Gedanken zu Mariä Himmelfahrt

Von Dekan Monsignore Richard Distler

Er ist der höchste Marienfeiertag der katholischen Kirche, der 15. August. Da feiert die Kirche das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel. An diesem Marienfeiertag begeht die Neumarkter Hofkirche zusammen mit einer Reihe anderer Kirchen ihren Namenstag, ihr Patrozinium.

Der Bau der Hofkirche vor etwa 600 Jahren hängt zusammen mit der Heirat des Pfalzgraphen Johann von Neumarkt und seiner Gemahlin Katharina von Pommern am 15.8.1407. Katharina, die im Birgittinnenkloster Vadstena in Schweden ausgebildet wurde und die die Muttergottes sehr verehrte, stellte zur Hochzeit 3 Bedingungen: Johann sollte eine Marienkirche und ein Kloster (Gnadenberg) erbauen und beide sollten am 15. August heiraten.

So wurde die Hofkirche zur Kapelle des neuen pfalzgräphlichen Hofes zu Neumarkt. Noch aus dem Jahr 1480 stammt die eindrucksvolle steinerne Marienfigur in der Hofkirche. Auf dem neugotischen Hochaltar ist das Festgeheimnis vom 15. August dargestellt: Engel geleiten die aufgenommene Gottesmutter in den Himmel und halten für sie eine Krone bereit. Das bedeutet: Maria ist an ihr Ziel gekommen. Gott verleiht ihr die „Krone des Lebens“. Sie darf eingehen in die göttliche Freude und Herrlichkeit.

Die Kirche sagt sogar: Maria wurde mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen. Sie begründet das so: Maria war vom ersten Augenblick ihres Daseins an dazu berufen, Christus, dem Sohn Gottes, der ganz ohne Sünde war, das Leben zu schenken. Dazu hat sie ganz Ja gesagt und war „voll der Gnade“ Gottes, wie der Engel Gabriel es ihr bestätigt hatte.Weil ihre ganze Existenz auf Gott ausgerichtet war, deshalb war auch alles, was sie mit Leib und Seele, mit Liebe und Hingabe und mit Herz und Verstand getan hat, nicht für die Vergänglichkeit, sondern für die Ewigkeit bestimmt.


Nichts davon war umsonst. Alles wurde von Gott angenommen und im Himmel aufgehoben. Diesen Glaubenssatz hat Papst Pis XII. im Jahr 1950 feierlich verkündet. Aber gilt das nur für Maria? Nein, denn sie ist ein Signal und ein Zeichen der Hoffnung für alle Menschen. Denn auch für uns hat all das Ewigkeitswert, was auch wir mit Leib und Seele und mit Liebe und Hingabe für Gott und die Menschen tun. Die besondere Stellung Mariens wird jedoch schon im Lukasevangelium angekündigt, wenn es im Magnifikat heißt: „Von nun an werden mich selig preisen alle Geschlechter“.

Bereits um das Jahr 450 wurde in Jerusalem der 15.August als „Tag der Gottesmutter“ begangen. In Rom ist ebenfalls im 7. Jahrhundert die „Aufnahme der heiligen Maria“ bezeugt. Auch die Kirche des Ostens, die orthodoxe Christenheit, begeht dieses Fest. Die Krönung des Festes kam jedoch im Jahr 1950 durch die Verkündigung des Dogmas. Die Welt stand damals noch unter dem Eindruck der fürchterlichen Katastrophe des 2. Weltkriegs mit über 55 Millionen Toten. Ein Menschenleben zählte da nichts mehr. Demgegenüber betont der Glaubenssatz: Jeder Mensch ist einmalig und kostbar. Er ist nicht zur Vernichtung, sondern zum Leben, zur Auferstehung und zum ewigen Leben bestimmt. Denn nicht nur Maria, jeder Mensch hat eine ganz besondere Würde. Er hat Ewigkeitswert und ist für die „Himmelfahrt“, also zur die Aufnahme bei Gott bestimmt. So liegt eine große Freude über diesem Festtag, es ist ein Fest voller Hoffnung.
15.08.15
Neumarkt: Gedanken zu Mariä Himmelfahrt
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