BÜCHER

Neuerscheinungen und Lese-Tipps



„Echt frech“

NEUMARKT. „Echt frech“ kommt die Stadtbibliothek im Monat Februar – mit einer Auswahl DVDs, auf denen die "Stars" der fränkischen und der bayerischen Kabarett-Szene (ja, da gibt es natürlich ganz gravierende Unterschiede!) zu erleben sind. Genau das Richtige, um für die fünfte Jahreszeit in Stimmung zu kommen.
  • In „Alles Müller Live“ offenbart Michl Müller seine unverkennbar fränkische Heimat, Mundart und Seele. Deutlich wird aber auch, dass man den beliebten Künstler nicht auf seine erfolgreichen Auftritte in „Fastnacht in Franken“ reduzieren darf. Seine treue Fan-Gemeinde weiß und findet hier bestätigt: Der Michl hat mehr drauf.
  • „Dinner for One – Essn für ann – auf fränkisch“ – das ist natürlich eine Paraderolle für das Duo Heißmann & Rassau. Georg Kaltengruber (Volker Heißmann) freut sich auf einen gemütlichen Silvesterabend daheim. Seine Frau Anneliese (Martin Rassau) will stattdessen den englischen Klassiker auf fränkisch spielen, und ihr Mann soll den Butler James geben.
  • „Pelzig stellt sich“ passt natürlich ebenfalls perfekt in die närrische Zeit. Und närrisch ist es schon, wenn widersprüchliche Wahrheiten in unserem Kopf aufeinandertreffen, wenn man nicht weiß, ob Lasagne eine italienische Nudelspezialität oder ein bulgarischer Pferdefriedhof ist. Und was spricht dagegen, Minister per Losentscheid zu bestimmen, wenn der Wechsel vom Verteidigungs- zum Wirtschafts- oder Landwirtschaftsministerium offenbar keinerlei Sachkenntnis voraussetzen?
  • Niemand hat der bayerischen Seele besser zum Ausdruck verholfen als Gerhard Polt & die Biermösl Blosn. Nicht nur ausgewiesene Faschingsfreaks wird es freuen, wieder einmal Polts nörgelnden, schimpfenden, spottenden Figuren zu begegnen und den mehrstimmigen Kalauern der Well-Brüder lauschen zu können.
  • Eine ganz eigene Art, ihr Publikum in Bann zu ziehen, hat Martina Schwarzmann aus Altomünster. „Wer Glück hat kommt!“ ist nur eine ihrer aus Vorträgen und Liedern bestehenden Darbietungen, und jede einzelne bestätigt ihre Vielseitigkeit und Einzigartigkeit.
  • Monika Grubers „Best of Kabarett“ heißt die erweiterte Neuauflage ihres Kabarett Sets. Ob „Hauptsach’ g‘sund“, „Zu wahr, um schön zu sein“, „Wenn ned jetzt, wann dann“, „Kellnerin Monique – Schmeckt’s ned“ oder „Irgendwas is’ immer“ - es ist wirklich alles dabei und Gaudi garantiert.
  • „Es geht weiter“ tröstet Bruno Jonas seine Anhängerschar. In der Rolle als Unternehmensberater Hubert Unwirsch äußert er sich mit globalem Durchblick zu Stuttgart 21 und Integrationsdebatte, Parteiengezänk und Politikverdrossenheit, Wissenschaft und Religion.
  • „Ruhe bewahren“ empfiehlt „Luise Kinseher sich selbst und ihren Fans. Wer ihre To-do-Liste liest, erkennt sofort, dass das unmöglich ist: Publikum unterhalten, saumäßig lustig sein, Klimawandel aufhalten, Mama anrufen, Klopapier kaufen, neuen, passenden Mann finden und fürs Alter vorsorgen. Trotzdem kommt es wunderbarerweise schließlich zum erleichterten „passt scho“.
  • Mit „Zum Ringlstetter – Live“ lädt Hannes Ringlstetter zu seiner neuen Kabarett-Musik-Show ein. Immer lustig, doch nie flach, schlüpft er in die verschiedensten Rollen, lehrt als niederbayerischer Agrar-Grantler, als frustrierter fränkischer Lehrer oder als Frauenheld mit Wiener Schmäh, dass man alles tun darf, nur eines nicht: die Welt und sich selbst gar zu ernst nehmen.
