Bund Naturschutz Neumarkt

Protest-Luftballons


Hunderte von Luftballons wurden im Lengenbachtal gestartet.
Foto: Susanne Weigl
NEUMARKT. Hunderte von Luftballons stiegen am Sonntag als Protest gegen eine Autobahnausfahrt Frickenhofen auf.

Der Bund Naturschutz und die Freunde des Lengenbachtales hatten zu einer Protestaktion eingeladen - und waren von den Teilnehmerzahlen überrascht: die 400 bereitgehaltenen Luftballons reichten bei weitem nicht aus. Bis zum Schluß zählte man etwa 600 Leute, die an der Menschenkette teilnahmen.
07.10.07

"In die Luft gehen"

NEUMARKT. Mit einer Luftballon-Aktion will der Bund Naturschutz eine Autobahnausfahrt Frickenhofen "in die Luft gehen" lassen.

Der Bund Naturschutz, Kreisgruppe Neumarkt, und der Verein der Freunde des Lengenbachtals veranstalten am Sonntag um 14 Uhr eine Protestveranstaltung gegen die Autobahnausfahrt Frickenhofen und die Ostumgehung ein. Es soll eine Menschenkette mit Luftballons entlang der Trasse gebildet werden.

Treffpunkt ist der Parkplatz "Lengenbachtal" zwischen Höhenberg und Helena. Um 14.30 Uhr soll der Luftballonstart erfolgen.

Anschließend sorgt der Bund Naturschutz mit Kuchen und Getränken für das leibliche Wohl.

Auch die Grünen im Landkreis kritisieren die Autobahnausfahrt Frickenhofen und die im Raum stehende Ostumgehung scharf und wollen die Protestaktion unterstützen. Diese Baumaßnahmen würden massive Eingriffe in die Landschaft, in Schutzgebiete und Ökosysteme darstellen. Es würde eine riesige Versiegelungsfläche entstehen, natürliche Versickerungsräume werden zerstört. Die Lebensgrundlage vieler Tiere und Pflanzen wäre damit unwiderruflich zugrunde gerichtet, heißt es in einer Pressemitteilung der Grünen.

Die demographische Entwicklung sage für den Landkreis Neumarkt eine deutliche Schrumpfung und Überalterung der Bevölkerung voraus. Diese kleiner werdende Bevölkerung benötigt aber nicht mehr so viele Waren, die so genannten Warenströme werden viel geringer ausfallen. Es sei auch nachgewiesen, dass diese Bevölkerung deutlich älter sein wird und es viel weniger junge Menschen geben wird.

Die vielen Straßen und öffentlichen Gebäude, ob sinnvoll oder nicht sinnvoll, müßten in naher Zukunft von viel weniger Menschen unterhalten werden. Das heiße, die Kosten für den Unterhalt, und das sei ja bekanntlich der teuere Teil, werde auf wesentlich weniger Menschen verteilt, da in 20 Jahren viel weniger Menschen Steuern bezahlen würden.
04.10.07

BN will Raumordnungsverfahren

NEUMARKT. Der Landesverband des Bund Naturschutz fordert ein Raumordnungsverfahren für eine Autobahnausfahrt Frickenhofen.

Diese Forderung will der Landesbeauftragter des BN Richard Mergner am Donnerstag bei einer Besichtigung der "neuralgische Punkte" und einem nachfolgenden Pressegespräch offiziell stellen. Politikern in der Stadt und im Landkreis Neumarkt zeigten sich überrascht, weil die Genehmigung für diezusätzliche Ausfahrt längst erteilt ist und das Planfeststellungsverfahren sich schon langsam seinem Ende nähert.

Unklar blieb, ob die Fordderung nach einem Raumordnungsverfahren zum jetzigen Zeitpunkt noch realistische Chancen hat - und ob dadurch der Bau einer Autobahnausfahrt zeitlich verzögert oder gar verhindert werden kann.

Der Bund Naturschutz läßt keinen Zweifel, daß eine Autobahnausfahrt Frickenhofen nicht nur mit "massiven Eingriffen und Risiken für ökologisch höchst wertvolle Bereiche" wie zum beispiel das Deusmaurer Moor verbunden sei, sondern auch "weitreichende Folgen" für das nachgeordnete Straßennetz mit "gravierenden Belastungen" für die betroffenen Anwohner nach sich ziehen würde.

"Nicht zuletzt deshalb wird von den Verfechtern dieser neuen Autobahnausfahrt immer wieder versucht, mit falschen Versprechungen, Halbwahrheiten und Tatsachenverkürzungen die Bedenken und Befürchtungen der Betroffenen zu zerstreuen", hieß es vom Landesverband des BN.

Nähere Einzelheiten werden bei dem Pressegespräch am Donnerstag erwartet.
11.12.06

"Wenn der Baum nadelt..."


Rund 40 Gäste nahmen an der Wald-Wanderung teil.


Forstwissenschaftlerin Sabine Huhn klärte über die Wald-
Schäden auf.
NEUMARKT. Wenn der Wald kränkelt, dann kann die Umweltverschmutzung daran Schuld haben, muss aber nicht.

Dass auch eine schlechte Standortwahl des Waldbauern dem Baumbestand zusetzt, erfuhren die Teilnehmer der Adventswanderung der Ortsgruppe Berching im Bund Naturschutz aus dem Mund der Forstwissenschaftlerin Sabine Huhn. Bei jahreszeitgemäßer Kälte aber sonnigem Wetter interessierten sich rund 40 Teilnehmer für die fundierten, praxisnahen Erläuterungen der Referentin in der Brunnleite bei Sollngriesbach.

Unter dem Motto "Wenn der Baum nadelt..." standen besonders die Nadelbäume Fichte, Tanne, Kiefer und Lärche, aber auch die Laubbäume Buche, Eiche und Esche mit ihren ökologischen Ansprüchen im Blickpunkt der Waldspazierer. Jede Baumart hat unterschiedliche Bedarfe an Licht, Wasser- und Nährstoffzufuhr und bodenphysikalische Faktoren. Je weiter dieser Faktorenmix vom Optimum entfernt ist, desto mehr leidet der Baum unter Stress; und umso stärker können dann Umweltgifte, Schädlinge oder ungünstige Wetterereignisse wie Sturm, Trockenheit oder Schneelast die Bäume schädigen oder gar zum Absterben bringen.

Die standortgerechte Wahl der Baumart ist Grundvoraussetzung für einen gesunden Wald. Aber selbst der stärkste Baum am schönsten Standort leidet unter den Luftschadstoffemissionen aus Verkehr und Industrie. Darum ist saubere Luft für einen gesunden Wald unverzichtbar.

Die Forstexpertin zeigte vor Ort Schadbilder an den verschiedenen Baumarten und erläuterte, dass sie sich meist aus einer Summe von Ursachen ergeben. Die entscheidende Schadensursache lässt sich erst aus einer Zusammenschau von Waldgeschichte und der genauen Beobachtung biotischer und abiotischer Faktoren ableiten. Ein vielfältiger, standortgemäßer Mischwald sei am besten gegen Angriffe von Schadfaktoren gewappnet.
05.12.06


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16. Jahrgang