SPD Neumarkt

Pläne für Alten Kanal


Der Alte Kanal im Neumarkter Stadtgebiet soll aus seinem „Dornröschenschlaf“ aufgeweckt werden
Foto: Jan Seibel
NEUMARKT. Könnte aus dem kaum genutzten Gelände am alten Ludwig-Donau-Main-Kanal im Stadtgebiet Neumarkt ein Schmuckstück der Stadt werden ?.

Die Neumarkter SPD hat jetzt einen bereits im letzten Jahr vorgestellten Plan (wir berichteten) überarbeitet und will ihn nun im Stadtrat vorstellen. Das Konzept sei positiv aufgenommen worden, allerdings mussten zur Anpassung an gesetzliche und baulich-praktische Vorgaben noch einige Veränderungen eingearbeitet werden, hieß es.

Der Kanal soll als zentraler Aufenthalts- und Erlebnisort für Neumarkter und Fahrradtouristen „attraktiv aufgewertet“ werden. Zwischenzeitlich seien weitere Gespräche mit der Stadt, aber auch mit den Ämtern für Wasserwirtschaft, Denkmalschutz und Naturschutz geführt worden. In Zusammenarbeit mit der Neumarkter Ingenieurin für Stadt- und Regionalplanung Susanne Müller, die auch den ursprünglichen Entwurf ausgearbeitet hatte, wurde das Konzept nun entsprechend den Vorgaben überarbeitet und im Rahmen eines Antrags der SPD-Fraktion in den Stadtrat eingebracht.


Ursprünglich angestoßen wurde das Projekt von Dr. Jan Seibel. Die Idee stieß dabei beim Fraktionsvorsitzenden Günther Stagat und dem Ortsvereinsvorsitzenden Matthias Sander auf große Begeisterung, hieß es. Auch bei der Stadt - besonders bei Stadtbaumeister Matthias Seemann und Stadtplanungsamtsleiter Ralf-Peter Hoffmann - habe das Projekt großen Anklang gefunden.

„Das einzigartige Hafengelände und der alte Kanal als Wasserstraße bergen solch ein großes Potenzial für unsere Stadt“, sagte Dr. Jan Seibel. In Zeiten des Lockdowns haben man erfahren, wie wichtig es sei, Aufenthaltsflächen in der Natur zu haben. „Mit diesem Projekt bringen wir die Natur zu den Bürgern von Neumarkt – insbesondere zu denen, die keinen eigenen Garten haben“, sagte Günther Stagat.


Die SPD stellte ihre Pläne für das Gelände am Alten Kanal vor


25.02.22

Für „sinnvolle Neuplanung“


Drei Abgeordnete waren von Berlin nach Neumarkt gekommen: Jan Plobner (r.), Carsten Träger (3.v.r.) und Uli Grötsch (4.v.r.)
Foto: Julia Kaltenegger
NEUMARKT. Wie geht es weiter mit den umstrittenen Ausbau-Plänen für die B299 ? Im Verkehrswegeplan der neuen Bundesregierung sind sie nicht mehr enthalten.

Jetzt kamen gleich drei Bundestagsabgeordnete der SPD aus Berlin nach Neumarkt, um sich über die Ausbaupläne zu informieren und sich mit Vertretern der Bürgerinitiativen Stauf und Woffenbach sowie des Bundes Naturschutz auszutauschen.

Im Mittelpunkt standen dabei die Notwendigkeit und Dimension des Großprojekts sowie die befürchteten Auswirkungen auf Anwohner und Natur. Zum Abschluss des Treffens war man sich einig, dass die derzeitigen Ausbaupläne gestoppt werden und eine sinnvolle Neuplanung tatsächlich notwendiger Maßnahmen im Gespräch mit allen Interessengruppen erfolgen müsse.

Neben dem für Neumarkt zuständigen Betreuungsabgeordneten Uli Grötsch und dem Mitglied des Verkehrsausschusses Jan Plobner aus Altdorf war mit Carsten Träger auch der umweltpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion gekommen. Die Abgeordneten zeigten sich erstaunt über die enormen Ausmaße des geplanten Ausbaus. Derartige Eingriffe in den Lebensraum von Mensch und Natur würden in der heutigen Zeit nicht mehr einfach hingenommen. Im Vordergrund müsse immer die Bevölkerung stehen, erst dann seien Wirtschaftsinteressen an der Reihe, sagte Carsten Träger.


Eine Modernisierung der Infrastruktur müsse nachhaltig angegangen werden – unter Berücksichtigung von Lärm- und Emissionsschutz. Schließlich verlaufe die Umgehungsstraße zwischen zwei Ortsteilen und damit durch die Stadt.