  • „Mehr Glanz“ fordert Georg Ringsgwandl, der „bayerische Bob Dylan“ in immer anspruchvollen Texten und starken Klängen. So besingt er, dass es doch beim Schönheitschirurgen besser klappen könnte, dass der Obdachlose sich eine neue Zeitung über dem Lüftungsschacht gönnt, der Kardinal Papst werden und der Papst in den Ruhestand gehen möchte.
  • Kann auch ein Buch Musik zum Klingen bringen? Dieses schon: „Ohne Gaudi is ois nix“ heißt die Autobiografie von Fred Fesl. Er ist quasi der „Erfinder“ des bayerischen Musikkabaretts, stand als vollbärtiger Volksmusikanarchist, begnadeter Gitarrist und hintersinniger Wortakrobat bis 2006 auf der Bühne, bis eine Parkinson-Erkrankung ihn ausbremste.
  • In „Hinter keinen Kulissen – Münchner Lach- und Schießgesellschaft“ präsentieren Sammy Drechsel und Dieter Hildebrandt Ausschnitte und teilweise zuvor unveröffentlichte Filmdokumente aus sechs Jahrzehnten. Klar die Gliederung in die Kapitel „Das klassische Ensemble 1956 – 1972“, „Die neue Lach und Schieß 1976 – 1980“, „Ein Kommen und Gehen 1981 - 1985“, „Ossis und Wessis 1986 – 1999“ und „Umbau und Neuanfänge 2002 – heute“.

Lichtblicke

NEUMARKT. Die Tage werden wieder länger, und schon sind auch in der Stadtbibliothek optimistisch stimmende Lichtblicke zu entdecken. Die Bücher auf dem Thementisch im Januar 2017 sprechen nicht nur offen an, was angeblich schief läuft in Gesellschaft und in der Welt, sondern sagen auch, wo und wie sich Dinge zum Guten wenden.
  • „Zu Fuß durch ein nervöses Land“ ist der Philosoph Jürgen Wiebicke gewandert, „auf der Suche nach dem, was uns zusammenhält“. Auf seiner Wanderung hat er Künstler, Millionäre, Sportler, Landwirte und Unternehmer getroffen, hat Flüchtlingsheime, Yoga-Sitzungen im Klostergarten, Schützenfeste und einen Schlachthof besucht: Sein Fazit: Viele Menschen spüren ein zunehmendes Unbehagen an unserem derzeitigen Lebensstil, aber es wächst auch die Bereitschaft, sich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt einzusetzen. Lichtblicke eben.
  • In seinem Spiegel-Bestseller „Hybris“ beschreibt Meinhard Miegel die Gefährdung der westlichen Welt durch Größenwahn, Maßlosigkeit, Überfluss und die Überforderung von Mensch und Natur. Aber auch er resigniert nicht, sondern hält ein Umdenken für möglich. Den Ausweg sieht er in der Kunst der Beschränkung, beginnend schon beim Kinderspielzeug.
  • „Das Weltretter Workout“ ist ein unkonventioneller Ratgeber für ökologisch nachhaltiges Handeln im privaten Bereich. Ein Maßnahmenkatalog mit Kapiteln wie „Licht aus“, „Duschen statt baden“, oder „Autos teilen“ führt zu einem geänderten Lebensstil, der gut ist für Klima, Luftreinheit, Müllreduktion, Wald und den eigenen Geldbeutel.
  • „100 Punkte Tag für Tag“ gibt Thomas Weber denjenigen, die seinem Ökoratgeber folgen und ihren Alltag umweltschonend gestalten. Die Punkte errechnen sich aus den Lebensbereichen Strom, Mobilität, Wärme, Konsum, Freizeit und Ernährung.
  • „Gebt der Wildnis das Wilde zurück“, fordert in seiner Biografie Fero der Waldmensch, der in den Dolomiten lebt und selbst ein Teil der Bergnatur geworden ist. Er will die Wildnis schützen vor Geschäftemachern und Politikern und nimmt dafür aufreibende Kämpfe vor allem gegen Behörden in Kauf.
