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Leserbriefe

„Mahnmal und Symbol“

Die Staufer Brücke ist zum Mahnmal und Symbol für eine Verkehrspolitik geworden, die das Maß und die Orientierung verloren zu haben scheint. Mit der Aktion „Brückenglühen“ haben dort die Bürger im wahrsten Sinne des Wortes mit einem flammenden Appell für eine vernünftige Lösung demonstriert, die wieder die Belange der Menschen in den Mittelpunkt rückt.

Das gilt auch für weitere geplante Brücken. Dann zwangsläufig überdimensioniert, wie die 3-spurige Straße darunter. Und müssen es wirklich so viele sein, wie uns die Planer sagen? Mit der Fußgängerbrücke über die B299 nach Pölling hat man erste Fakten geschaffen. Wer die gewaltigen Aufschüttungen und den steilen Anstieg betrachtet, bekommt einen ersten Vorgeschmack von dem, was uns noch alles droht.

Fakt sind noch zwei weitere Brücken und der Abriss und größere Neubau der Staufer Brücke. Die eine soll über die Rittershofer Straße gebaut werden. Die andere beim Sportgelände des BSC Woffenbach. Mitten in die Flur hinein. Noch größer dimensioniert, weil sie für Traktoren tauglich sein soll. Und – falls die B299 dreispurig wird- müssen drei Spuren überquert werden. “Was auf dem Plan harmlos aussieht, bedeutet in Wirklichkeit gewaltige Erdaufschüttungen, wie wir sie uns nie vorstellen konnten“, warnt mich ein Freund aus Mühlhausen, der sich immer für die Umgehung ausgesprochen hatte.

Jeder, der die Naherholungsgebiete am Staufer Berg oder im Rittershofer Wald sucht, wird sich erst einmal über eine gefahrlose Überbrückung der B299 freuen. Weniger wahrscheinlich ältere Menschen wie die Bewohner des Seniorenheims und des Betreuten Wohnens an der Rittershofer Straße. Oder Familien mit Kleinkindern.

Haben sich die Planer die Mühe gemacht, mehr als eine rein technische Lösung zu finden? Haben sie den landschaftspflegerischen Gesichtspunkt des Naherholungsbereichs berücksichtigt? Wie macht man es gerade älteren und behinderten Menschen leichter, dorthin zu kommen? Wie kommt man als Radfahrer oder Fußgänger ungefährdet über die gerade sanierte Tyrolsberger Brücke? 

Aber es kommt noch krasser. Mit der Pöllinger und der bereits bestehenden Bahnbrücke, Tyrolsberger und Staufer Brücke durchschneiden dann insgesamt s e c h s große Brücken unsere schöne Landschaft.

  Anzahl, Dichte ,Dimension und massiver Eingriffe ins Landschaftsbild, in die Natur wie in Mühlhausen. Dort außerhalb, bei uns dann direkt vor unserer Haustüre ?

Damit soll nichts gegen eine notwendige und maßvoll gestaltete Umgehung gesagt sein. Aber wollen wir wirklich solche einschneidenden Veränderungen in unserem Naherholungsgebiet? Vor allem wenn die Bürgerinitiativen landschaftsschonendere und billigere Alternativen entwickelt haben? Wir brauchen dringend maßvolle Lösungen für uns alle.

Peter Lehmeier, Neumarkt, 2.4.2021
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