"Freystädter Bockel" kehrt zurück


Das Archiv-Foto aus dem Jahr 1959 zeigt den "Freystädter Bockel" im Bahnhof Freystadt

NEUMARKT. Highlight für Dampflok-Fans: Der legendäre "Freystädter Bockel" kehrt in der Nacht zum Mittwoch zurück an seine Wirkungsstätte.

Er wird per Autokran und Lastwagen aus Ingolstadt abgeholt, um pünktlich zum Jubiläum am Bahnhof Greißelbach zu stehen, teilte am Dienstag die Firmengruppe Max Bögl mit.

Die Dampflokomotive "98 507", Baujahr 1903, ist die letzte ihrer ehemals etwa 140 Exemplare umfassenden Baureihe. Bis zur Einstellung des Personenzugverkehrs auf der Bahnlinie Greißelbach – Freystadt im Juli 1960 war sie dort unermüdlich im Einsatz. Im Volksmund wurden die nach Freystadt verkehrenden Loks "Freystädter Bockel" genannt. Als schließlich Omnibusse den Personentransport nach Freystadt übernahmen, wurde die kleine "98 507" ausgemustert.

Weitsichtige Eisenbahner erkannten rechtzeitig den Wert der einzig verbliebenen Dampflok dieser Baureihe (ehemalige bayerischen Gattung D XI) und veranlassten zunächst, dass die Lokomotive nicht verschrottet, sondern im Ausbesserungswerk Weiden bis auf weiteres konserviert wurde.

Im Frühjahr 1968 wurde "98 507" dann vor dem Empfangsgebäude am Ingolstädter Hauptbahnhof aufgestellt, nachdem sich der Ingolstädter Stadtrat um ein Denkmal bemüht hatte, zum Gedenken an das langjährige Bestehen des ehemaligen Ausbesserungswerks Ingolstadt.

Die "98er" steht nun schon seit 45 Jahren auf dem Denkmalsockel in Ingolstadt und befindet sich mittlerweile im Eigentum der Stadt Ingolstadt. Sie wird schon seit vielen Jahren vom Wahlkurs "Apian-Eisenbahn-Kabinett" des dortigen Apian-Gymnasiums gepflegt.

Im Rahmen der Feierlichkeiten zum Jubiläum "125 Jahre Sulztalbahn" kehrt nun diese Dampflok wieder an ihre letzte Wirkungsstätte zurück. Die Firmengruppe Max Bögl wird die Lok in Kooperation mit der Firma Schmidtbauer in der Nacht auf Mittwoch mit einem Autokran auf einen Tieflader setzen und sie zum ehemaligen Bahnhof Greißelbach transportieren.

Im Laufe des Mittwochs wird die "98 507" dann per Autokran auf das Gleis am Bahnhof Greißelbach gesetzt, wo sie als Attraktion bei einem Bahnhofsfest am 2.Juni der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

Der Bahnhof Greißelbach wurde am 1.06.1888 an der 27 Kilometer langen Nebenbahn Neumarkt – Beilngries (Sulztalbahn) offiziell in Betrieb genommen und diente als Abzweigbahnhof für die zehn Kilometer lange Strecke nach Freystadt (Lerzerbahn).

Diese Nebenbahnen sind allerdings längst Geschichte, aber das etwa 5,5 Kilometer lange Reststück der Sulztalbahn dient heute der Firmengruppe Max Bögl als Anschlussgleis und wird wegen der vielen Betonfertigteil-Transporte von Eisenbahnfreunden "Beton-Bahn" genannt. Hier wird am 2.Juni zum Jubiläum ein Dampfzug pendeln.

Die Gebäude des früheren Bahnhofs Greißelbach wurden von Max Bögl erworben und mustergültig saniert, wofür erst vor kurzem die bayerische Denkmalschutz-Medaille verliehen wurde (wir berichteten). Auf dem Bahnhofsgelände befindet sich heute das sogenannte Innovationszentrum von Max Bögl.

Ausgestellt ist hier außerdem ein originales Zugteil des Transrapid TR 07.
28.05.13
Neumarkt: "Freystädter Bockel" kehrt zurück
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