MdL Albert Füracker

"Schwarzer Tag" wurde erwartet


"Bunter" Besuch am Wahlabend beim Landrat: Die Grünen-Kandidaten Dr. Roland Schlusche und Gabriele Bayer, Hausherr Albert Löhner, die Freien-Kandidaten Hans Gerngroß und Regina Weidinger sowie der in den Landtag gewählte CSU-Direktkandidat Albert Füracker.

NEUMARKT. Der künftige Landtagsabgeordnete Albert Füracker hat mit dem schlechten Abschneiden der CSU durchaus gerechnet.

In einer ersten Stellungnahme sagte er am Sonntagabend gegenüber neumarktonline, daß interne Umfragen der CSU in den letzten Tagen einen "schwarzen Tag" für die CSU angekündigt hätten.

Bei ihm überwiege trotz allem die Freude, von den Wählern mit beinahe 50 Prozent der Stimmen in den bayerischen Landtag geschickt worden zu sein - "nach 20 Jahren härtestem ehrenamtlichen Einsatz Tag und Nacht" freue er sich auf die Arbeit in München.

Die CSU im Landkreis habe sich nichts vorzuwerfen: "Wir haben hervorragend gearbeitet und auch einen guten Wahlkampf gemacht!" Allerdings müsse es auf Landesebene wohl "einen Neuanfang in der CSU" geben. Dabei wolle er mithelfen.

Füracker konnte übrigens das beste Ergebnis aller CSU-Kandidaten in der Oberpfalz erreichen.
28.09.08

Dritte Wähler-Watschn


Vor der Wahl noch optimistisch: die CSU-Direktkandidaten Albert Füracker (Landtag) und Albert Löhner (Bezirkstag). Dazwischen der frühere Landtags-Direktkandidat Hans Spitzner.
Foto:Archiv
NEUMARKT. Die Landtagswahlen brachten der CSU in Neumarkt die dritte Watschn des Wählern innerhalb von drei Jahren. Wie in ganze Bayern erlebten die Christsozialen auch in der Stadt und im Landkreis Neumarkt ein Desaster - obwohl Landtags-Direktkandidat Füracker auf über 50 Prozent kam.

Nach den OB-Wahlen im Dezember 2005 und den Lokalwahlen im März dieses Jahres gingen aus Sicht der CSU auch die Landtagswahlen komplett in die Hosen.

Ob die CSU bei der Bezirkstagswahl genauso abgestraft wurde, stand um 20.30 Uhr noch nicht fest. Direktkandidat Landrat Albert Löhner hatte schon bei den letzten Kommunalwahlen gezeigt, daß ein CSU-Fiasko an seiner Person durchaus vorbeigehen kann.

Landtags-Direktkandidat Albert Füracker kam nach der Auszählung von 16 (von 19) Gemeinden auf 52,3 Prozent - gegenüber 67,8 Prozent seines Vorgängers Hans Spitzner vor fünf Jahren. An Zweitstimmen holte die CSU 53,93 Prozent gegenüber 69,25 Prozent vor fünf Jahren.

Unter 50 Prozent

NEUMARKT. mit den letzten Ergebnissen rutschte der CSU-Direktkandidat doch noch unter 50 Prozent:
Nach der Auszählung aller Wahllokale im Landkreis kam Albert Füracker auf 49,48 Prozent der Stimmen. Die CSU erreichte 51,21 Prozent.
Klare Gewinner auch im Landkreis Neumarkt sind bei den Landtagswahlen die Freien Wähler: Direkkandidat Hans Gerngroß kam nach diesen ersten Zahlen auf 16,27 Prozent, die Freien Wähler liegen bei 15,41 Prozent.

Mit rund zwölf Prozent lagen SPD-Direktkandidatin Carolin Braun und ihre Partei etwa bei den Ergebnissen der letzten Landtagswahl.

Dr. Roland Schlusche von den Grünen kam auf sechs Prozent, seine Partei auf 5,4 Prozent.

Alle anderen Parteien würden nach diesen ersten Ergebnissen aus dem Landkreis Neumarkt an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.

Stellungnahmen der Direktkandidaten am Wahlabend:
Albert Füracker (CSU)
Hans Gerngroß (Freie Wähler)
Carolin Braun (SPD)
Albert Löhner (CSU)
Thomas Thumann (Freie Wähler)

Alle Ergebnisse
28.09.08

Majestät überzeugt


Claudia Porschert, die Siebentälerkönigin Dietfurts, umringt von
den Kandidaten der CSU
NEUMARKT. Der Ortschaft Zell bei Dietfurt, dem südlichsten Zipfel des Landkreises Neumarkt, statteten die Landtags- und Bezirkstagskandidaten der CSU in der heißen Endphase des Wahlkampfs einen Besuch ab.

Zell hat eine geographische Besonderheit, die seinen Einwohnern häufig zur Last wird: Weit ab von der Großen Kreisstadt Neumarkt und anderen größeren Ortschaften, wird selbst der alltägliche Weg zum Einkauf zu einer "kleinen Weltreise".

Auf diese Problematik wies auch Andeas Porschert, der dritte Bürgermeister Dietfurts, hin: "Ob ich nun von Zell aus nach Ingolstadt zu meiner Arbeitsstelle oder zu einem Behördengang nach Neumarkt fahre - immer bin ich knapp 90 Kilometer mit dem Auto unterwegs. Bei Spritpreisen von 1,40 Euro pro Liter geht uns hier auf dem Land langsam die Luft aus. Die Politik muß endlich handeln."

Laut Landtagskandidat Albert Füracker will die CSU mit einer Neuordnung der Pendlerpauschale diesem Problem entgegenwirken. Gerade die hohe Zahl der Berufspendler im Landkreis Neumarkt zeige deutlich, dass das tagtägliche Pendeln zum Arbeitsplatz oft unabdingbare Voraussetzung für Erwerbstätigkeit ist. Gerade der Flächenlandkreis Neumarkt mit seinem sehr hohen Anteil an Pendlern werde von einer Neuordnung der Pendlerpauschale profitieren, so Albert Füracker.

Nach einer heftigen Diskussion um die derzeit sehr hohen Benzinpreise ging Susanne Hierl, CSU-Listenkandidatin für die Landtagswahl, kurz auf Energiepolitik ein: Trotz des Ausbaus der erneuerbaren Energien werde man die Stromerzeugung aus Kernkraft-, Gas- und Kohlekraftwerken zeitnah nicht ersetzen können, sagte sie. Ein langfristiges Ziel der CSU sei jedoch eine CO2-freie Stromerzeugung. Bereits jetzt würden rund 80 Prozent des bayerischen Stroms durch Kernkraftwerke oder erneuerbare Energien CO2-frei erzeugt. Man brauche die CO2-freie Kernenergie für eine Übergangszeit. Allerdings, so Hierl: "Der Neubau von Kernkraftwerken wird von der CSU entschieden abgelehnt".

Am Ende der Veranstaltung konnte CSU-Kreisvorsitzender Albert Füracker noch eine kleine Überraschung verkünden: "Die CSU hat nun eine echte Königin in ihren Reihen". Die bei der Diskussionsrunde anwesende Siebentälerkönigin Dietfurts, Claudia Porschert, hatte sich kurzerhand entschieden, Mitglied bei der CSU in Zell zu werden.
25.09.08


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ISSN 1614-2853
17. Jahrgang