Hochfest der Diözesanpatronin

Von Dekan Monsignore Richard Distler

Wenn heute die Bedeutung der Frau in der Kirche immer mehr ins Blickfeld gerückt wird, dann kann die Kirche auch schon in ihrer Geschichte auf hervorragende Frauengestalten verweisen. Eine von ihnen ist die heilige Walburga, die Patronin unseres Bistums Eichstätt.

Jahrhunderte lang war sie eine der beliebtesten und bedeutendsten Heiligen im deutschen Reich. Heute feiert die Diözese Eichstätt ihren Namenstag und Festtag. Walburga starb am 25. Februar 779 in ihrem Benediktinerinnenkloster in Heidenheim, westlich von Gunzenhausen. Dort war sie seit dem Jahr 761 Äbtissin eines Frauen- und Männerklosters.

Noch heute leuchtet und strahlt das Vorbild dieser großartigen Frau, deren geistiges Erbe die Klosterfrauen von St. Walburg in Eichstätt hüten. Nach Eichstätt wurden auch 100 Jahre nach ihrem Tod ihre Reliquien überführt, wie der Mönch Wolfhard von Herrieden berichtet. Dabei sollen eine Reihe von Heilungswundern passiert sein. Ein Teil ihrer Gebeine kam ins ehemalige Benediktinerinnenkloster Monheim.

Walburga wurde um 710 in einem kinderreichen Herrenhaus in der englischen Grafschaft Wessex geboren. Ihre Eltern waren Richard und Wuna, die sie schon sehr früh in einem Frauenkloster ausbilden ließen, ähnlich wie ihre beiden Brüder Willibald und Wunibald. Bischof Willibald war es auch, der seine Schwester Walburga um 751 zur missionarischen Verstärkung in seine neue Diözese Eichstätt holte. Dazu gründete er zusammen mit seinem Bruder Wunibald das Benediktiner-Kloster Heidenheim.

Nach dem allzu frühren Tod des Abtes Wunibald setzte Willibald dort seine Schwester Walburga als Äbtissin ein. Walburga errichtete dann zusammen mit den Nonnen, die mit ihr aus England gekommen waren, ein Frauenkloster. Eine Nonne hieß Hugeburc, die uns auch das spannende Leben des heiligen Willibald aufgeschrieben hat. Bald kamen weitere Frauen aus England, aber auch aus der einheimischen Bevölkerung hinzu.

Das Kloster kam zu voller Blüte, auch als Ort, wo junge Frauen und Mädchen geistliche und praktische Schulung und Bildung bekamen. Es war ein Doppelkloster, wo Männer und Frauen in je eigenen Räumen und Gebäuden lebten. Der Gottesdienst und das Chorgebet waren jedoch gemeinsam.

Diese Aufgabe wurde Walburga jedoch nicht immer leicht gemacht. So berichtet Wolfhard von Herrieden von einem wundersamen Vorgang: Als der Türhüter, ein Mönch, sich weigerte, der Äbtissin nach dem abendlichen Chorgebet das Licht voranzutragen, erstrahlte im Schlafsaal der Nonnen die ganze Nacht ein helles Licht.

Walburga selbst wurde bald zur großen Lichtgestalt in der Gründerzeit unserer Diözese Eichstätt. Sie soll auch vielen Armen und Notleidenden geholfen haben. Die sehr wertvollen Dank- und Votivtafeln in ihrer Grabesgruft in der Abtei St. Walburg zeugen von ihrem himmlischen Beistand die Jahrhunderte hindurch und vom Vertrauen, das gläubige Menschen noch heute in diese großartige Frauengestalt der Kirche und unserer Diözese Eichstätt haben.
25.02.14
Neumarkt: Hochfest der Diözesanpatronin
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