10 000 Euro pro Kind

NEUMARKT. Die Stadt Neumarkt zahlt jungen Familien beim Hauskauf in bestimmten Gebieten pro Kind 10 000 Euro Zuschuß. Pikant dabei: Das Geld gibt es auch, wenn die Kinder erst fünf Jahre nach dem Kauf auf die Welt kommen...

Oberbürgermeister Alois Karl stellte das Projekt "Familiengerechtes Wohnen in der Regensburger Straße" am Donnerstag in der Stadtratssitzung - und kurz zuvor extra noch einmal der Presse - vor.

41 Reihenhäuser sollen an der Regensburger Straße und Schönwerthstraße entstehen - und sie sollen vor allem jungen Familien preisgünstig angeboten werden. Dafür greift die Stadt tief in die Tasche. Wenn die Hauslekäufer durchschnittlich zwei Kinder haben kommen immerhin 800 000 Euro auf die Stadt zu, wie Karl und Verwaltungsdirektor Josef Graf auf Nachfrage schnell ausrechneten.

Und es könnte sogar noch teurer kommen: Denn das generöse Angebot gilt nicht nur für junge Familien, die an der Regensburger Straße heimisch werden wollen. Auch auf Hauskäufer im Wohnpark "Johannesviertel" und in "Pölling-Bühl II" wartet der OB (oder sein Nachfolger) mit einem Scheck pro Kind.

Architekt Johannes Berschneider stellte im Presse-Gespräch das von ihm entworfene Gebiet an der Regensburger Straße vor. Das günstigste Haus (102 bis 138 Quaedratmeter Wohnfläche) gibt es ab 190 000 Euro (einschließlich Grundstück und Erschließung). Und dieser Betrag dürfte dank der städtischen Großzügigkeit pro Kind noch deutlich sinken.

Bei der Planung wurde darauf geachtet, daß ein harmonisches Ensemble entsteht, in dem die Grundrisse der Haushälften noch nach Belieben verändert werden können. Alle Häuser sind nach Südwesten ausgerichtet und werden von der Firma Max Bögl als Investor nach "Niedrig-Energie-Standart" gebaut, sagte Geschäftsführer Andreas Schmid. So wärmegedämmt übrigens, daß man mit modernster Technik die Rollos steuert, damit die Räume beschattet werden und im Sommer nicht zu stark aufheizen.

"Die Familien müssen die Gewinner sein", sagte Willi Kirsch von der Immobilienfirma Kirsch und Haubner bei dem Pressegespräch. Er wies auf die Flexibilität bei der Bebauung, der Hausausstattung und vor allem auch bei der Finanzierung hin. Durch die Zuschüsse der Stadt sinken die Baukosten und erhöhe sich die Eigenkapitalquote.

Spekulanten sollen übrigens keine Chancen haben: Den Zuschuß sollen nur Familien erhalten, die kein anderweitiges Wohneigentum besitzen. Und wer innerhalb von fünf Jahren auszieht, muß die Förderung vollständig zurückbezahlen.

Oberbürgermeister Alois Karl wies darauf hin, daß sich die Stadt auch bisher schon als familienfreundlich bezeichnen darf. Demnächst werde in Lähr der 56. Kinderspielplatz eröffnet. 16 Kindergärten, die Kleinkinderbetreuung im Bürgerhaus oder durch Tagesmütter ( des Vereins "Storchennest")oder die Mittagsbetreuung an den Schulen käme jungen Familien zugute. Dazu komme in nächster Zeit noch die Kinderkrippe in Woffenbach und im nächsten Jahr das "Haus der Jugend".

In einem Nebensatz der Förderrichtlinien zu den 10 000-Euro-Zuschüssen versteckte sich noch eine Besonderheit: Die städtischen Schecks soll es auch für Kinder geben, die innerhalb von fünf Jahren nach dem Hauskauf geboren werden.

Das könnte noch so manches junge Paar ins Schwitzen bringen...
21.07.05
Neumarkt: 10 000 Euro pro Kind
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