neumarktonline Dokumentation

Jahresrückblick des Landrats zur Kreistagssitzung

Von Landrat Albert Löhner

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich darf Sie alle sehr herzlich zu unserer mittlerweile traditionellen Abschlusssitzung willkommen heißen.

Ganz besonders begrüßen darf ich neben den Kolleginnen und Kollegen des Kreistages Liebe Kolleginnen und Kollegen,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

vielen Dank an die Schüler unserer Knabenrealschule für die schöne musikalische Umrahmung unserer Jahresabschlusssitzung des Kreistages und besonders bedanken darf ich mich jetzt schon bei allen Helferinnen und Helfern des Amtes für die Dienste bei der heutigen Festsitzung, auch für den schönen Saalschmuck.

Danken möchte ich auch unserer Kollegin Marianne Pfeiffer für den Schmuck unseres Foyers, der das Landratsamt das ganze Jahr über bereichert.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

zum Jahresende ziehen viele Menschen ihre persönliche Bilanz. Diese wird dabei geprägt von eigenen Erfolgen, schönen Erlebnissen, von guten menschlichen Begebenheiten, aber auch von kleinen oder größeren Enttäuschungen, Rückschlägen und manchmal leider auch von Verlusten und schweren Schicksalsschlägen.

Die Bilanz des Jahres 2012 aus der Sicht des Landkreises Neumarkt ist sehr positiv. Das hängt damit zusammen, dass wir mit den permanenten Veränderungen richtig umgehen. Dazu eine kleine Anekdote: Ein Professor händigte die Unterlagen für das Abschlußexamen aus und verursachte einige Verwirrung bei den Studenten. Einer von ihnen sprang auf und rief aufgeregt: "Aber, Herr Professor, das sind ja die gleichen Fragen, die Sie uns bei der letzten Klausur gestellt haben!" - "Stimmt", sagte er, "aber die Antworten haben sich geändert." Das gilt auch für uns. Wir müssen auch oft auf die gleichen Fragen wie z.B. die demografische Entwicklung immer wieder neue richtige Antworten finden. Das ist uns in diesem Jahr wieder gut gelungen. Lassen Sie mich kurz die wichtigsten dieser Antworten nennen:

Am Klinikum erhalten wir nach jahrzehntelangen Bemühungen nun endlich eine Kinderstation. Eine Kooperation mit der Kinderstation am Klinikum Nürnberg überzeugte letztendlich das Gesundheitsministerium.
Ohne eine weitere großherzige Stiftung des Ehepaars Donauer wäre die Realisierung dieses Projektes allerdings nicht möglich, denn Fördermittel des Freistaates stehen nicht zur Verfügung. Für diese tatkräftige Unterstützung möchte ich mich ganz herzlich bei Leokadia und Johann Donauer bedanken.

Weitere Weichen in Richtung erfolgreiche Zukunft für das Klinikum wurden im Mai gestellt. Die Bayerische Staatsregierung hat die Aufnahme des 6. Bauabschnittes in das Jahres-Krankenhausbau-Programm des Freistaates Bayern beschlossen. Eine Großinvestition mit über 20 Millionen Euro ist damit finanziell abgesichert. Allerdings muss die vorhandene Planung noch auf das finanziell machbare hin abgespeckt werden. Der 6. Bauabschnitt wird dann die bereits bestehenden räumlichen Kapazitätsengpässe wesentlich lindern und sorgt für eine deutliche Qualitätsverbesserung in der stationären Gesundheitsversorgung.
In den nächsten Jahren wird unser Klinikum noch moderner und noch leistungsfähiger. Aber es wird die nächsten Jahre immer schwieriger werden, Erlöse und Ausgaben so in Einklang zu bringen, dass positive Betriebsergebnisse für dringend notwendige Investitionen übrigbleiben.

Natürlich haben wir auch in diesem Jahr weiter daran gearbeitet die regenerative Energieerzeugung in unserem Landkreis auszubauen. Wir sind Windstützpunkt mit dem Schwerpunkt Stromnetzverbesserung und im November hat der Klimaschutzmanager des Landkreises seine Arbeit aufgenommen. Der Landkreis ist bestens dafür aufgestellt, seine Vorreiterrolle für eine erfolgreiche Energiewende in Bayern beizubehalten.

Mit der Staatlichen Technikerschule an der Berufsschule konnten wir zu Beginn des neuen Schuljahres eine bisher noch bestehende Lücke im Bildungsangebot unseres Landkreises schließen.
Auch die Planungen für den Neubau des Willibald Gluck Gymnasiums sind weit vorangeschritten, so dass wir im nächsten Jahr mit dem Bau beginnen können.

