Europaabgeordneter Albert Deß

"Erlaubnis zur Giftausbringung"


Proteste vor dem Büro des Abgeordneten
NEUMARKT. Naturschützer demonstrierten am Donnerstag vor dem Büro des Europa-Abgeordneten Albert Deß: er werbe für die "Erlaubnis zur Giftausbringung" auf ökologischen Vorrangflächen.

Deß habe sich in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Agrarausschusses im EU Parlament gegen ein von EU-Agrarkommissar Phil Hogan vorgeschlagenes komplettes Pestizidverbot auf diesen Flächen ausgesprochen, hieß es (wir berichteten).

An der Protestaktion vor dem Neumarkter Büro des Abgeordneten Albert Deß nahmen Imker, Landwirte und Vertreter des Bundes Naturschutz teil.


Die EU-Kommission lege immer wieder Vorschläge vor, um die gemeinsame Agrarpolitik am Ziel der Nachhaltigkeit auszurichten, hieß es dabei. Dazu gehöre auch die Verpflichtung von größeren Ackerbaubetrieben, fünf Prozent ihrer Felder nach dem Ziel "Vorrang für die Umwelt" zu bewirtschaften. Das sei notwendig, damit diese Flächen ihre ökologische Funktion für den Erhalt der Artenvielfalt in den Landschaften erfüllen könnten. Für diese sogenannten "Greeningflächen" erhalten die Landwirte eine gesonderte Prämie.

EU Agrarkommissar Phil Hogan hat erneut ein komplettes Pestizidverbot auf diesen Flächen vorgeschlagen, doch das möchte der CSU-EU-Parlamentarier Albert Deß, der Vorsitzender des Agrarausschusses im EU Parlament ist, verhindern, hieß es am Donnerstag.
08.06.17

Im "Deßschen Universum"

Zum Bericht "Agrarausschuss lehnte ab", neumarktonline vom 30.5.2017

MdEP Albert Deß feiert eine peinliche Entscheidung als Erfolg! Es ist durch nichts gerechtfertigt und durch Fakten nicht nachvollziehbar, dass auf ökologischen Vorrangflächen "Pflanzenschutzmittel", also Gifte, ausgebracht werden dürfen. Wie er eine Verbindung zwischen Pestiziden und der Einfuhr von Eiweißerzeugnissen aus Brasilien und anderen Exportländern herstellen will, bleibt wohl ewig im Deßschen Universum verborgen.

Es ist erfreulich, dass er die Futtermittelimporte reduzieren will, aber mit einer Logik à la Schilda geht das leider nicht. Und wenn er den Hunger in der Welt bekämpfen will, dann soll er mal bei "Misereor" oder "Brot für die Welt" nachfragen, ob die Pestizidgestützte großindustrielle Landwirtschaft in der Dritten Welt das Elend mindert.

Und auch von Papst Franziskus könnte er sich eines Besseren belehren lassen - er braucht nur die Enzyklika "Laudato Si" lesen und beherzigen.


Und wenn ihm die landwirtschaftliche Fläche hierzulande zu klein ist, dann sollte er sich vordringlichst an Heimatminister Söder wenden, der alles unternimmt, um den Flächenfraß weiter zu schüren, gegen die wohlgemeinten und warnenden Ratschläge so ziemlich aller Experten in unserem Land.

Es bleibt nur zu hoffen, dass das Parlament den Empfehlungen des Agrarausschusses nicht folgt.
07.06.17

Protest gegen Deß

NEUMARKT. Naturschützer, Imker, Landwirte und Verbraucher wollen vor dem Büro des Europaabgeordneten Albert Deß in Neumarkt demonstrieren.

Das kündigte der Bund Naturschutz an. Man wolle damit dagegen protestieren, daß Deß bei der bevorstehenden Abstimmung im EU-Parlament "für eine Erlaubnis zur Giftausbringung auf ökologischen Vorrangflächen wirbt", hieß es am Freitag. Die Demonstration vor dem Büro des Europaabgeordneten ist für Donnerstag nächster Woche geplant.


Die EU Kommission lege immer wieder Vorschläge vor, um die gemeinsame Agrarpolitik am Ziel der Nachhaltigkeit auszurichten, hieß es vom Bund Naturschutz.. Dazu gehöre auch die Verpflichtung von größeren Ackerbaubetrieben, fünf Prozent ihrer Felder nach dem Ziel "Vorrang für die Umwelt" zu bewirtschaften. Das sei notwendig, damit diese Flächen ihre ökologische Funktion für den Erhalt der Artenvielfalt in den Landschaften erfüllen können. Für diese sogenannten "Greeningflächen" erhalten die Landwirte eine gesonderte Prämie.

EU-Agrarkommissar Phil Hogan hat erneut ein komplettes Pestizidverbot auf diesen Flächen vorgeschlagen, doch das möchte nach Ansicht der Umweltschützer der CSU-Parlamentarier Albert Deß verhindern - und er ist immerhin der Vorsitzende des Agrarausschusses im EU-Parlament.

Bei einer gemeinsamen Protestaktion mit Imkern, umweltbewussten Landwirten und Verbrauchern vor dem Büro von Albert Deß will der Bund Naturschutz "auf den Lobbyismus des Abgeordneten für die chemische Industrie hinweisen".
02.06.17


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16. Jahrgang