Christlich Soziale Union

Amberger wollen eine Vor-Wahl


Alois Karl

Rudolf Kraus

Barbara Lanzinger
NEUMARKT. Die Amberger CSU will auf jeden Fall einen Dreikampf um den Posten des Direktkandidaten für den Deutschen Bundestag vermeiden.

Deshalb sollen schon am Donnerstag bei der Kreisvertreterversammlung des Landkreis Amberg-Sulzbach die Amberger Kandidaten Rudolf Kraus und Barbara Lanzinger in einer Abstimmung gegeneinander antreten. Der Verlierer solle das Feld der Direktkandidatur räumen, der Sieger soll in Kastl bei der Wahlkreiskonferenz gegen den Neumarkter OB Alois Karl antreten. So jedenfalls der schöne Plan.

Damit wollen die Amberger Delegierten verhindern, daß sich die Konkurrenz zwischen Kraus und Lanzinger zugunsten von Neumarkt auswirkt, berichtete die Zeitung Der Neue Tag.

Bei der Wahlkreiskonferenz haben Neumarkt und Amberg (Stadt und Land) jeweils 60 Stimmen. Während sich die Amberger Stimmen dabei zwischen den beiden Amberger Bewerbern aufsplitten, hofft der Neumarkter Bewerber, daß "seine" 60 Delegierten hinter ihm stehen. Mit einem verärgerten Amberger "Umfaller" könnte Alois Karl so schon im ersten Wahlgang Direktkandidat für den Wahlkreis Amberg Neumarkt sein.

Wahrscheinlicher wäre aber eine Stichwahl, nachdem keiner der drei Bewerber die absolut Mehrheit von 61 Stimmen erreicht hat. Mit Sicherheit würden sich bei der Stichwahl der Neumarkter Alois Karl und einer der Amberger Bewerber gegenüberstehen. Und diese Auswahl wollen die Amberger jetzt schon am Donnerstag vorziehen.

Auf der anderen Seite ist die Geschlossenheit der Neumarkter Delegierten in Neumarkt viel beschworen und in Amberg viel gefürchtet - sicher ist sie aber noch lange nicht. Das vergleichsweise schlechte Wahlergebnis des Neumarkter Oberbürgermeisters bei der Stellvertreterwahl im Kreisvorstand vor einigen Wochen machte deutlich, daß nicht jedes CSU-Mitglied im Landkreis Neumarkt ein Karl-Fan ist.

Die mehr oder wenigen versteckten Tiefschläge setzten sich auch bei der Delegiertenversammlung am Montag fort (wir berichteten) und wurden bei der Delegiertenwahl deutlich, wo Karl auf Platz 2 gesetzt, aber auf Platz 4 zurückgewählt wurde (wir berichteten).
22.06.05

Zur Parteiräson aufgerufen


Albert Füracker ruft zu Geschlossenheit auf
NEUMARKT. Auf der Tagesordnung stand die „Wahl der 60 Delegierten und Ersatzdelegierten in die Delegiertenversammlung im Bundestagswahlkreis“ und nicht die Nominierung des Bundestagskandidaten. Wer aus dem Abstimmungsergebnis der CSU-Kreisvertreter- Versammlung vom Montag etwas anderes herausliest, hat den Sinn der Veranstaltung nicht verstanden.

Klar, es wurde die Vorschlagliste teilweise ganz schön durcheinander gewirbelt, aber gleich ein schlechtes Omen daraus abzuleiten, ist einfach abwegig. Klar auch, dass Oberbürgermeister Alois Karl vom zweiten Platz auf der Vorschlagliste auf Rang 4 „zurückgestuft“ wurde. Aber das bedeutet noch lange keine Reserviertheit verschiedener Delegierter gegenüber dem Neumarkter Bewerber für Berlin.