Wichtig für unsere heimischen Betriebe und deren Arbeitnehmer gleichermaßen ist die Wirtschaftsförderung und wir bauen diese stetig aus. Durch die Mitgliedschaft des Landkreises beim Technologiecampus der Hochschule Amberg-Weiden haben unsere Betriebe seit Mai die Möglichkeit, auf sehr kurzem Weg ihre Zusammenarbeit mit der Wissenschaft zu intensivieren. Sehr weit gediehen ist auch die Kooperation mit der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg zur Errichtung einer Außenstelle in Neumarkt.

Selbstverständlich wurde der auch Ausbau unseres 343 km langen Kreisstraßennetzes 2012 fortgeführt. In diesem Jahr haben wir vier Millionen Euro in die Hand genommen, damit unsere Straßen auch in Zukunft so gut und verkehrssicher bleiben, wie wir es gewohnt sind.

Viel geschehen ist auch auf unsere Initiative hin bei der Verbesserung der Staatsstraßen und der Bundesstraßen, insbesondere der B 299 nördlich von Neumarkt und auch südlich mit der Vorbereitung der Ortsumgehung Mühlhausen. Heute in einer Woche wird nach 15jähriger Vorarbeit auch die neue Autobahnanschlusstelle bei Frickenhofen für den Verkehr freigegeben werden.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich nehme an, dass der aus Erzählungen bekannte amerikanische Richter Oliver Wendel Holmes unsere hervorragend ausgebauten Straßen nicht kannte. Er ist viel mit dem Zug gereist.
Eines Tages konnte Holmes im Zug seine Fahrkarte nicht finden. Der Schaffner sieht geduldig zu, wie der Achtundachtzigjährige alle seine Taschen durchsucht - ohne Erfolg.

Natürlich hat der Schaffner den Richter erkannt und beruhigt ihn: "Herr Holmes, machen Sie sich keine Sorgen: Sie brauchen Ihr Ticket nicht. Sie werden es wahrscheinlich erst dann finden, wenn Sie schon ausgestiegen sind. Wir vertrauen Ihnen; Sie können uns das Ticket später zusenden."

Da sieht der Richter den Schaffner verständnislos an und sagt: "Mein lieber Herr, das ist doch gar nicht das Problem. Das Problem ist nicht: wo ist mein Ticket - das Problem ist: wohin geht die Reise?"

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

wohin geht die Reise des Landkreises Neumarkt? Wie sieht die Zukunft aus? Ich brauche keine Fahrkarte um zu wissen, dass wir trotz mancher Schlaglöcher und Stolpersteine auf dem Weg in eine positive Zukunft sind.

Wir alle dürfen uns im nächsten Jahr über die dritte Müllgebührensenkung seit 2007 freuen. Die Arbeitslosenquote im Landkreis ist nach wie vor sensationell niedrig und unser Kreishaushalt ist hervorragend. Wir haben bayernweit die niedrigste Kreisumlage und eine sehr hohe Investitionsquote.

Auch unsere Gemeinden arbeiten sehr wirtschaftlich. Das führt dazu, dass auch auf Ebene der Gemeinden die Verschuldung kontinuierlich abgebaut wird Die "kommunale Familie" im Landkreis Neumarkt i.d.OPf. leistet vorbildliche Arbeit.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir waren im abgelaufen Jahr fleißig, haben viel getan. Und wer viel tut, dem darf auch mal eine kleine Panne passieren. Wir müssen nicht perfekt arbeiten wie Roboter oder Computer Ich darf deshalb meine Ausführungen mit zwei nicht ganz ernsten Ausführungen über Computer schließen und zu einem besinnlich amüsanten Teil überleiten.

Ja, ja, mit Computern hat man Zeit, Dinge zu tun, die man ohne sie gar nicht tun müsste. Aber es beschäftigt einen doch sehr. Angesichts der Verabschiedung von Frau Tursch und der Vorstellung der neuen Gleichstellungsbeauftragten Frau Herbrecher, vor allem die Frage: Sind Computer eigentlich männlich oder weiblich? Man hat jetzt versucht, das im Rahmen einer kleinen Forschung herauszufinden, und hat zwei Gruppen gebildet.
Eine männliche und eine weibliche. Die wurden dann mit dieser Fragestellung konfrontiert. Das Ergebnis der beiden Gruppen war jeweils eindeutig.