  • „Ich glaube an die Tat: Im Einsatz für Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak“ ist ein fesselnder Bericht von Hatune Dogan (Co-Autorin Tonia Riedl), die als Kind selbst die Verfolgung in der Türkei erlebte. Sie floh nach Deutschland und steht heute mit ihrem Hilfswerk im Nahen Osten vielen Flüchtlingen bei, womit sie ein leuchtendes Beispiel für Menschlichkeit setzt.
  • „Gegen den Hass“ wendet sich die Friedenspreisträgerin Carolin Emcke. Klar definiert sie die Ausformungen von Rassismus, Fanatismus und Demokratiefeindlichkeit. Dem religiösen Reinheitswahn des IS stellt sie unsere ablehnende Haltung gegenüber Flüchtlingen zur Seite und entlarvt die angebliche „Sorge“ um den Verlust einer „reinen“ Gesellschaft als bemäntelte Vorurteile und Ressentiments. Was sie dagegensetzt, ist ein leidenschaftliches Plädoyer für ein Menschenbild der Vielfalt.
  • Lichtblicke bietet auch das Buch „Die neuen arabischen Frauen“ von Gabi Kratochwil. Die Autorin stellt muslimische Frauen vor, die unsägliche Hürden überwinden mussten, um sich Spitzenpositionen zu erkämpfen: eine Bergbauingenieurin aus Marokko, eine Investmentbankerin aus Kuweit, eine Fischfarmchefin aus Saudi-Arabien, eine blinde Managerin aus Katar, eine jordanische Politikerin, eine palästinensische Fußballerin und viele andere, die für den gesellschaftlichen Wandel in dieser Region stehen.
  • Ein Fünkchen Hoffnung sieht Rupert Neudeck selbst auf dem Schwarzen Kontinent glimmen: „Die Kraft Afrikas“ nennt er sein von eigenen Erlebnissen geprägtes Porträt dieses von Krisen geschüttelten Erdteils. Der Gründer des Komitees Cap Anamur beleuchtet die Last der kolonialen Vergangenheit, vergebene Chancen beim Übergang in die Unabhängigkeit und Fehler bei der Entwicklungshilfe, wertet aber den Überlebenswillen der Bevölkerung als Perspektive für die Zukunft.
  • In „Der unterschätzte Kontinent“ kommt Bettina Gaus als Ergebnis ihrer Reise durch 16 Länder südlich der Sahara ebenfalls zu dem Schluss, dass sich das Image des „Krisenkontinents“ verändert. Eine stabilisierende Rolle spricht sie der Mittelschicht zu und das vor allem in aufstrebenden Staaten wie Kenia oder Nigeria. Ein kleines Licht am Ende des Tunnels?
  • „Vier Werte, die Eltern und Jugendliche durch die Pubertät tragen“ sieht der Familientherapeut Jesper Juul als entscheidend für die gute Entwicklung von Kindern an: Gleichwürdigkeit, Integrität, Authentizität und Verantwortung. Nicht mehr im Vordergrund steht in dieser Phase die Erziehung, sondern die gute Beziehung zwischen Eltern und Kindern. Den Weg dahin leuchtet der Autor anhand realer Familiensituationen aus.
  • Den „Mythos Überforderung“ rückt Michael Winterhoff ins grelle Licht der Realität. Wenn Kinder überbehütet werden, fehlen wichtige Impulse für die geistige Reifung, führt er aus, sie bleiben im kindlichen Status gefangen. Die Folgen sind später Schwierigkeiten im Berufsleben und in der Gesellschaft insgesamt. Der Lichtblick zum Schluss: Ohne moralischen Zeigefinger erläutert der Kinder- und Jugendpsychiater, wie man es besser machen kann.
  • „Warum dick nicht doof macht und Genmais nicht tötet“, mit diesem Titel schärfen Thomas K. Bauer, Gerd Gigerenzer und Walter Krämer den Blick dafür, sich nicht durch angeblich unwiderlegbare Statistiken in Panik versetzen zu lassen. Haarsträubende Beispiele beweisen, dass auch Statistik lügt, wenn die Datenbasis fragwürdig und nur die dramatische Meldung in den Medien das Ziel der Urheber ist. Was hilft? Kritisch auf die Präsentation von Zahlenmaterial zu schauen.
