Kneipenbühne Oberweiling

Herrschafts-Weiber

NEUMARKT. Am Samstag gastieren D'raithschwestern und der Blaimer in der Oberweilinger Kneipenbühne.

Mit Steirischer, Gitarre und einem frechen Mundwerk bewaffnet erklimmen die beiden stimmgewaltigen gstandenen Weibsbilder Tanja und Susanne Raith die Bühne und fegen mit donnergewaltigen Stimmen alle Vorstellungen von heimtümelnder Volksmusik beiseite: Volksmusik lebt, sie ist aktuell, spritzig und beansprucht die Lachmuskeln bis zur Schmerzgrenze.

Sie brechen mit Jaguars Parklücken auf, schwängern Männer, versauen ihnen die Zukunft, setzen ihnen Hörner auf, machen Bürgermeister zum Affen, verraten wie der Schoas in die Wurst kommt, zählen Abends ihr Flöhe nach, wenn sie von der "anstrengenden Arbeit" auf dem Heuboden heimkommen und empfangen dann die Burschen, die in Schlangen zum Fensterln anstehen.

Ein über soviel herrschaftliche Weiblichkeit leicht eingeschüchtert wirkender Blaimer erklärt schliesslich in witziger Melancholie, warum Männer sowieso immer die Deppen sind, Plastikfrauen echten vorzuziehen sind und warum es besser ist, früh den Löffel abzugeben, als arm und verheiratet alt zu werden.

Warum und wie das alles genau ist, läßt man sich aber am besten von den Raith-Schwestern und dem Blaimer selbst erzählen.

(Kein Kartenvorverkauf, nur Abendkasse, Einlass ab 20 Uhr.)

Links zum Thema: www.kneipenbuehne.de
21.09.05

Wüstensöhne kamen an

NEUMARKT. Mit einem furiosen Konzert eröffnete die Kneipenbühne Oberweiling ihre 25. Saison.

Vor vollem Haus gastierte das Münchner Quartett „Sons Of The Desert“ und zeigte einmal mehr, was Blues wirklich sein kann – eine intelligente akkordreiche Musik mit unerhörten Grooves und lustigen, feinsinnigen Texten. Was zum Beispiel der österreichische 4-Saiten-Tenor-Gitarrist Leopold Stepanek aus dem altehrwürdigen St. Louis Blues machte, spottet jeder Beschreibung.

Natürlich ist es immer wieder eine Augen- und Ohrenweide, silbrig glänzende Blechinstrumente wie Sousaphon, National Steel Guitar oder Ukulele zu hören und zu erleben, was hier höchstens noch vom skurrilen Aussehen (Marokkanischer Fez + Hawaii-Blumengirlande) der Bandmitglieder übertroffen wird.

Leider warteten viele Besucher auf einen Hulatanz im Baströckchen vergeblich. Sängerin Diana Ponte enthielt ihn dem ansonsten begeisterten Publikum vor.

Die leichte Enttäuschung wurde aber durch die phantastische musikalische Leistung der vier locker wett gemacht. Nicht nur Blues in allen Variationen, auch Volksmusik aus Hawaii und ein russischer Tanz standen auf dem Programm – und zum prächtigen Schluss gab es wie im vergangenen Jahr die anscheinend schon obligatorische Session.
19.09.05

Wüstensöhne kommen

NEUMARKT. Die Kneipenbühne Oberweiling eröffnet am Samstag(17.September) ihre 25. Saison mit einem absoluten Knüller: der Münchner Geheimtipp Sons Of The Desert gibt sich in "Owei" nach seinem fulminanten Debüt im vergangenen Jahr zum zweiten Mal die Ehre.

Der Name der Band stammt aus einem Film von Stan Laurel und Oliver Hardy (zu deutsch: Wüstensöhne). Auf akustischen Metallinstrumenten aus den 20er- und 30er-Jahren singt und spielt das Quartett Musik aus dem Film, Hokum-Party-Blues von Bo Carter, Swing-Jazz-Nummern von Jellyroll Morton, Hula-Blues aus Hawaii, Vaudeville-Blues von Bessie Smith ... und Polkas und Walzer nach Bedarf.