Die Frauen votierten ganz klar dafür, dass der Computer männlich ist. Denn: Die Männer stimmten aus folgenden Gründen für "weiblich" Ja und als weiteres:

Auf der Messe ist ein Computer aufgebaut. Die Hersteller schildern ihn als Gipfel der Technik. Ein Kunde zweifelt, verlangt ein Experiment und stellt folgende Frage: "Wo ist mein Bruder?"
Die Maschine wird gefüttert, rattert, blitzt und wirft die Antwort aus: "Gegenwärtig im zweiten Stock des Kaufhauses X & Y in Hannover, um einen Schirm zu kaufen." Der Kunde ist beeindruckt, wünscht jedoch einen zweiten Leistungsbeweis und fragt: "Wo ist mein Vater?" Ein Zittern durchläuft die Maschine, und die Antwort ist da: "Sitzt an der Unterelbe und angelt." - "Danke!", sagt der Kunde. "Das genügt. Mein Vater ist seit fünf Jahren tot."
Die Fachleute sind betroffen, programmieren noch einmal, starten die Abfrage erneut und lesen: "Der Gatte Ihrer Mutter ist seit fünf Jahren tot. Ihr Vater sitzt an der Unterelbe und angelt."

Das macht den Unterschied zwischen Computer und Mensch aus. Der Computer ist nur korrekt und perfekt. Wir aber sollten auch noch taktvoll und menschlich bleiben.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrten Damen und Herren,

unsere Erfolge beruhen nämlich auch darauf, dass Sie, dass wir alle noch menschlich bleiben, dass wir gemeinsam, die Probleme angehen, dass sich viele Einzelne und viele Unternehmen für unsere Heimat und die Menschen in der Region verantwortlich fühlen.

Unsere Gesellschaft wird zuallererst von Werten wie Freiheit und Rechtsstaatlichkeit, Solidarität und Mitmenschlichkeit zusammengehalten.

Deshalb nutze ich die heutige Gelegenheit, allen zu danken, die sich für ihre Mitmenschen und die genannten Werte einsetzen.

Es gibt sehr viel bürgerschaftliches Engagement in unserem Landkreis, mehr, als die Medien vermitteln können, wenn soziale Kälte oder Kriminalität die Schlagzeilen beherrschen. Die Menschen, die sich für karitative Organisationen, in Vereinen oder in Nachbarschaftshilfen engagieren, machen keine Schlagzeilen - sie tun einfach das, was sie als nötig empfinden. Sie bewegen etwas im Sport oder in der Kultur, helfen Bedürftigen oder verschaffen anderen Recht.

Menschen, die sich engagieren, beweisen Solidarität und Zivilcourage, wenn sie sich für die Gemeinschaft einsetzen. Dieses Engagement kann nicht hoch genug geschätzt werden. Ein kleines Zeichen des Dankes und der Anerkennung für langjähriges, umfangreiches, bürgerschaftliches Engagement soll deshalb die Ehrenamtskarte Bayern sein, die der Landkreis Neumarkt i.d.OPf. in diesem Jahr eingeführt hat.

Herzlichen Dank allen, die es uns möglich machen, das Weihnachtsfest in Ruhe zu feiern, allen, die an den Feiertagen arbeiten und selbst am Heiligen Abend den Betrieb aufrechterhalten. Den Feuerwehrleuten, den Seelsorgern, der Polizei, den Radio-, Fernseh- und Zeitungsmachern und vielen anderen.

Nicht zuletzt allen Menschen, die sich gerade an Weihnachten um andere, um Bedürftige oder Alleinstehende kümmern, den Bediensteten der Krankenhäuser und der Alten- und Pflegeheime, den Rettungsdiensten sowie den Angehörigen aller sozialen Organisationen.

Dank sagen darf ich auch den Bürgermeistern und Bürgermeisterinnen, den Stadt- Markt- und Gemeinderäten, vor allem auch Ihnen als Mitglieder unseres Kreistages, den Beschäftigten in den Verwaltungen und sonstigen öffentlichen Einrichtungen und natürlich den Bediensteten des Landratsamtes.
Ganz besonders danke ich auch allen Bürgerinnen und Bürgern für das entgegengebrachte Vertrauen und die erwiesene Unterstützung, sowie den Vertreterinnen und Vertreter der Presse und Medien für die stets faire Berichterstattung und gute Zusammenarbeit.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

gemeinsam können wir mit Stolz und Dankbarkeit auf das abgelaufene Jahr zurückblicken und uns auf die Feiertage freuen. Uns im Landkreis Neumarkt geht es im Großen und Ganzen sehr gut. Wir müssen uns aber der Zukunft widmen, denn wir leben in einer dynamischen Zeit, in der Stillstand Rückschritt bedeutet. Lassen Sie uns deshalb zusammen mit Zuversicht die Herausforderungen des Neuen Jahres annehmen.

Ich schließe mit den Worten von Johann Wolfgang von Goethe und wünsche Ihnen damit gesegnete Weihnachten und ein frohes und gesundes Neues Jahr:

"Was immer Du tun kannst oder träumst, es tun zu können, fang damit an! Mut hat Genie, Kraft und Zauber in sich."

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

Es handelt sich hier um das zur Verfügung gestellte Rede-Manuskript. Die tatsächlich gehaltene Rede kann davon geringfügig abweichen
10. Dezember 2012

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16. Jahrgang