Christlich Soziale Union

Auf Spurensuche

NEUMARKT. Die Neumarkter CSU begab sich bei der BUGA auf Spurensuche nach "Nachhaltigkeit und Ökologie".

Im Rahmen der politischen Wochen 2005 der CSU Neumarkt organisierte die Frauenunion unter Leitung von Ulrike Rödl in Zusammenarbeit mit dem CSU-Stadtverband Neumarkt eine Tagesfahrt zur Bundesgartenschau nach München.

Die Planungen für das rund 560 Hektar große Gelände hatten schon längst vor Beginn der BUGA begonnen: Im Sinne der Agenda 21 errichtete die Stadt München in Riem seit Einstellung des Flugbetriebes im Jahre 1992 einen neuen Stadtteil unter den Aspekten „Nachhaltigkeit und Ökologie“. Die Fläche wurde aufgeteilt in ein Drittel Gewerbe mit der Messe, ein Drittel Wohnen im Zentrum und ein Drittel Grünfläche, die auch nach der BUGA 2005 als Klimaschneise für die gesamte Stadt und die Region München dienen soll.

Die Reisegruppe ließ sich unter fachkundiger Führung den rund 200 Hektar großen Park mit einer Ausdehnung von bis von bis zu vier Kilometern Länge und einem Kilometer Breite erläutern: Ortstypischen Pflanzen, eine weitläufige Seenlandschaft, faszinierende Kunstwerke, eine blühende Blumenpracht und thematische Gärten - unter Einbeziehung der früheren Nutzung als Flughafengelände - beeindruckten die CSU Mitglieder enorm.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen hatte jeder die Möglichkeit, das Gelände auf eigene Faust zu erkunden. Vom Showkochen der Bio-Spitzenköche über Blasmusik bis hin zu Fachvorträgen oder einer Fahrt mit der Seilbahn quer über das Gelände, kamen die CSU-Mitglieder auf ihre Kosten.
06.07.05

Hauchdünner Wahlsieg


Ein fairer Verlierer: der bisherige Direktkandidat Rudolf Kraus
gratuliert Oberbürgermeister Alois Karl zu seinem Erfolg. Dieser
scheint seinen Sieg noch gar nicht richtig verinnerlicht zu haben.


Hand aufs Herz: „Gewinne ich (Karl) oder er (Kraus)?“


Der spätere Wahlsieger Alois Karl bei der Stimmabgabe. Rechts
Versammlungsleiter Staatssekretär Hans Spitzner.


MdEP Albert Deß beim Verlassen der „Wahlkabine“.


MdB Barbara Lanzinger, die auf eine Kandidatur verzichtet hat-
te, begrüßt vom Neumarkter Kreisvorsitzenden Albert Füracker
(rechts) und von Alois Karl.
Fotos: Erich Zwick

„Sehen so Kontrahenten aus?“, fragen sich Herausforderer Ober-
bürgermeister Alois Karl und sein „Gegenspieler“, der bisherige
Mandatsträger Rudolf Kraus.


Knisternde Spannung unter den 120 Wahlfrauen und –männern.


Als schiene er vom eigenen Erfolg überrascht: der frischgekürte
Bundestagskandidat Alois Karl bei seinen Dankesworten an die
Delegierten. Neben ihm Bezirksvorsitzender Hans Spitzner.
NEUMARKT/KASTL. In Kastl wurde am Freitag Abend ein neues Kapitel in der Geschichte der CSU im Bundestagswahlkreis Amberg-Neumarkt geschrieben.

Zum ersten Mal seit Bestehen der Bundesrepublik wurde mit Alois Karl ein Neumarkter als Direktkandidat nominiert. Bisher hatten immer die Parteifreunde aus Amberg/Sulzbach-Rosenberg den Wahlkreisabgeordneten gestellt – in den letzten 15 Jahren Rudolf Kraus.

Viele hatten gehofft, dass es Zeit für einen „neuen Kopf“ sei, aber kaum einer hatte mit einem derart knappen Wahlergebnis gerechnet. Mit nur einer Stimme Vorsprung, nämlich mit 59:58 bei drei Enthaltungen hatte der Neumarkter Oberbürgermeister die Nase vorn. Dem Unterlegenen schossen die Tränen in die Augen.

Versammlungleiter Staatssekretär Hans Spitzner hatte nicht umsonst für Fairness geworben, was sich die Redner des Abends zu Herzen nahmen.