  • Auch „Risiko“ stammt aus der Feder von Gerd Gigerenzer, der hier eine Strategie entwickelt, schnell und intelligent Situationen einzuschätzen, in denen nicht alle Risiken bekannt sind. Die behandelten Beispiele reichen von Geldanlagen bis zur Krebsfrüherkennung, Ziel ist eine Risikokompetenz jenseits irrationaler Panikmache, aber auch Verharmlosung.
  • Kein flackerndes Kerzenlicht, sondern ein loderndes Feuer hat Martin Luther entzündet. In „Reformation“ bieten Margot Käßmann als ehemalige Bischöfin und R. Ludwig als Koautor ein klar gegliedertes ABC, das in 95 Stichworten den Weg von Luthers Thesen bis zu den Grundfragen des Glaubens heute ebnet.

„Schöne Bescherung“

NEUMARKT. Mit einem Augenzwinkern wünscht dieNeumarkter Stadtbibliothek ihren Lesern im Monat Dezember eine „schöne Bescherung“. Hat sie dabei strahlende Kinderaugen unterm prächtig geschmückten Christbaum im Sinn? Oder den Seufzer, der sich Bahn bricht, wenn etwas so richtig schief gegangen ist?
  • Eindeutig in die zweite Kategorie gehört „Ich kann da nicht nüchtern hin - Familienfeiern und wie man sie überlebt“. Wenn die liebe Verwandtschaft mit der Weihnachtsgans droht, dann hilft keine Ausrede. Aber, tröstet Falko Löffler, wer schon im Vorfeld alle Gefahren einkalkuliert, kann auch im Angesicht des Wahnsinns gelassen bleiben und Feiern „im Kreis der Lieben“ ohne Schäden überstehen.
  • „Tief durchatmen, die Familie kommt“, warnt Andrea Sawatzki. Ihr Roman widmet sich den Herausforderungen, die „das Fest der Liebe“ der Gastgeberin stellt. Schon die Vorbereitungen verlaufen in ihrem Fall chaotisch, und was sich dann unterm Tannenbaum abspielt, hat mit einem perfekt gestalteten Heiligen Abend wenig zu tun.
  • Unter dem Titel „Alles Mythos! – 24 populäre Irrtümer über Weihnachten“ räumt Kommunikationswissenschaftlerin Claudia Weingartner auf humorvolle Art mit Irrtümern religiöser und weltlicher Natur rund um das Weihnachtsfest auf. Von Wetterregeln über Umdeutungsversuche der Nazizeit bis zu den Heiligen Drei Königen belegt oder widerlegt sie den jeweiligen Wahrheitsgehalt.
  • Aber natürlich will das Bibliotheks-Team niemandem die Adventsstimmung verderben. Deshalb beherrschen Vorfreude weckende Medien den Thementisch, so zum Beispiel viele Vorlesebücher. In „Ein heimlicher Weihnachtsgast“ von Annette Amrhein und Sabine Straub hat ein Bär den Winterschlaf verpasst und lädt alle Tiere des Waldes zu seinem Fest ein. Aber keiner kommt, weil alle Angst vor ihm haben. So sitzt er ganz allein am festlich gedeckten Tisch – denkt er zumindest…
  • Das Zeug zum Lieblingshörbuch für Kinder ab vier Jahren hat „Mama Muh feiert Weihnachten“, das an die bisher erschienenen und heiß geliebten Bilderbücher dieser Serie anschließt. Diesmal geht es um die Nöte der Krähe, die ihre Geschenke schon ausgepackt und nun nichts mehr für Weihnachten hat. „Skandinavische Weihnachten“ beschreiben die teils fröhlichen, teils nachdenklichen Geschichten von Hans-Christian Andersen bis Astrid Lindgren. Auf anschauliche Art erfahren die Kleinen, wie ihre Altersgenossen im hohen Norden das Fest begehen.
