"Neumarkter Weg" gelobt

NEUMARKT. Der "sehr gute" und humane "Neumarkter Weg" mit weitgehend dezentraler Unterbringung der Asylbewerber wurde von der SPD gelobt.

Im Gegensatz zu vielen anderen Regionen gebe es im Landkreis einen politischen Konsens, die nicht einfache Thematik anständig und ohne populistische Ausfälle gegen die ankommenden Menschen aus den Elendsgebieten abzuarbeiten, hieß es von der SPD-Kreisfraktion.


Der Berchinger Stadtrat Josef Mayer sagte, dass es "gegenüber Rassisten und Rechtspopulisten keine falsch verstandene Toleranz" geben könne, sondern dass sich die Zivilgesellschaft und die politischen Akteure immer "gegen menschenverachtendes Handels oder auch solches Reden wenden" müsse. Dafür stehe die SPD im Landkreis Neumarkt in aller Klarheit.

Kreisrätin Erna Späth aus Berg meinte, die Fremdenfeindlichkeit sickere "wie Gift" in die Gesellschaft und werde verstärkt durch "unverantwortliche populistische Parolen des bayerischen Ministerpräsidenten".

Fraktionsvorsitzender Helmut Himmler berichtete von lokalen Bemühungen im Landkreis, Asylbewerber und Flüchtlinge möglichst rasch in Arbeitsverhältnisse zu bringen. Der Arbeitsmarkt im Landkreis brauche diese jungen Leute in den kommenden Jahren dringend und dafür müßten Politik, Arbeitsverwaltung, Schulen und Bildungsträger die Voraussetzungen schaffen.

Kommunen und Arbeitgeber würden inzwischen im Land weitere Erleichterungen für Flüchtlinge beim Zugang auf den Arbeitsmarkt fordern. Einen ersten Schritt in diese Richtung habe inzwischen die Bundesregierung beschlossen. Sie erleichtere mit einer Änderung der Beschäftigungsordnung Asylbewerbern und Geduldeten den Zugang zu Praktika.

DGB-Kreisvorsitzender Michael Meyer unterstützt diesen Weg als grundsätzlich richtig und sinnvoll. Man müsse aber sehr darauf achten, dass keine Lohndrückerei in den verschiedenen Branchen stattfinde.

Weiter Eingangsklasse in Möning

Große Anerkennung sprachen die Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion ihrem Kollegen Stefan Großhauser, Kreis- und Stadtrat aus dem Freystädter Gemeindeteil Mönig, für dessen Arbeit zum Erhalt der Grundschule in Möning aus. Das Engagement der Bürger für die Schule in ihrem Dorf weise weit über Möning hinaus. Es gehe - so Großhauser - um die grundsätzliche Frage, ob man an kleinteiligen Strukturen und aktiven Dörfern mit sozialer Infrastruktur und lokalem Zusammenhalt festhalte. Das seien die großen Stärken in Bayern und speziell in ländlichen Räumen.

Der Einsatz der Menschen für ihr Dorf mit Schule sei beispielhaft für demokratisches Engagement, an dem auch die Lokalpolitik nicht mehr vorbeikomme. Es gebe im September nun doch wieder eine Eingangsklasse in Möning und dann habe man Zeit, in Abstimmung mit allen Beteiligten eine gute Lösung zu finden.

"Zukunftsfähige Kliniken"

Dirk Lippmann informierte über die Veränderungen in der Krankenhausstruktur im Landkreis mit den aus seiner Sicht erforderlichen Maßnahmen in Neumarkt und Parsberg. Parsberg werde als Standort gehalten und die Gesundheitsdienstleistungen sollen trotz weniger Betten am Kreiskrankenhaus ausgeweitet werden. Man müsse in Neumarkt auf eine zukunftsfähige Weiterentwicklung des Klinikums mit bald 500 Betten achten, um im Wettbewerb mit Häusern der Maximalversorgung in Nürnberg, Erlangen, Fürth, Ingolstadt und Regensburg bestehen zu können.

Der Parsberger Kreisrat Erwin Jung drückte seine Befürchtung aus, dass mit der Verlagerung von 20 Betten von Parsberg nach Neumarkt das Ende des Kreiskrankenhauses Parsberg eingeläutet worden sei - verbunden mit einer deutlichen regionalpolitischen Schwächung des südlichen Landkreises.

Auch Bürgermeisterin Carolin Braun meinte, dass neben Parsberg auch die Nachbargemeinden einen spürbaren Verlust an Gesundheitsleistungen zu beklagen hätten. Für Dietfurter Patienten sei Ingolstadt und Regensburg eine Zukunftsoption. Für die Menschen in Dietfurt werde es immer schwieriger, mit dem Landkreiszentrum Neumarkt verbunden zu bleiben, da der Weg über die Bundesstraße ein Abenteuer sei und es keine vernünftige ÖPNV-Verbindung gebe. Man trage über die Kreisumlage erheblich zur Finanzierung des Kreishaushalts bei und könne daher auch entsprechende Leistungen für die Menschen im Süden des Landkreises erwarten.
07.08.15
Neumarkt: "Neumarkter Weg" gelobt
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