Erneut "Kopf durch die Wand"?

NEUMARKT. Die umstrittene Umgehung für Seubersdorf soll in ein Planfeststellungsverfahren - und erntet jetzt Spott von Grünen-Politikern.

„Zum zweiten Mal mit dem Kopf durch die Wand, davon wird der Kopf nicht besser“, kommentierte der Bezirksvorsitzende Stefan Schmidt in einer Pressemitteilung die Pläne, für die Ortschaft jetzt doch noch eine Umgehungsstraße bauen zu wollen. Bekanntlich war die durch den Ort führende frühere Bundesstraße B8 zur Staatsstraße herabgestuft worden. Und selbst zu Bundesstraßen-Zeiten taugte die Straße wegen der parallel verlaufenden Autobahn kaum als Fernverbindung.


Trotzdem wurde von örtlichen Politikern an den Plänen festgehalten und die Staatsregierung erklärte nun auf die Anfragen des Grünen-Abgeordneten Jürgen Mistol, dass sie noch 2017 ein neues Planstellungsverfahren für eine Ortsumgehung durchführen lassen will - obwohl das aktualisierte Verkehrsgutachten und weitere Fachgutachten noch nicht vorliegen.

„Mit einem neuen Planfeststellungsverfahren begibt sich die Staatsregierung vom Regen in die Traufe“, sagte Mistol. Bei den neuen Plänen solle die Öffentlichkeit nur im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens beteiligt werden.

Zahlreiche Einwendungen von betroffenen Bürgern und die Klage des Bundes Naturschutzes seien beiseite geschoben worden, kritisieren die grünen Politiker. Schließlich erklärte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof das erste Planfestellungsverfahren für nichtig, weil der Bund die Ortsumgehung bauen wollte, obwohl längst klar war, dass die B8 zur Staatsstraße abgestuft wird. Kurzerhand will daraufhin der Freistaat ein neues Verfahren anstrengen.

Mistol und Schmidt vermuten, dass auch durch die Abstufung zur Staatsstraße das Verkehrsaufkommen in Seubersdorf weiter sinken werde. Bereits 2009 wurden gerade einmal 2250 Fahrzeuge gemessen, die innerhalb eines Tages den Ort durchfahren. „Statt sich in Ruhe anzusehen, wie man den Verkehr weiter beruhigen kann, stürzt sich die Staatsregierung in das nächste Verfahren“, bemängeln Mistol und Schmidt. Ohne eine ergebnisoffene Prüfung unter Berücksichtigung naturschutzrechtlicher Belange und eine aktive Bürgerbeteiligung werde es aber keine einvernehmliche Lösung geben.
07.01.17
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