„Für eine neue Politik braucht man neue Köpfe“, warb der Neumarkter CSU-Kreisvorsitzende Albert Füracker für „seinen“ Kandidaten Alois Karl, wobei er den kommunalpolitischen Sachverstand des Neumarkter Oberbürgermeisters in den Mittelpunkt rückte. Der aus dem Bewerberkreis ausgeschiedenen Barbara Lanzinger wünschte er einen „guten Listenplatz“, um über diesen wieder in den Bundestag einzuziehen.

Die dermaßen Hoffierte honorierte aber den Vorschlag aus Neumarkt nicht: „Der Kreisverband Amberg-Stadt steht geschlossen hinter Rudolf Kraus“, sprudelte es aus ihr heraus.

Ähnlich votierte auch Dr. Harald Schwarz, der Amberg-Land-Vorsitzende, für „seine bewährte Kraft“ Rudolf Kraus, der sich durch „Verläßlichkeit und Vertrauen“ bewährt habe. Fast beschwörerisch bemühte er Konrad Adenauer selig, der seinen Gefolgsleute ins Stammbuch schrieb: „Keine Experimente“, womit unzweifelhaft Alois Karl gemeint war.

Bei der Vorstellung der Kandidaten meinten die Allwissenden schon allein am Beifall herausgehört zu haben, wem die Stunde schlägt. Alois Karl erhielt nämlich den kräfigeren und länger anhaltenden Applaus, obwohl er unverblümt anmerkte: „Jedermanns Darling bin ich nicht.“

Das mußten aber die Amberger Wahlfrauen und –männer wohl überhört haben. In ihren Ohren hat es eher verführerisch geklungen, als Karl sich und Barbara Lanzinger als Abgeordneten-Duo „mit der Kraft der doppelten Herzen“ propagierte.

Nach der geheimen Wahl, peinlich genau von Hans Spitzner beäugt, erst einmal schier lähmende Stille im Saal, als der Staatssekretär das Ergebnis verkündete: abgegebene Stimmen: 120, davon drei ungültig, 59 für Karl (hier hätte schon Jubel von Neumarkter Seite ausbrechen müssen), 58 für Kraus. Erst jetzt wurde auch den langsamer Rechnenden klar, dass die Mehrheit nicht bei 61, sondern bei drei Enthaltungen bereits bei 59 gegeben ist.

Nach alter Sitte gratulierte Rudolf Kraus seinem Herausforderer, der seinen Sieg noch nicht richtig verinnerlicht zu haben schien. Seine kurzen Dankesworte ließen die berechtigte Freude missen.
Erich Zwick

02.07.05

Karl schlägt Kraus 59:58 !


Siegte mit denkbar knappem Ergebnis: Alois Karl
NEUMARKT. Der Weg nach Berlin ist für Oberbürgermeister Alois Karl frei: Er wurde mit 59:58 Stimmen zum CSU-Direktkandidaten für den Bundestag gewählt !

21.33 Uhr am Freitagabend in Kastl: Riesenapplaus zumindest von Seiten der Neumarkter Delegierten für Alois Karl. Soeben haben die Wahlleiter das Ergebnis der Abstimmung um den Bundestags-Direktkandidaten der CSU für den Deutschen Bundestag bekanntgegeben. 59 Delegierte haben für Alois Karl gestimmt, 58 für den Amberger Bundestagsabgeordneten Rudolf Kraus. Drei Delegierte haben sich der Stimme enthalten.


Verlierer Rudolf Kraus
Bei dieser denkbar knappen Entscheidung hat Karl offensichtlich fast alle der 60 Neumarkter Stimmen auf sich vereint. Die Amberger Delegierten hatten ebenfalls 60 Stimmen zur Verfügung.

Erstmals seit Bestehen der Bundesrepublik ist damit ein Neumarkter der CSU-Direktkandidat für den gemeinsamen Wahlkreis Amberg-Neumarkt; bisher hatten immer Amberger diesen Posten besetzt. Und weil an der tatsächlichen Wahl des jeweiligen CSU-Direktkandidaten kein ernsthafter Zweifel erlaubt ist, wird Karl auch der erste direkt gewählten MdB aus Neumarkt sein.

Einen ausführlichen Bericht unseres Reporters in Kastl, der das Ergebnis telefonisch "live" in die Redaktion durchgab, lesen Sie hier noch im Laufe der Nacht.

(Der ausführliche Bericht ist seit 0.54 Uhr online)
01.07.05


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ISSN 1614-2853
18. Jahrgang