Gefunden haben sich die Sons Of The Desert 1989, als Hans O. Graf (Gesang, Sousaphon, Ukulele), Gründer des legendären Münchner Folkladen einen damals noch jungen Mann aus dem Saarland namens Rainer Wölffler (Gesang, Resonatorgitarren, Mandoline, Hawaiigitarre) anheuerte, um seinen Reichtum mit Hilfe des Verkaufs von Vintage -Saiteninstrumenten aus Amerika zu vermehren. Dieser Plan ging jedoch gründlich daneben, wie so vieles im Leben dieser beiden Herren.

Die Dinge änderten sich jedoch zum Guten, als 1997 Diana Ponto (Gesang und Hula-Tanz) als Sängerin und Fronttänzerin die Geschicke der Band übernahm. Bernd Bauer (Gesang, Resonatorgitarre, Waschbrett, Löffel, Kazoo), ein alter Weggefährte aus Rainers bluesigen Tagen übernahm zusätzlich die vakante Stelle des Rhythmikers, Sängers und Einheizers und damit stand die Urbesetzung der Sons, die sechs Jahre lang die Bühnen all jener Lokale unsicher machte, die Alkohol in jeglicher Form ausschenkten.

Eine tragische Wendung ergab sich, nachdem im Jahre 2003 Bernd die Band aus familiären Gründen verließ. Nach anfänglich verzweifelten Versuchen, das Repertoire zu dritt am Leben zu erhalten (was Dianas Ausbildung an Washboard und Ukulele zur Folge hatte), erbarmte sich dann 2004 ein Österreicher, der sich bereit erklärte, für eine entsprechende Gage seine Heimat tageweise zu verlassen und auf Tour zu gehen. Leopold Stepanek aus Innsbruck bedient seitdem in der Kapelle die viersaitige Tenorgitarre, die Django-Gitarre im Swingstil und er singt unanständige Lieder.

Damit sind die Sons Of The Desert wieder vollzählig und zu jeder Schandtat bereit!

Link zum Thema: www.kneipenbuehne.de
11.09.05

Kneipenbühne wird 25

NEUMARKT/OBERWEILING. Die Kneipenbühne eröffnet am Samstag, 17. September, ihre 25. Saison und wird somit im Sommer 2006 ein Viertel Jahrhundert erfolgreiche Kulturarbeit vollenden.

Dementsprechend reizvoll ist auch das Programm. Hier eine Kurzübersicht der Veranstaltungen bis zum Ende des Jahres:

Den Anfang macht das Münchner Quartett Sons Of The Desert , eine Gruppe, die mit Metallinstrumenten (Sousaphon, Resonatorinstrumenten: Gitarren, Ukuleles, Mandolinen und Hawaiigitarren), ihren marokkanischen Fezen und ihrer Baströckchen-Tänzerin nicht nur eine wahre Freude für die Augen sind: ihre Spezialitäten - Hokum-Blues (nicht immer ganz jugendfreie Juwelen aus den 20er und 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts) und Hawaiimusik - verwöhnen um nichts weniger die Ohren mit witziger Virtuosität.

Eine Woche später am 24. 9. debütieren in Oberweiling D Raithschwestern und da Blaimer : Mit Steirischer, Gitarre und einem frechen Mundwerk bewaffnet erklimmen die beiden stimmgewaltigen gstandenen Weibsbilder Tanja und Susanne Raith die Bühne und fegen mit donnergewaltigen Stimmen alle Vorstellungen von heimtümelnder Volksmusik beiseite: Volksmusik lebt, sie ist aktuell, spritzig und beansprucht die Lachmuskeln bis zur Schmerzgrenze. Sie brechen mit Jaguars Parklücken auf, schwängern Männer, versauen ihnen die Zukunft, setzen ihnen Hörner auf, machen Bürgermeister zum Affen, verraten wie der Schoas in die Wurst kommt, zählen abends ihr Flöhe nach, wenn sie von der "anstrengenden Arbeit" auf dem Heuboden heimkommen und empfangen dann die Burschen, die in Schlangen zum Fensterln anstehen. Ein über soviel herrschaftliche Weiblichkeit leicht eingeschüchtert wirkender Blaimer erklärt schließlich in witziger Melancholie, warum Männer sowieso immer die Deppen sind, Plastikfrauen echten vorzuziehen sind und warum es besser ist, früh den Löffel abzugeben als arm und verheiratet alt zu werden.

