Pflegetheorien, -prinzipien und -methoden, das sie zur Reflexion der Praxis und Erarbeitung von Lösungsansätzen in ihrem Fachgebiet befähigt. Sie lernen, sich aktuelles Fachwissen eigenständig zu erschließen und auf konkrete Pflegesituationen anzuwenden, hieß es.

Das Aufgabenprofil der zukünftigen Bachelor-Absolventen ist vielfältig: Durch das Vorortangebot an einer Klinik ist dieser Studiengang bayernweit bislang einzigartig. Die Anbindung des Studiengangs direkt an das Klinikum Neumarkt ermögliche eine enge Verzahnung von Studieninhalten mit der Arbeitsrealität der Studierenden, hieß es am Freitag. Deren Kompetenz-Entwicklung orientiere sich somit stark an Erfordernissen der klinischen Praxis.

Durch Projekte und Transferaufgaben, die in den eigenen Abteilungen durchgeführt und von hauptamtlichen Dozenten oder Mitarbeitern des Klinikums begleitet werden, könne die Anwendung von Wissen erprobt und zeitnah reflektiert werden. Durch die Kooperation und Vernetzung mit nationalen und internationalen Partnern würden die Studenten andere Gesundheits- und Pflegesysteme kennenlernen und wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der eigenen Pflegepraxis erhalten. Kooperationspartner sind die private Steinbeis Hochschule Berlin und die beiden niederländischen Hochschulen Groningen und Utrecht.

Insgesamt neun Pflegekräfte haben sich zu ihrem ersten Vorlesungstag im Schul- und Studienzentrum eingefunden und wurden dabei von Brigitte Gaida, Direktorin der Steinbeis Business Academy, Landrat Albert Löhner, Vorstand Peter Weymayr, Bernhard Krautz, dem Leiter des Pflegedienstes, Projektsteuerer Dr. Franz Sedlak, Schul- und Studiengangsleiter Peter Bernsdorf und Doris Eberhardt, Gesundheits- und Pflegewissenschaftlerin am Schul- und Studienzentrum, begrüßt. Für sie begann der erste Tag im ersten von sechs Semestern in Neumarkt.

Die Kosten werden zu einem Großteil vom Klinikum übernommen, so dass der Studierende nur etwa ein Drittel der anfallenden Gebühren beisteuern muss. Vorlesungen finden kompakt einmal monatlich an zwei bis drei Tagen am Wochenende statt. Damit sei gewährleistet, dass die Studierenden weiterhin ihrer regulären Tätigkeit nachgehen können. Außerdem absolvieren sie ein vierwöchiges Praktikum bei einem der beiden niederländischen Kooperationspartner in Groningen oder Utrecht. Geplant ist, von nun an einmal jährlich im April einen neuen Studiengang, der auch externen Pflegekräften offen steht, zu starten.
12.04.13
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