Maria ohne Erbsnde

Von Dekan Monsignore Richard Distler

Maria ohne Erbsnde empfangen, so heute der Name des Hochfestes der Kirche mitten im Advent. Aber wie kann das sein? Kein Mensch ist doch ohne Fehler und Snde. Keiner ist ohne die Versuchbarkeit zum Bsen.

Es reicht doch schon die Versuchbarkeit zum bermigen Rauchen, Trinken, Drogenkonsum oder zum zuviel Naschen und Essen. Geschweige denn die Versuchbarkeit, es mit der Wahrheit und Ehrlichkeit nicht allzu genau zu nehmen, in die Beziehungen anderer einzubrechen, auf Kosten anderer die Ellenbogen zu gebrauchen oder selber mal den Herrgott zu spielen.

Die Reihe der Versuchbarkeiten ist ziemlich gro. Aber wo ist da die Gegenkraft und die Gegenmacht? Die Gegenkraft ist unsere Wrde als Mensch und unsere eigene Werthaftigkeit. Denn ich bin auch ohne schadhafte Gensse, auch ohne dass ich mich ber andere erheben muss und ohne mich ber Gott zu stellen noch jemand. Meine Werthaftigkeit ist so etwas wie die Gabe oder das Geschenk eines andern, sie ist Gnade.

Solche Gnade wurde auch Maria geschenkt. Der Spender ist Gott selbst. Maria wute: Das, was ich bin, ist nicht von mir gemacht, es ist allein Gabe und Gnade Gottes. Doch von dieser Erfahrung war sie dermaen durchdrungen, dass ihre ganze menschliche Existenz von Gnade geformt, gefhrt und geprgt war. Ja bereits vom ersten Augenblick ihres Daseins an war in ihr die Gnade Gottes so mchtig, dass sie ohne die Versuchbarkeit zur Snde und zum Bsen war.


Verkndet hat dieses Dogma, diesen Glaubenssatz, Papst Pius IX. im Jahr 1854 fr die ganze Kirche. Der Papst sprach davon, dass die gttliche Gegenmacht Maria in die Lage versetzte, als junge Frau Gott und seinem Engel das Jawort zur Empfngnis des Gottessohnes Jesus zu geben, obwohl sie noch keinen Mann hatte. Ist das nicht faszinierend? Da wird Unmgliches mglich, wenn der Mensch offen ist fr alles, was Gott fr ihn tut und ihm schenkt.

Aber wieso nur Maria? Was ist mit uns, den normal Sterblichen? Warum haben nicht auch wir solche Gegenmchte gegen unsere stndige Versuchbarkeit? Ja, auch wir haben sie und zwar dank der Taufe. Da wurde auch uns die Chance gegeben, die verhngnisvolle Kette des Bsen (die Macht der Erbsnde) zu durchbrechen. Aber lassen wir uns wirklich ein auf diese Chance? Lassen wir uns nicht allzu oft von der Versuchbarkeit verfhren? Lassen wir wirklich, wie es Maria tat, Gott Herr sein ber unser Leben oder setzen wir eher auf kleine und groe Versuchungen, in der Meinung, daraus Vorteile und Gewinn zu schlagen? Probieren wir es nicht auch manchmal hnlich wie Adam und Eva im Paradies, bis wir erkennen, dass wir letztlich nackt sind? Das heit, dass wir vor Gott mit vllig leeren Hnden dastehen.

Dennoch: Eine Umkehr, eine Neueinstellung und Neuausrichtung ist mglich. Das sagt uns jetzt der Advent. Das sagt uns vor allem Jesus selbst: Kehrt um, denn das Himmelreich ist nahe! Es kann also auch uns, wie Adam und Eva, ein Stck Paradies, es kann auch uns ein Stck vom Himmelreich geschenkt werden wie Maria. Das ist die hoffnungsvolle Botschaft dieses Hochfestes und Dogmas vom 8. Dezember.

Lassen wir solche Hoffnung wieder neu in uns aufleben und aufblhen!
08.12.16
Neumarkt: Maria ohne Erbsnde
brigens: Sie knnen alle Themen aus neumarktonline auch im NEUMARKTER FORUM diskutieren
Telefon Redaktion

Burgis

Stadt Neumarkt

Link zum Landkreis Neumarkt

MdEP Albert De

Link Jurenergie

neumarktonline - die Internet-Tageszeitung. Aktuelle Berichte, Meldungen und News aus Neumarkt in der Oberpfalz im Internet
ISSN 1614-2853
16. Jahrgang
neumarktonline - die Internet-Tageszeitung. Aktuelle Berichte, Meldungen und News aus Neumarkt in der Oberpfalz im Internet Bestshops
ISSN 1614-2853
16. Jahrgang