  • Aus der gleichen Himmelsrichtung kommen die DVDs „Weihnachten mit Astrid Lindgren“. Viel versprechend schon die Titel wie „Pippi und das Weihnachtsfest“, „Als Michel das Fest für die Armen gab“, „Pelle zieht aus“, „Lotta – ein Weihnachtsbaum muss her“, „Neues von den Kindern aus Bullerbü“, „Ferien auf Saltkrokan – Das Trollkind“ oder „Tomte Tummetott und der Fuchs“.
  • Der Advent ist die ideale Zeit zum Basteln, weshalb praktische Anleitungen nicht fehlen dürfen. Wörtlich genommen werden kann das „Familienbastelbuch Weihnachten“, das zeigt, wie leicht sich kleine Schneemänner aus weißen Pompons herstellen lassen, Eiskristalle aus Bügelperlen, Schneeflockenmobile aus Papier und Windlichter aus Konservendosen. „Weihnachten mit Liebe handgemacht“ überrascht mit Kreativ-Ideen für Baum- und Hausschmuck, Plätzchenduft und würzige Getränke.
  • Der Band „Tolle Sachen zum Verschenken“ macht es auch Einsteigern leicht, aus Stoff, Papier, Filz, Mosaiksteinen und anderen Materialien Schmuck, Dosen, Geschirr oder Taschen zu zaubern. „In Liebe verpackt“ enthält Anregungen, wie sich Geschenke von romantisch bis glamourös verpacken lassen. „Süße Geschenke zu Weihnachten“ und „Süße Geschenke aus Schokolade“ machen Appetit durch Rezepte für Selbstgebackenes, aber auch Liköre und Gelees.
  • „Landfrauen-Weihnacht“ bietet mit überlieferten Koch-und Backrezepten, Deko-Ideen und stimmungsvollen Texten einen Schatz an Inspirationen, um das eigene Heim in eine ländliche Idylle zu verwandeln. Einmal auf den Geschmack gekommen, lohnt der Griff zum ebenfalls sehr attraktiv gestalteten Band „Die leckersten Plätzchen aus der Landbäckerei“.
  • Wer immer noch nicht weiß, womit er seine Lieben beglücken könnte, dem hilft vielleicht der Ratgeber „Die 100 schönsten Geldgeschenke - Ideen für jede Gelegenheit.“ Statt eines schnöden Umschlags kann mit diesen Anregungen die originell verpackte bare Münze sogar zu einem Hingucker auf dem Gabentisch werden.

Wer bin ich?

NEUMARKT. Wer bin ich? Und was wird aus mir, wenn die Diagnose „Demenz“ mein Leben auf den Kopf stellt? Wie werden die Angehörigen mit den zunehmenden Belastungen fertig? Was können, was müssen sie tun? Schicksalsschwere Fragen, die auf dem Thementisch November in der Stadtbibliothek offene Antworten finden.
  • Preisgekrönte Filme wie „Honig im Kopf“ und Bestseller wie „Der alte König in seinem Exil“ haben die Problematik eindrucksvoll in Szene gesetzt und die Tür vom Verdrängen zum Verstehen geöffnet. Sie dürfen nicht fehlen in der Medienausstellung, die jedoch ergänzt wird durch zahlreiche Neuerscheinungen, die das Thema vertiefen oder aus neuen Blickwinkeln anpacken.
  • Als ein zutiefst ergreifendes Familiendrama ragt die DVD „Still Alice – mein Leben ohne gestern“ heraus. Die für ihre Rolle mit dem Oscar ausgezeichnete Julianne Moore spielt darin eine Professorin, die mit einer frühen Form von Alzheimer konfrontiert wird und tapfer aber machtlos gegen ihren Verfall ankämpft. Während ihr Mann es nicht erträgt, sie allmählich entschwinden zu sehen, entwickelt sie ein ganz neues Verhältnis zu ihrem bisherigen Sorgenkind, ihrer jüngsten Tochter.
  • Fesselnd, anrührend und dennoch humorvoll ist der Erlebnisbericht der TV-Modera-torin Bettina Tietjen unter dem Titel „Unter Tränen gelacht“. Sie hat ihren dementen Vater auf seinem letzten Weg in ein Demenz-Wohnheim begleitet und dabei nicht nur Ängste und Zweifel erfahren, sondern auch ihren Vater und sich selbst neu kennengelernt.