Am 1. Oktober können sich Fans auf den Parsberger Comedian und Gitarissten Wolfi Kleiber freuen, eine Woche später spielt das Quintett Arpad in der Kneipenbühne: Neben dem Perkussionisten Sandor Toth und dem Gitarristen Thomas Schottenhaml (beide in der Kneipenbühne gleichermaßen bekannt und beliebt) wirken noch drei weiter hochgradige Virtuosen auf der Bühne mit, deren musikalisches Motto darin besteht, Grenzen zu überwinden, Kulturen zu vereinen und Neues zu schaffen ohne die Ursprünge zu leugnen. Ob Irish Folk, lateinamerikanische Folklore, Jazz, Swing oder Zigeunermusik die Arpad-Musiker spezialisieren sich darauf, die unterschiedlichsten Stile und Klangfarben zu einem stimmungsvollen musikalischen Gemälde zusammenzufügen.

Am 15 .10. feiert das Quartett Voodoo Sunset Club in einem mehrstündigen Programm die Wiedergeburt des Gitarrenrocks der 70er und 80er Jahre. Dabei stehen Frontfrau Iris Hasels Stimme und ihre Fähigkeiten an diversen Tasteninstrumenten im Vordergrund.

Eine Woche später 22. 10. debütiert die Münchner Gruppe Sauglockn läut´n mit Gstanzln, Landlern, Zwiefachen, deftigen Rhythmen, saftigen Reimen, und eigenem Charme kurz gesagt mit Volksmusik, wie sie auf der Wiesn nicht zu hören ist.

Der Passauer Kabarettist Manfred Kempinger beschließt das Oktoberprogramm am 29. 10. mit seiner neuesten Produktion "Klappe auf". Der Titel ist Programm für einen Abend, der aus aberwitzigen Blickwinkeln den Standort Deutschland zum Thema hat. Ein Programm, in dem neue Eliten auf alte Symbole, unbekannte Zeitzeugen auf Nachrufschreiber und Pantoffeltiere auf Pollunderträger treffen, all dies mit dem Ziel, dem Publikum Mut zu machen, den alltäglichen, gesellschaftlichen und politischen Wahnsinn in diesem Lande zu akzeptieren. Man darf sicher gespannt sein, mit welchen Mitteln diesmal der von der Süddeutschen Zeitung zum Satirearchitekten ernannte Kempinger seine Mission erfüllen wird.

Der Oberweilinger November wird am 5. 11. mit Marco Piludu 4 eröffnet. Dies ist das neue Projekt des deutsch-italienischen Gitarristen Marco Piludu, das mit bundesweit und international tourenden Jazzmusikern der Nürnberger Szene besetzt ist. Im Repertoire der "Vier" wechseln Eigenes und Bearbeitungen von "New Standards" aus dem Pop-, Rock- und Evergreenbereich einander ab. Es dürfen also bisher unerhörte Versionen von "La Donna E Mobile", "Lili Marleen" und "Love Me Tender" ebenso wie moderne, groove- und melodiebetonte Eigenkompositionen erwartet werden.

Am darauffolgenden Samstag (12. 11.) darf man sich auf Sammy Vomácka, freuen: Der in Tschechien geborene Gitarrenvirtuose ist neben Werner Lämmerhirt ein Musiker der ersten Stunde der deutschen Folkszene. Einzigartig ist seine unglaubliche Vielseitigkeit, wobei er jede Spielrichtung perfekt beherrscht. Seine langjährige Erfahrung und musikalische Persönlichkeit, verbunden mit seinem ausgezeichneten Entertainment, prägen seine Konzerte und machen sie unvergesslich. Sammy spielt akustischen Blues und Slideguitar, für Gitarre arrangierte Piano-Ragtimes, bekannte Swingstücke mit Gesang, faszinierende Instrumentals und Jazzstandards.

