Denkmal für Partner


Neumarkt ist die wohl die einzige deutsche Stadt mit einem Denkmal für ihre französische Partnerstadt
Fotos: Stadt Neumarkt

Vor 30 Jahren wurde das Denkmal eingeweiht: rechts OB Kurt
Romstöck
NEUMARKT. Die Stadt Neumarkt ist die wohl einzige Stadt Deutschlands, die ihrer französischen Partnerstadt ein Denkmal errichtet hat.

Zu diesem Ergebnis kommt Alt-Oberbürgermeister Kurt Romstöck. Er hat in einer kleinen Schrift die Geschichte des deutsch-französischen Freundschaftsvertrags von 1963 und die Errichtung des Denkmals im Parc d'Issoire in Neumarkt 20 Jahre später nachgezeichnet.

Bei dem Denkmal handelt es sich um Skulpturen des französischen Bildhauers Jean Paul Lesbre, die am 13. August 1983 im Parc d'Issoire eingeweiht worden sind. Im Hinblick auf dieses Denkmal im Parc d’Issoire hat Oberbürgermeister a. D. Romstöck auch Recherchen unternommen und so zum Beispiel den französischen Konsul in Deutschland angeschrieben, ob es andere Städte in Deutschland gibt, die ein Denkmal für ihre Partnerstadt errichtet haben.

Derzeit finden in der St.-Florian-Straße Tiefbauarbeiten statt, nach deren Abschluss auch der Parc d’Issoire neu gestaltet und das Denkmal dort wieder entsprechend aufgestellt werden soll.

Der Künstler Jean Paul Lesbre hat für die Skulpturen Basaltgestein verwendet, der vorwiegend im Departement Puy-de-Dôme vorkommt. Das Gestein stammt von dem einzigen dort abbaubaren Vulkan, dessen erkalteter Lavastrom sich bis Volvic-Riom erstreckt und daher auch den Namen "Stein von Volvic" trägt. Schon vor 900 Jahren war bereits die Kathedrale von Clermont-Ferrand aus diesem Stein gebaut worden. Seine besonderen Eigenschaften – er soll gegen die Abgase wesentlich widerstandsfähiger sein – machen ihn anderen Gesteinsarten überlegen.

Als Symbolgestalt hat der Künstler Lesbre für das Denkmal den Schafhirten gewählt, wobei sich in der enthaltenen Symbolik einiges vereinigt. Zum einen kommen mit der Hirtenfigur die charakteristischen Merkmale der Auvergne zum Vorschein, der gewählte Vulkanstein drückt die karge Vulkanlandschaft aus und ist härter wie Granit. Darüber hinaus soll der Hirte auch Ausgeglichenheit und Friedfertigkeit zum Ausdruck bringen und so die Partnerschaft zwischen Issoire und Neumarkt charakterisieren.

Dies bezieht auch den historischen Hintergrund mit ein, dass Frankreich und Deutschland mehrmals Kriege gegeneinander geführt haben und nunmehr einen anderen Weg gewählt haben. Dies kommt auch mit dem Elysée-Vertrag von 1963 zum Ausdruck kommt, dass sich beide Länder annähern und aussöhnen, ja sogar zu einer neuen Freundschaft gelangen wollen. Dazu sollten auch Städtepartnerschaften beitragen. Der für die Skulptur gewählte Name "L'emile" bezeichnet in den Bergdörfern der Auvergne einen Menschen, der in die Geheimnisse des Lebens und der Natur eingeweiht ist", so Oberbürgermeister a. D. Romstöck in seiner Schrift.

Dort schreibt er weiter: "Der Schafhirte im Neumarkter Park ist dargestellt, als befände er sich in einer nachempfundenen Kraterlandschaft um Issoire." Der zum "Hirtendenkmal" gehörige Stein soll mit den darauf dargestellten sich reichenden Händen die Verbundenheit der beiden Städte Issoire und Neumarkt ausdrücken.
24.05.13
Neumarkt: Denkmal für Partner
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