"Zwei bis drei Wochen"

NEUMARKT. Als "Stammtisch-Parolen" bezeichnete die Stadt die Kritik der Jungen Union, Baugenehmigungen wrden in Neumarkt "ber zwlf Monate" dauern.

Schon kurz nach der Verffentlichung der JU-Kritik in neumarktonline (Bericht hier) folgte eine Stellungnahme von OB Thomas Thumann aus dem Neumarkter Rathaus. Die Junge Union hatte in ihrer Pressemitteilung sffisant ausgerechnet einen "Parteifreund" des Neumarkter Oberbrgermeister, den Sengenthaler Brgermeister Werner Brandenburger, als Vorbild genannt. Thumann und Brandenburger gehren beide den Freien Whlern an.


"Mit groem Staunen" habe man die Kritik der JU zur Kenntnis genommen, dass die Stadt zu langsam bei der Genehmigung von Bauantrgen sei, heit es im Schreiben der Stadt. Die JU sttzt sich dabei anscheinend auf nicht hinterfragte Parolen, Stammtischaussagen oder hnliche Phrasen, erklrte Oberbrgermeister Thomas Thumann. Denn bei der Stadt Neumarkt selber hat meines Wissens jedenfalls niemand von der JU nachgefragt und sich Angaben zur Dauer der Bearbeitung von Bauantrgen geholt.

Dabei htte der Politiknachwuchs nmlich erfahren, dass die Bearbeitung von vollstndigen Bauantrgen fr den Wohnbau bei der Stadt zwei bis drei Wochen dauert. Dies treffe auf all die Flle zu, bei denen zum Abgabezeitpunkt des Bauantrags der Bauherr alle erforderlichen Angaben gemacht und alle bentigten Unterlagen eingereicht hat.

Verzgerungen bei der Bewilligung von Bauantrgen ergben sich aber dort, wo Unterlagen des Bauherren fehlen oder der Bauherr fehlerhafte oder ungengende Angaben im Antrag stehen hat. Sobald der Bauherr diese Angaben und Unterlagen nachgereicht hat, gehe es von Stadtseite wieder so zgig voran wie bei den vollstndigen Antrgen.

Verzgerungen ergben sich aber auch bei gravierenden Abweichungen des Bauantrages von den Forderungen eines eventuell fr das Baugebiet geltenden Bebauungsplanes oder wenn das Bauvorhaben sich nicht in die vorhandene Umgebungsbebauung einfgt. Dann seien weitere Abstimmungsgesprche mit dem Bauherren notwendig, die das Vorhaben verzgern knnen.

Auch im Hinblick zu der von der JU geuerten Kritik an der angeblichen Grundstcksnot in Neumarkt wrden die "polemischen Aussagen" der JU nicht auf Realitten beruhen. ber die Jahre und auch zuletzt hat die Stadt wiederholt Grundstcke erworben und sie, wenn wir gengend Flchen zusammen hatten, umgehend als Wohnbaugebiete oder als Gewerbegebiete ausgewiesen, sagte Oberbrgermeister Thumann.

Ich erinnere nur zum Neispiel an das neue Wohnbaugebiet in Lhr oder nun in Woffenbach und an die Gewerbegebiete in Plling und Stauf Sd II. Der Grundstckserwerb ist allerdings keine so kinderleichte Sache, wie sich dies vielleicht die jungen unerfahrenen Politiker vorstellen, so als ob man nur hingehen msste und dem Eigentmer sagen, er solle das Grundstck abgeben, weil es die Stadt haben wolle.

Hier seien Ausdauer, viel Einsatz und noch viel mehr Geduld notwendig, insbesondere in Zeiten wie den aktuellen, in denen es fr Grundstcksbesitzer wenig Anreize vom Finanzmarkt gebe, sich von ihrem Grund zu trennen und dafr Erlse zu erzielen.

Die Aussagen der JU wrden das Stadtoberhaupt umso mehr erstaunen, als sie ja auch einen Stadtrat in ihren Reihen haben, der eigentlich meines Wissens an Stadtratssitzungen teilnimmt, aber anscheinend nicht wei, was er dort mitbeschliet, schreibt Thumann weiter.

Auch sonst wrden die Aussagen der JU beweisen, dass sie an der Realitt in der Stadtverwaltung vorbei gehen. Denn dann wrden sie die Zahlen aus der Bauordnungsverwaltung der Stadt kennen und auch anerkennen, wieviel dort an Antrgen bearbeitet werde. Anhand der Zahlen werde deutlich, dass in der Stadt heuer mit mehr als 240 reinen Bauantrgen ein neuer Hchststand erreicht werden drfte.

Alleine aus den von der Stadt dabei bewilligten Bauantrgen fr den Wohn- und Gewerbebau resultieren geschtzte Investitionen von ber 140 Millionen Euro in der Stadt. Insgesamt sind in der Bauordnungsverwaltung der Stadt im Jahr 2016 bis Mitte Dezember sogar ber 600 Antrge eingegangen, die zu bearbeiten waren.

Die Antrge reichten von Brandschutzprfungen ber Freistellungsverfahren und bauordnungsrechtlichen Verfahren bis zu der Genehmigung von Werbeanlagen. Auch weit ber 100 Bauvoranfragen mussten abgearbeitet werden und es wurden mehr als 550 Bauberatungen durchgefhrt.
30.12.16
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