Es bedarf schließlich auch keiner Erklärung, weshalb der neue Kreisvorsitzende Albert Füracker seinen ersten Platz auf der Vorschlagsliste bis in die Ergebnisliste „verteidigte“, obwohl der gebetsmühlenartig ständig – zuletzt auch in der Versammlung am Montag im Sammüller-Saal“ – betonte, für eine Bundestagskandidatur nicht zur Verfügung zu stehen. So gibt es nur eine andere Lösung des Rätsels: Albert Füracker hat in nur acht Wochen Amtszeit die Parteibasis auf Kreisebene zusammengeschweißt, Vertrauen gemehrt und neues Vertrauen geschaffen. Sein Satz: „Als verantwortlicher Kreisvorsitzender habe ich auf eben genau zwei Sachen keine Lust – auf Streit und Wahlverlust“ muß wie eine Zauberformel gewirkt haben.


Neumarkts OB Alois Karl - hier mit seinem Kollegen Josef Köst-
ler - kam auf Platz 4 der Delegiertenliste.
Den Delegierten, die am 1. Juli in Kastl den Kandidaten küren dürfen, schrieb er ins Stammbuch: „Wer von uns glaubt, mit seiner Nichtwahl unseres Kandidaten Alois Karl jemandem ein Schnippchen schlagen zu können, dem sage ich ganz eindeutig: Jeder, der am 1.Juli gegen die Interessen des Landkreises Neumarkt stimmen möchte, sollte sich der Folgen sehr genau bewusst sein. Wer nicht bereit ist, dieser einmaligen Chance für den Landkreis Neumarkt - vielleicht aus persönlichen Gründen – zum Erfolg zu verhelfen, dem sage ich sehr deutlich: Niemand von uns wird gezwungen, Wahlmann oder Wahlfrau zu machen. Wahlberechtigt am 1. Juli zu sein, heißt, Verantwortung für das Ganze und nicht nur für sich persönlich zu übernehmen.“
Erich Zwick


Nachstehend die Namen der 60 Delegierten, die bei der Nominierungversammlung am 1. Juli in Kastl gefordert sind. In der ersten Spalte die Reihung in der Vorschlagliste, in der zweiten nach der Wahl, in der dritten die Namen und in der vierten die Gesamtstimmenzahl.

Vorschl.-
Nummer
Platz Delegierter Stimmen
1 1 Füracker Albert, Lupburg 209
3 2 Köstler Josef, Breitenbrunn 189
4 3 Gailler Willibald, Freystadt 184
2 4 Karl Alois, Neumarkt 176
12 5 Deß Albert, MdEP, Berngau 171
11 6 Löhner Albert, Neumarkt 170
27 7 Eineder Rudolf, Berching 167
14 8 Gottschalk Michael, Lauterhofen 166
15 9 Fischer Herbert, MdL, Neumarkt 166
13 10 Scherer Alois, Deining 161
21 11 Kraus Bernhard, Velburg 161
113 12 Mursch Willi,Freystad 160
17 13 Blomenhofer Richard, Pilsach 157
116 14 Braun Peter, Lauterhofen 157
5 15 Rackl Heidi, Neumarkt 154
19 16 Fürst Ludwig, Neumarkt 153
38 17 Bradl Hans, Postbauer-Heng 153
18 18 Bauer Josef, Parsberg 152
24 19 Boßle Heinrich, Hohenfels 152
22 20 Graf Franz, Berngau 151
16 21 Jawurek Helmut, Neumarkt 147
6 22 Christa Martha, Deining 146
30 23 Altmann Elli, Mühlhausen 146
7 24 Werner Ilse, Dietfurt 145
8 25 Fürst Rosemarie, Neumarkt 144
40 26 Bierschneider Hans, Seubersd. 144
109 27 Josef Winkler, Berching 137
25 28 Deinhard Georg, Lauterhofen 136
84 29 Gruber Oswald, Pilsach 136
9 30 Beckmann Kornelia, Velburg 133
39 31 Stephan Franz, Dietfurt 133
87 32 Helmut Christa, Deining 133
78 33 Hans Ried, Berngau 131
23 34 Wiesenberg Manfred, Neumarkt 130
112 35 Schiener Rudolf, Freystadt 129
88 36 Johann Schrafl, Deining 128
10 37 Xaver Lang, Neumarkt 127
103 38 Alwin Semmler, Seubersdorf 126
26 39 Lahner Helmut, Neumarkt 125
28 40 Steinert Ursula, FU 124
93 41 Klemens Meyer, Velburg 124
96 42 Pfeiffer Marianne, Velburg 124
108 43 Hans Huber, Berching 124
89 44 Bachhuber Anton, Dietfurt 123
94 45 Georg Schmausser, Velburg 123
79 46 Karl Klebl, Berngau 122
80 47 Josef Meier, Sengenthal 122
76 48 Willi Pollinger, Breitenbrunn 121
37 49 Schmid Martin, Dietfurt 120
114 50 Lehmeier Josef, Freystadt 120
105 51 Sebastian Schön, Lupburg 119
41 52 Berno Kleber, Parsberg 118
86 53 Michael Feichtmeier, Deining 118
104 54 Johann März, Seubersdorf 118
47 55 Erich Bärtl, Neumarkt 117
75 56 Josef Kellermeier, Breitenbrunn 117
95 57 Willibald Lang, Velburg 117
106 58 Ludwig Walter, Lupburg 117
77 59 Ina Heim, Breitenbrunn 116
100 60 Spitz Leo, Berg 115

