„Grünes Licht“ für Pölling


So soll das neue Gemeindehaus in Pölling aussehen, das der Pöllinger Architekt Distler im Stadtrat vorstellte
Grafik: Architekturbüro Distler
NEUMARKT. Pölling soll sein Bürgerhaus für 2,5 Millionen Euro erhalten - wenn die Kirche die versprochene halbe Million dazugibt.

Das beschloß am Mittwochabend der Neumarkter Stadtrat - obwohl sich die UPW geschlossen dagegen stemmte. Sie hielt das Projekt für überdimensioniert und sah ein "betriebswirtschaftliches Fiasko".

Mit 24 zu 8 Stimmen fiel die Entscheidung aber dann ziemlich klar aus: außer den Freien sprachen sich nahezu alle Stadträte für das von CSU-Stadtrat Richard Graf "mit Herzblut" vorgetragene Projekt aus. Die UPW kassierte für ihren Widerstand von SPD-Fraktions-Chefin Ursula Plankermann den heftig vorgetragenen Vorwurf, die Kollegen hätten bereits den Wahlkampf eröffnet. Dies auf dem Rücken der Pöllinger Bürger auszutragen fand sie, so wörtlich, "zum Kotzen".

Während der Pöllinger Richard Graf den CSU-Antrag für das "Gemeinschaftshaus" in den höchsten Tönen präsentierte, kam der größte Widerstand tatsächlich von der UPW. Natürlich gönne man den Pöllingern einen solchen Treffpunkt, schickten alle Redner voraus, "aber..."


Die Kritik wurde meist an der Größenordnung festgemacht: das Projekt, weit größer als zum Beispiel das Neumarkter Bürgerhaus, sei ehrenamtlich einfach nicht zu stemmen, meinte Stadträtin Dorner. Das sehe alles nach "Wünsch Dir was" aus, aber sie erkenne zu viele Fragezeichen beim späteren Betrieb und bei den Nebenkosten.

In das gleiche Horn stießen auch andere UPW-Stadträte wie Pedra Wittmann, die ebenfalls die Größenordnung als überdemensioniert ansah: "Ginge es nicht eine Nummer kleiner ?". Und es könne doch nicht sein, daß sich "Pölling über alle anderen Stadtteile" stelle.

Martin Meier sah angesichts der Dimension ein "betriebswirtschaftliches Fiasko" auf den jungen Pöllinger Verein zukommen, der später als Mieter auftreten will. UPW-Fraktionssprecher Dr. Werner Mümmler sah das Neumarkter Stadtratsgremium "allen Bürgern verpflichtet". Man höre jetzt schon, daß sich nach den Pöllingern auch andere Stadtteile solche Unterstützungen vorstellen könnten.

Mümmler schlug Graf vor, den Antrag in zwei Teile aufzuteilen: die grundsätzliche Zustimmung zu einem Pöllinger Gemeinschaftshaus einerseits - hier signalisiere man Zustimmung - und eine neue Diskussion über die Höhe der Kosten.

Darauf ließ sich aber die CSU nicht ein, nachdem auch Grüne und SPD deutlich gemacht hatten, daß sie das Pöllinger Projekt unterstützen würden. SPD-Sprecherin Ursula Plankermann warf dabei der UPW vor, "voll in den Wahlkampf eingestiegen" zu sein und fand dies "unerträglich".

Bei der anschließenden Abstimmung war die Mehrheit für das Projekt dann mit 24:8 Stimmen überraschend groß.

Im Antrag der CSU hieß es, der noch relativ junge Heimat- und Kulturverein in Pölling biete sich an, "mit finanzieller Unterstützung der Stadt" das Projekt Gemeinschaftshaus Pölling zu stemmen. Das ist natürlich etwas blumig formuliert, denn in Wirklichkeit verfügt der Verein praktisch über keinen Cent. Die Stadt müsse alle Kosten übernehmen, bekomme aber von der Kirche einen Zuschuß von etwa einer halben Million Euro. Die Kirche erhalte dafür Nutzungsreche für verschiedene Räume und könne die in die Jahre gekommene "Charite" abreißen. Der Heimat- und Kulturverein will dann für "max.500 €/Monat" das Gemeinschaftshaus anmieten.

Bis zum Juli 2018 würde man das Projekt in Pölling gerne einweihen - dann feiert man in dem Stadtteil nämlich das 950jährige Bestehen. Und bis zur Tausend-Jahr-Feier will man nicht warten...


Schon im Jahr 2011 gab es erste Vorgespräche im Rathaus - hier OB Thumann mit Vertretern Pöllinger Vereine
Foto:Archiv
23.11.16
Neumarkt: „Grünes Licht“ für Pölling
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