Kneipenbühne Oberweiling

Furioses Debüt

NEUMARKT. In der gnadenlos mit begeisterten Zuhörern gefüllten Oberweilinger Kneipenbühne gaben d Raithschwestern und da Blaimer am Samstag ein furioses Debüt.

Mit von der Partie Bertl Wenzl, der souverän die Tuba, aber auch gewohnt elegant Saxophon und Klarinette bediente. Volksmusik lebt und feiert prächtige Urständ, fernab von den Schrecknissen sogenannter Volksmusiksendungen wie dem Musikantenstadel.

Was Susi und Tanja Raith an Traditionellem und Eigenem präsentierten, war so voll praller Lebenslust, dass einem schier die Spucke wegblieb. Tränen lachen konnte man zudem über einen hinreißenden Blaimer, der kein einziges Mal aus der Rolle des leidenden Ehemannes fiel und somit die beiden Super-Emanzen konterkarirte, dass es besser nicht ging. Zumal er von seiner Tanja zurechtgewiesen wurde, wann immer er einen Ausbruchsversuch startete, zum Beispiel, als er zwei Blockflöten via Nasenlöcher spielen wollte - zum Brüllen.

Dass das Ganze als CD-Präsentation firmierte, erschien angesichts so viel herrlich lockerer Szenen und Situationskomik eigentlich ganz nebensächlich. Die reine Lust!
25.09.05

Herrschafts-Weiber

NEUMARKT. Am Samstag gastieren D'raithschwestern und der Blaimer in der Oberweilinger Kneipenbühne.

Mit Steirischer, Gitarre und einem frechen Mundwerk bewaffnet erklimmen die beiden stimmgewaltigen gstandenen Weibsbilder Tanja und Susanne Raith die Bühne und fegen mit donnergewaltigen Stimmen alle Vorstellungen von heimtümelnder Volksmusik beiseite: Volksmusik lebt, sie ist aktuell, spritzig und beansprucht die Lachmuskeln bis zur Schmerzgrenze.

Sie brechen mit Jaguars Parklücken auf, schwängern Männer, versauen ihnen die Zukunft, setzen ihnen Hörner auf, machen Bürgermeister zum Affen, verraten wie der Schoas in die Wurst kommt, zählen Abends ihr Flöhe nach, wenn sie von der "anstrengenden Arbeit" auf dem Heuboden heimkommen und empfangen dann die Burschen, die in Schlangen zum Fensterln anstehen.

Ein über soviel herrschaftliche Weiblichkeit leicht eingeschüchtert wirkender Blaimer erklärt schliesslich in witziger Melancholie, warum Männer sowieso immer die Deppen sind, Plastikfrauen echten vorzuziehen sind und warum es besser ist, früh den Löffel abzugeben, als arm und verheiratet alt zu werden.

Warum und wie das alles genau ist, läßt man sich aber am besten von den Raith-Schwestern und dem Blaimer selbst erzählen.

(Kein Kartenvorverkauf, nur Abendkasse, Einlass ab 20 Uhr.)

Links zum Thema: www.kneipenbuehne.de
21.09.05

Wüstensöhne kamen an

NEUMARKT. Mit einem furiosen Konzert eröffnete die Kneipenbühne Oberweiling ihre 25. Saison.

Vor vollem Haus gastierte das Münchner Quartett „Sons Of The Desert“ und zeigte einmal mehr, was Blues wirklich sein kann – eine intelligente akkordreiche Musik mit unerhörten Grooves und lustigen, feinsinnigen Texten. Was zum Beispiel der österreichische 4-Saiten-Tenor-Gitarrist Leopold Stepanek aus dem altehrwürdigen St. Louis Blues machte, spottet jeder Beschreibung.

Natürlich ist es immer wieder eine Augen- und Ohrenweide, silbrig glänzende Blechinstrumente wie Sousaphon, National Steel Guitar oder Ukulele zu hören und zu erleben, was hier höchstens noch vom skurrilen Aussehen (Marokkanischer Fez + Hawaii-Blumengirlande) der Bandmitglieder übertroffen wird.

Leider warteten viele Besucher auf einen Hulatanz im Baströckchen vergeblich. Sängerin Diana Ponte enthielt ihn dem ansonsten begeisterten Publikum vor.

Die leichte Enttäuschung wurde aber durch die phantastische musikalische Leistung der vier locker wett gemacht. Nicht nur Blues in allen Variationen, auch Volksmusik aus Hawaii und ein russischer Tanz standen auf dem Programm – und zum prächtigen Schluss gab es wie im vergangenen Jahr die anscheinend schon obligatorische Session.
19.09.05

Wüstensöhne kommen

NEUMARKT. Die Kneipenbühne Oberweiling eröffnet am Samstag(17.September) ihre 25. Saison mit einem absoluten Knüller: der Münchner Geheimtipp Sons Of The Desert gibt sich in "Owei" nach seinem fulminanten Debüt im vergangenen Jahr zum zweiten Mal die Ehre.

Der Name der Band stammt aus einem Film von Stan Laurel und Oliver Hardy (zu deutsch: Wüstensöhne). Auf akustischen Metallinstrumenten aus den 20er- und 30er-Jahren singt und spielt das Quartett Musik aus dem Film, Hokum-Party-Blues von Bo Carter, Swing-Jazz-Nummern von Jellyroll Morton, Hula-Blues aus Hawaii, Vaudeville-Blues von Bessie Smith ... und Polkas und Walzer nach Bedarf.

Gefunden haben sich die Sons Of The Desert 1989, als Hans O. Graf (Gesang, Sousaphon, Ukulele), Gründer des legendären Münchner Folkladen einen damals noch jungen Mann aus dem Saarland namens Rainer Wölffler (Gesang, Resonatorgitarren, Mandoline, Hawaiigitarre) anheuerte, um seinen Reichtum mit Hilfe des Verkaufs von Vintage -Saiteninstrumenten aus Amerika zu vermehren. Dieser Plan ging jedoch gründlich daneben, wie so vieles im Leben dieser beiden Herren.

Die Dinge änderten sich jedoch zum Guten, als 1997 Diana Ponto (Gesang und Hula-Tanz) als Sängerin und Fronttänzerin die Geschicke der Band übernahm. Bernd Bauer (Gesang, Resonatorgitarre, Waschbrett, Löffel, Kazoo), ein alter Weggefährte aus Rainers bluesigen Tagen übernahm zusätzlich die vakante Stelle des Rhythmikers, Sängers und Einheizers und damit stand die Urbesetzung der Sons, die sechs Jahre lang die Bühnen all jener Lokale unsicher machte, die Alkohol in jeglicher Form ausschenkten.

Eine tragische Wendung ergab sich, nachdem im Jahre 2003 Bernd die Band aus familiären Gründen verließ. Nach anfänglich verzweifelten Versuchen, das Repertoire zu dritt am Leben zu erhalten (was Dianas Ausbildung an Washboard und Ukulele zur Folge hatte), erbarmte sich dann 2004 ein Österreicher, der sich bereit erklärte, für eine entsprechende Gage seine Heimat tageweise zu verlassen und auf Tour zu gehen. Leopold Stepanek aus Innsbruck bedient seitdem in der Kapelle die viersaitige Tenorgitarre, die Django-Gitarre im Swingstil und er singt unanständige Lieder.

Damit sind die Sons Of The Desert wieder vollzählig und zu jeder Schandtat bereit!

Link zum Thema: www.kneipenbuehne.de
11.09.05


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