21.06.05

In der Höhle des Löwen...

NEUMARKT. Er saß ganz am Rande des Präsidiumstisches und tat so, als ginge ihm das Ganze um ihn herum nichts an. Oder wollte er in der Höhle des Löwen nur nicht wahrhaben, dass ihm ein verbaler Dolchstoß versetzt wurde, der das Aus seiner politischen Laufbahn bedeuten könnte ?

Jedenfalls ließ sich Rudolf Kraus nicht anmerken, dass hier eine Vorentscheidung über sein weiteres Verbleiben im Deutschen Bundestag, dem er seit 1990 angehört, getroffen wurde. So war auch nicht er der Mittelpunkt der Kreisvertreterversammlung der CSU, die am Montag Abend die 60 Delegierten und ebenso viel Ersatzdelegierte für die Nominierungsversammlung im Bundestagswahlkreis Amberg-Neumarkt wählte, sondern sein Herausforderer Alois Karl.

„Wir wissen, was die Stunde geschlagen hat“, begann der Neumarkter Oberbürgermeister seine eloquente Rede, mit der er an Rot-Grün kein gutes Haar ließ: „Wer heute das Saatgut verfrisst, kann es nicht mehr aussäen, geschweige denn ernten“, war einer seiner Kernsätze ganz nach dem Geschmack der 229 Stimmberechtigten.

Im gleichen Maße, in dem den politischen Gegner geißelte, warb er für das Vertrauen der Wahlfrauen und Männer, die am 1. Juli in Kastl darüber zu entscheiden haben, wer Direktkandidat im Wahlkreis wird: Alois Karl (Neumarkt) oder Rudolf Kraus oder Barbara Lanzinger (beide Amberg). Besonders den Delegierten außerhalb der Stadt machte er den Hof: seine erste Wahlveranstaltung werde nicht etwa in Neumarkt, sondern in Finsterweiling über die Bühne gehen.

Eingangs hatte Kreisvorsitzender Albert Füracker – gerade mal zwei Monate im Amt – die Kreisvertreter auf einen offensiven Wahlkampf eingeschworen: „Die CSU im Landkreis kann jede Wahl gewinnen. Verloren haben wir immer nur dann, wenn wir gestritten haben.“

Dazu brauche es Geschlossenheit, die auch Bezirksvorsitzender Staatssekretär Hans Spitzner einforderte, ohne für einen der möglichen Kandidaten Partei zu ergreifen. Diese Verantwortung trage einzig und allein die Basis.

Von den 121 vorgeschlagenen Wahlmännern und –frauen wurden 120 als Delegierte oder Ersatzdelegierte gewählt – einer fiel durch. Bei der Nominierung des Wahlkreiskandidaten werden es aber zwei sein...
E.Z.

21.06.05


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16. Jahrgang