Gesundheit

"Fix und fertig..."

NEUMARKT. So fühlen sich Krisen an: „Ich bin fix und fertig“, sagen manche Anrufer, wenn sie sich an den Sozialpsychiatrischen Dienst Neumarkt wenden.

Es kostet Überwindung, sich einzugestehen, dass man Hilfe braucht. Neben Parsberg beraten auch in Berching Mitarbeiterinnen des Dienstes vor Ort. Gerade im ländlichen Raum sei es nach wie vor „mit Scham verbunden, psychische Erkrankungen zuzugeben“, sagt Maria Eder-Poll vom Sozialpsychiatrischen Dienst (SPDi) Neumarkt, das zum Diakonischen Werk gehört. Aber gerade auch an die Menschen aus kleineren Orten im Landkreis richtet sich das Angebot.

Im vergangenen Jahr suchten 129 Klienten aus der Stadt Neumarkt und 107 aus dem Landkreis Hilfe beim SPDi, listet Dekan Wolfgang Bub auf, der Leiter des Diakonischen Werks Neumarkt.

In Berching hatte eine Mitarbeiterin seit einigen Jahren eine Außenstelle auf die Beine gestellt und viele Kontakte geknüpft, berichtet Eder-Poll. Doch die Stelle sei gestrichen worden und dadurch sei weniger in Berching passiert.

Mit einem Filmabend im Ber-Li soll die Beratung im Pettenkoferhaus wieder mehr in den Fokus rücken. Am 27. April wird im Ber-Li der norwegische Film „Elling“ zu sehen sein (Bericht hier).

Der Sozialpsychiatrische Dienst bietet Hilfe in allen Krisensituationen, sagt Maria Eder-Poll: Ob Beziehungsprobleme, Schulden, Probleme in der Familie. „In einem Erstgespräch erklären wir, was die Auslöser für eine Krise sind und versuchen, Hilfsangebote zusammenzustellen, also zum Beispiel eine Eheberatung oder eine Selbsthilfegruppe“, erklärt Eder-Poll das Prozedere. Wer gerade in einer akuten Krise steckt, muss auch nicht lange auf diesen ersten Termin warten, verspricht sie. Außensprechstunden gibt es auch in Parsberg im dortigen Rathaus.

Kontakt zum Sozialpsychiatrischen Dienst Neumarkt und Terminvereinbarung für Berching, Parsberg und Neumarkt unter (09181) 46400.
13.04.06

Herzens-Fragen

NEUMARKT. Wie gefährdet ist das eigene Herz ? Im Neumarkter Gesundheitsamt steht jetzt ein Test-Gerät.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nach Auskunft der Behörde die häufigsten Todesursachen. Jederkönne aber sein eigenes Risikoprofil zusammenstellen: Bewegungsmangel mit Übergewicht, Rauchen, falsche Ernährung und Stress seien wichtige Ursachen für die Entstehung eines Herzinfarkts.

Im Gesundheitsamt Neumarkt steht derzeit ein Test-Gerät, mit dem man sein persönliches Herz-Kreislauf-Risiko erfahren kann. Der Benutzer wird durch ein Fragenprogramm geleitet, das per Knopfdruck mit Ja und Nein beantwortet wird. Anhand von 22 Fragen wird das persönliche Risikoprofil erstellt und kann dann per Handzettel mit nach Hause genommen werden.

Das Gerät steht in den nächsten 14 Tagen im Gesundheitsamt zu den üblichen Öffnungszeiten jedermann zur Verfügung, teilte Medizinaldirektor Dr. Heinz Sperber mit.
13.04.06

Soziotherapie in Neumarkt


Sozialpädagogin Maria Pflug (re.) mit Anita Drefs und Dekan Dr.
Wolfgang Bub.
Foto: Ernst Damm
NEUMARKT. Als derzeit einzige Einrichtung für psychisch Erkrankte in der gesamten Oberpfalz hat der Sozialpsychiatrische Dienst des Diakonischen Werks Neumarkt seit neuestem eine „Soziotherapie“ im Angebot.

Durchgeführt wird die Maßnahme von der Sozialpädagogin Maria Pflug, die die Zulassung von der Krankenkassenverbänden erhalten hat.Denn was helfen die besten Angebote und ärztlichen oder ärztlich verordneten Leistungen, die einem psychisch kranken Menschen von Gesetz wegen zustehen, wenn dieser sie auf Grund einer Erkrankung nicht selbstständig in Anspruch nehmen kann.

Ein Beispiel: Nach seiner Entlassung aus einer Fachklinik kommt ein Patient nicht mit der Nachsorge zurecht, weil sein psychischer Zustand noch nicht stabil genug ist. Arztbesuche oder die Medikamenteneinnahme werden verbummelt – es fehlt an Motivation und an einem strukturierten Alltag, oft auch an sozialen Kontakten.Ein Fall für eine Soziotherapie: „Die erste wichtige Aufgabe ist dann die Zuführung zur fachlichen Nachbetreuung“, erläutert Maria Pflug, die gemeinsam mit der Leiterin des Sozialpsychiatrischen Dienstes, Anita Dref, und Dekan Wolfgang Bub das neue Angebot vorstellte.

„Die Soziotherapie ist eine ergänzende Leistung zu unserer sozialpsychiatrischen Arbeit, aber nur für einen bestimmten Kreis“, sagt Drefs. Zielgruppe sind schwer psychisch kranke Menschen aus Stadt und Landkreis Neumarkt, die unter Schizophrenie oder Wahrnehmungsproblemen der Realität leiden, auch manisch Depressive.Ein Nervenarzt muss die Soziotherapie verordnen – derzeit dürfen das zwei im Landkreis.

Unter Mithilfe der Therapeutin, die sie, wenn gewünscht, auch zuhause besucht, sollen die Patienten allmählich lernen, ihre Behandlung und medizinisch verordneten Leistungen selbst zu „managen“.Auch wenn es bei den Betroffenen hier anfangs oft an Einsicht mangelt: „Der Patient muss der Soziotherapie selber zustimmen“, nennt Maria Pflug als Grundvoraussetzung.

„Gemeinsam mit dem Facharzt und dem Soziotherapeuten stellt er dann einen individuellen Behandlungsplan auf.“ Ziel sei es, wiederholte Krankenhausaufenthalte so genannter „Drehtürpatienten“ zu vermeiden oder zumindest zu verkürzen.

Weitere Informationen: Sozialpsychiatrischer Dienst, Diakonisches Werk Neumarkt,Friedenstraße 33, 92318 Neumarkt, Telefon (09181) 46400, Fax (09181) 464029.E-Mail: spdi.neumarkt@dw-neumarkt.de
10.04.06
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ISSN 1614-2853
17. Jahrgang