Keine "Kindesentführung"

NEUMARKT. Das Parsberger Volksfest ging zur Freude der Polizei ohne Schlägereien ab. Für Aufregung sorgte ein Meldung über eine "Kindesentführung".

In höchster Alarmbereitschaft war eine Volksfeststreife der Parsberger Polizei am frühen Dienstag-Abend, als Passanten mitteilten, vor dem Festgelände sei ein etwa dreijähriges Mächen gewaltsam in ein Auto gezerrt worden. Die "Kindesentführung" löste sich dann allerdings in Wohlgefallen auf: in Wirklichkeit wollte das kleine Mädchen unbedingt noch am Volksfest bleiben, während die Eltern den Heimweg antraten - der Papa mußte das sich wehrende Kind wohl mit körperlichem Einsatz ins Auto verfrachten. Die Polizei kontrollierte zur Sicherheit die Familie daheim: alle sind wohlauf.


Insgesamt zeigte sich das Volksfest 2016 in Parsberg in der Gesamtschau recht friedlich und ohne ernsthafte Störungen, hieß es am Mittwoch in der Bilanz der Polizei. Auffallend war, dass an den ersten beiden, temperaturmäßig sehr heißen Tagen, so mancher mit der Kombination Hitze - Biergenuss nicht zurechtkam und insbesondere am Freitag viele „Trunkenheits-Einsätze“ zu bewältigen waren.

Am Abschlusstag des Volksfestes am Dienstag waren das Bierzelt und das Freigelände nochmals gut besucht. Die vielen Festbesucher genossen die Veranstaltung und verhielten sich aus polizeilicher Sicht recht friedlich. Gravierende Beschwerden kamen von einem Anrufer über die Lautstärke beim nächtlichen Abbau der Einrichtungen auf dem Festgelände. Die von der Polizei angesprochenen Arbeiter reduzierten machten dann etwas leiser weiter.

Der Behördentag am Montag blieb aus polizeilicher Sicht ohne größere Störungen. Eine 15jährige Jugendliche musste im Verlauf des Abends mit Verdacht auf Alkoholvergiftung vom Roten Kreuz ins Krankenhaus gebracht werden. Zu späterer Stunde unterstützte die Streife einen Gastwirt im Innenstadtbereich, dessen Gäste auch um 4 Uhr nicht heimgehen wollten und erst die polizeiliche Präsenz Ruhe einkehren ließ.

Der Volksfest-Sonntag endete gegen Mitternacht sowohl auf dem Festgelände wie auch in der Innenstadt fast störungsfrei. Eine angebliche Suizid-Androhung einer 14jährigen Festbesucherin hatte keinen ernsten Hintergrund.

Deutlich mehr Einsätze brachte der Samstag-Abend. Die Besucherströme bewegten sich nach Ende der Festaktivitäten in Richtung Innenstadtlokale und belagerten teilweise ganze Straßenzüge. Doch blieb es auch hier weitgehend friedlich, die Polizeipräsenz zeigte Wirkung. Allerdings fiel gegen 1. Uhr ein 32jähriger Parsberger, der etwa zwei Promille intus hatte, doch aus dem Rahmen. Als er die Uniformierten im Bereich des Mallersdorfer Grundes erblickte, sah er sich genötigt, die beiden Beamten völlig grundlos und öffentlich mit übelsten Beleidigungen zu belegen. Der junge Mann wird sich vor dem Amtsgericht zu verantworten haben.

Der Volksfestbeginn am Freitag war etwas unruhiger. Bereits im Vorfeld kam es an der Kolpingstraße zu einem Sachschadenunfall mit „Flucht“, der bei Rangierbewegungen entstanden war. Die Übeltäter konnten ermittelt werden. Kümmern mussten sich Polizei und Rettungsdienst zum Ende des Abends hin um fünf junge Volksfestbesucher, die im Zustand von „erheblicher Alkoholisierung“ oder Vollrausches hilflos am Straßenrand, in Hauseingängen schliefen oder aggressiv auf andere Besucher losgingen.

Gegen 23 Uhr fühlte sich ein deutlich angetrunkener 18jähriger Parsberger in seiner Gruppe stark genug, am Haupteingang zum Festgelände die vor ihm gehenden Militärpolizisten der US-Armee ohne Anlass übelst zu beleidigen. Allerdings hatte er die nachfolgenden Beamten der Parsberger Polizei übersehen, mit denen die MP-Soldaten auf dem Gelände für Sicherheit gesorgt hatten. Schnell war die Situation geklärt, der „Rüpel“ belehrt und angezeigt.

Ein 32jähriger, erheblich alkoholisierter Hohenfelser wurde gegen 1 Uhr mit seinem Auto bei einer Verkehrskontrolle angehalten: jetzt ist der Führerschein weg.

Hervorgehoben wurde von der Polizei, dass während der fünf Veranstaltungstage keine Körperverletzungsdelikte bekannt wurden sowie nicht ein einziger Verkehrsunfall mit der Ursache Alkohol zu verzeichnen war.
31.08.16
Neumarkt: Keine "Kindesentführung"
Telefon Redaktion



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