Am 19. 11. hat Lizzy Aumeier mit ihrem neuen Programm ein Heimspiel in der Kneipenbühne und am 26. 11. bringt das Stefan-Grasse-Trio mit Flamencojazz, Afro-Samba, Bossa Nova & Valse Musette südliche Sonne ins Novembergrau Fetzige Klezmermusik schaffen die Klezmaniaxx am 3. Dezember nach Oberweiling. Die "Klezmaniaxx" setzen auf die energetische, traditionelle Tanzmusik, wie sie vor dem Zweiten Weltkrieg in den jüdischen Vierteln osteuropäischer Städte zu Hochzeiten und anderen Festlichkeiten gespielt wurde.

Es gibt diese Gruppe fast so lange wie die Rolling Stones der Insider weiß: es geht um Embryo , eine der dienstältesten Rockbands in Deutschland. 2004 feierten sie ihr 35jähriges Bühnenjubiläum. Seit 1969 ist die Münchner Formation unentwegt unterwegs, produziert alle paar Jahre ein neues Album und setzt sich kontinuierlich neuen Einflüssen aus, auf langen Reisen, die sie hauptsächlich durch den Orient unternimmt. Welche enorme musikalische Wegstrecke dabei zurückgelegt wurde, ist anhand zweier Neuerscheinungen zu ermessen, die die Band bei einem Auftritt in Bremen sowie bei einer Serie von Konzerten neuesten Datums in Köln, München, Berlin und Spanien zeigen.

Bei der Gründung waren Embryo Jazzdissidenten, die sich von den neuen elektrischen Sounds des Rock angesprochen fühlten. Mit kraftvollen Rhythmen und überblasenen Flötentönen war ihr Rockjazz ganz auf der ,Höhe der Zeit. Das Saxofon heulte elektrisch verzerrt, der Bassist, spielte sein Instrument als Sologitarre a la Jack Bruce. Mit der Zeit hat die Musik die Selbstbezogenheit der Woodstock-Ära abgestreift und' sich nach vielen Richtungen geöffnet. Den Embryo-Mitgliedern wuchsen größere Ohren. Bald führten sie kein einstudiertes Repertoire mehr auf, sondern suchten den Austausch mit Musikern aus anderen Kulturen, ob in Europa, Afrika oder Asien. Dafür muss man vor allem eines können: zuhören. Embryo spielen am 10. 12. in Oberweiling.

Den Abschluss des diesjährigen Herbstprogramms bildet ein Auftritt von Breeze The Creaze & His Flashy Flunkies. Das Trio präsentiert ihre neueste CD The Ballad Of Josie , über die Anfang September im Wochenend-Kulturteil einer der größten deutschen Tageszeitungen zu lesen stand: The Ballad Of Josie ist ein Konzeptalbum, angesiedelt im schwarzen Unterschichtsmilieu der USA. Erzählt wird in 18 Songs die Geschichte der jungen Josephine, deren Leben genauso tragisch beginnt, wie es endet.DerPlotistgeschicktausverschiedenen Handlungssträngen sowie diversen Vor- und Rückblenden geknüpft. Das Bild, das hier von Amerika gemalt wird, ist düster, brutal und bar jeder Hoffnung: Am Ende wird der größte Schurke unter den Protagonisten Präsident der Vereinigten Staaten. Die Songs dazu klingen wie aus der Abfalltonne eines Hinterhofs gekratzt: knarziger Country-Blues, gewagte Bläsersätze, nachtschwarze Balladen, eine Tarantella, ein schlurfender Tango Tom Waits und Nick Cave stehen Pate. Golly Hertlein bedient alle möglichen und unmöglichen Instrumente, Henning Frank trommelt und Bassistin Jule Weidinger übernimmt mit klarer Stimme den größten Teil der Gesangsparts.

Link zumThema: www.kneipenbuehne.de
04.09.05


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ISSN 1614-2853
17. Jahrgang