  • In „Ommas Glück“ berichtet die „Emma“-Journalistin Chantal Louis, wie ihre 83-jährige Großmutter nach einer Odyssee durch Kliniken und Seniorenheim in einer Demenz-WG landet. Von kompetenten Pflegern betreut, führt sie dort gemeinsam mit sechs ebenfalls dementen Mitbewohnern ein erstaunlich selbstbestimmtes Leben.
  • „Demenz und Alzheimer verstehen“ ist die grundlegend erweiterte Neuauflage eines Bestsellers von Huub Buijssen. Jeder dritte Erwachsene mit Eltern über 65 Jahren wird eines Tages mit der Betreuung eines demenzkranken Elternteils konfrontiert sein. Deshalb beschreibt der Autor nicht nur den fortlaufenden Krankheitsprozess, sondern erklärt darüber hinaus, wie wir am besten mit dem Schicksal des Erkrankten umgehen.
  • „Die magische Welt von Alzheimer“, ebenfalls aus der Feder des niederländischen Psycho-Gerontologen, enthält in komprimierter Form 25 Tipps zum Umgang mit Demenzkranken. Als Folge von Buijssens unmittelbaren Erfahrungen mit der Demenz seines Großvaters, seines Vaters und seiner Mutter überzeugen seine Aussagen durch besondere Intimität und Nähe.
  • Mit „Demenz und Recht“ gibt Thomas Klie pflegenden Angehörigen und Pflegepersonal wichtige Informationen zur rechtlichen Situation an die Hand. Der Ratgeber ist nach 34 Stichworten von B wie Behindertenkonvention bis W wie Wohngemeinschaft gegliedert. Wichtig ist dem Autor, demente Menschen nicht zu „Pflegefällen“ zu degradieren, sondern ihnen Würde, Teilhabe und Freiheitsrechte zu gewähren.
  • In „Betreuung in Frage und Antwort“ listet Matthias Winkler systematisch alle Punkte auf, die für eine Betreuungsverfügung wichtig sind. Einzelfragen wie die Zuordnung von Aufgaben, Haftung oder Kosten werden ausführlich erläutert, ebenso das Verhältnis von Angehörigen zum Betreuer oder das Anwenden von Rechtsmitteln.
  • Eine wahre Fundgrube ist „Das große Beschäftigungsbuch für Menschen mit Demenz“ von Linus Paul. Der besondere Vorteil: Die Spiel- und Beschäftigungsideen können ohne aufwändige Vorbereitung direkt umgesetzt werden, sei es zu Hause, in der Pflegeeinrichtung oder in offener Seniorenarbeit.
  • „So ein schöner Tag: Vorlesegeschichten für Menschen mit Demenz“ – das ist nur ein Titel aus einer ganzen Reihe erprobter Vorlese- und Mitmachgeschichten von Ulrike Strätling. Tatsächlich ist Vorlesen ein guter Weg, Demenzkranke zum Nachdenken, Lachen, Reden und Bewegen zu bringen. Deshalb liegen auch weitere Titel: „Omas Kuchen ist der beste“ oder „Als die Kaffeemühle streikte“ auf dem Thementisch bereit.
  • „Ein untadeliger Mann“ von Jane Gardam ist die erstaunliche Lebensgeschichte eines Ruheständlers, der sich nach dem Tod seiner Ehefrau in sein Auto setzt und den Leser mitnimmt auf einer Reise in die Vergangenheit. Stück für Stück entfaltet sich die fast einhundert Jahre umfassende Geschichte eines Liebespaares, des Älterwerdens und des untergehenden britischen Imperiums.
  • Wieder auf Reisen, diesmal aber mit einem Demenzkranken an Bord, geht es in dem Roman „Opa will zum Nordkap“ von Heike Denzau, in dem eine Jugendliche ihrem Großvater einen Lebenstraum erfüllt. Auf Achse in einem gestohlenen Tourbus ist eine Handvoll Senioren inklusive einer Demenzkranken in J. Paul Hendersons Roman „Letzter Bus nach Coffeeville“, ein zu Herzen gehendes Leseerlebnis von tieftraurig bis urkomisch.

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