Aus der Ferne mitwirken


Ministerin Huml am Montag im Neumarkter Klinikum

NEUMARKT. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml will den weiteren Ausbau der Telemedizin im Freistaat forcieren, sagte sie in Neumarkt.

Gerade für Patienten im ländlichen Raum habe sich die medizinische Versorgung durch die Telemedizin in den vergangenen Jahren deutlich verbessert, sagte sie bei einem Symposiums zum Abschluss des Pilotprojekts "Telemedizin im Neurologischen Hintergrunddienst" am Neumarkter Klinikum.

Über telemedizinische Verfahren kämen Spitzenmedizin und Expertenwissen in alle Landesteile Bayerns direkt zu den kranken Menschen, hieß es. Deshalb wolle man diesen Bereich stärken.


Der Freistaat Bayern fördert seit 1995 telemedizinische Projekte. Allein im Jahr 2016 standen dafür knapp zwei Millionen Euro zur Verfügung. "Der Erfolg der bayerischen Schlaganfallnetzwerke hat maßgeblich zum Durchbruch telemedizinischer Verfahren beigetragen", sagte Huml. Die Telemedizin könne die Abläufe in der medizinischen Versorgung für Patienten besser, sicherer und effizienter machen. Sie werde sicherlich in einiger Zeit zum Standard bei der medizinischen Versorgung gehören. Aber bis dahin gäbe es noch einiges an Pionierarbeit zu leisten.

Huml lobte in diesem Zusammenhang das im Dezember 2013 gestartete Pilotprojekt "Telemedizin im Neurologischen Hintergrunddienst (TeleNHI)" an der Neurologischen Klinik am Klinikum Neumarkt: "Solche Initiativen bringen die Telemedizin weiter voran. Deshalb haben wir TeleNHI mit 60.000 Euro unterstützt."

Dieses Projekt könne die Grundlage für eine Qualitäts- und Effizienzsteigerung im fachärztlichen Hintergrunddienst neurologischer Kliniken legen. Damit könnten die Voraussetzungen für einen schonenden Umgang mit personellen Ressourcen geschaffen werden, auch um den Mangel an Fachpersonal zu bekämpfen.

Bei TeleNHI kann der Facharzt in Rufbereitschaft via telemedizinischem Fernzugriff Bilddaten, Laborergebnisse und Vorbefunde einsehen und dem Kollegen in der Klinik eine entsprechende Fachexpertise an die Hand geben – egal, wie weit weg er sich von der Klinik befindet. Patienten mit neurologischen Erkrankungen, die in der Notaufnahme des Klinikums erscheinen, können so fachärztlich untersucht werden. Das Projekt soll Machbarkeit und Verlässlichkeit ermitteln und begleitend eine ökonomische Analyse erstellen. Zudem sollen eine Assistenz durch Pflegekräfte bei telemedizinischen Untersuchungen erstmals strukturiert erprobt und ein Schulungsprogramm für Assistenzpersonal entwickelt werden.

Bei der Telemedizin ist der behandelnde Arzt vor Ort mit einem Spezialisten verbunden und erhält Unterstützung bei Diagnose und Therapie. Dabei kümmert er sich persönlich um den Patienten im Krankenbett. Es handele sich also nicht um einen Fall von anonymer Gerätemedizin, sagte Huml.


Das Neumarkter Klinikum

19.12.16
Neumarkt: Aus der Ferne mitwirken
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