„Eine vorübergehende dritte Spur braucht es an dieser Stelle nicht, wohl aber eine Verbesserung der Situation an den Kreuzungen“, sagte Carsten Träger. Dabei sei es wichtig, auch die Bedürfnisse von Fußgängern und Radfahrern zu beachten und den Flächenverbrauch zu verringern.

Die Bundespolitiker versprachen, den Planungsstand auf Bundesebene zu thematisieren und in den Verkehrsausschuss des Bundestages einzubringen, zumal der Ausbau derzeit auch gar nicht mehr im Verkehrswegeplan der neuen Bundesregierung enthalten sei.

Zum Abschluss des Treffens, zu dem der Stadtrats-Fraktionsvorsitzende Günther Stagat und der Ortsvereins-Vorsitzende Matthias Sander eingeladen hatten, kam man überein, baldmöglich einen weiteren Ortstermin zu veranstalten, an dem dann auch Abgeordnete des bayerischen Landtags teilnehmen sollen.

22.02.22

27 Millionen für Feuerwache ?

NEUMARKT. Die „Kostenexplosion“ der neuen Neumarkter Feuerwache auf bis zu 27 Millionen Euro wird auch vom Neumarkter SPD-Ortsverband heftig kritisiert.

Man unterstütze „unsere ehrenamtlichen Feuerwehrleute gern und in jeder Hinsicht“, heißt es in einer Stellungnahme des SPD-Ortsvorsitzenden Matthias Sander. Man dürfe jedoch im Hinblick auf die Nachhaltigkeit die Baukosten „nicht noch weiter explodieren“ lassen.

Das Thema beschäftigt den Stadtrat schon seit Jahren. Erst vor knapp einem Jahr war eine Kampfabstimmung notwendig, bei dem sich eine denkbar knappe Mehrheit mit 20:19 Stimmen für eine Weiterentwicklung der Pläne aussprach (wir berichteten).

Sander verwies darauf, daß die Stadt in den vergangenen Jahren beinahe 100 Millionen Euro in den Bau neuer Gebäude investiert habe und bei all diesen Bauvorhaben die Kosten letztendlich in die Höhe geschossen seien. „Schulen und Turnhallen, in die dringend investiert werden müsste, um deren Funktionalität zu gewährleisten, werden im Haushalt hingegen nicht berücksichtigt und die notwendigen Sanierungen Jahr für Jahr aufs Neue verschoben“. Stattdessen würde man sich in Neumarkt „Luxusbauten“ leisten, die gewiss günstiger - „ausdrücklich nicht billig“ - hätten gebaut werden können.


Bei der Gestaltung der Feuerwache würden bei jeder neuen Schätzung die Kosten steigen. Aktuell stehen wir bei 24 Millionen Euro zuzüglich der Umbaukosten für die Straßenkreuzung, „die ich auf etwa 2,5 bis 3 Millionen Euro schätze“.

Wir veröffentlichen die Stellungnahme des SPD-Ortsvorsitzenden auszugsweise:

Gegen die geplante Bauweise des Hybrid-Baus – Erdgeschoss aus Stahlbeton und Obergeschoss in Holzbauweise – ist nichts einzuwenden. Die begrünte Fassade sieht jedoch bloß auf den ersten Blick gut aus, ist aber ein Kostentreiber. Viel sinnvoller wäre stattdessen eine kräftigere Bepflanzung vor dem Gebäude mit Bäumen und Sträuchern. Diese bringen denselben Nutzen, sind aber wesentlich günstiger.

Die Fassade könnte wiederum mit Holzlamellen gestaltet werden. Aus der geplanten offenen Muldenentwässerung vor dem Gebäude ließe sich ein Feuchtbiotop entwickeln, um so ein Kleinklima zu entwickeln und Tieren und Pflanzen einen Lebensraum zu bieten. Das vorgesehene 2. Obergeschoss finde ich im Hinblick auf das Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht sinnvoll, die geplanten Räume könnten sicherlich auf das 1.Obergeschoss verteilt und somit immense Kosten eingespart werden.

Die Ausfahrt der Einsatzfahrzeuge durch ein Tor hindurch wäre ebenfalls zu überdenken: Man könnte die Ausfahrt neben dem Gebäude positionieren und so das Gebäude kompakter und geschlossener gestalten. Eine Ausfahrt durch ein Tor behindert immer eine rasche Einsatzfahrt und birgt Risiken eines Unfalls.

Die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach steht außer Frage und muss umgesetzt werden.

Überdacht werden sollte hingegen die interne Einsatzführung im Brandfall: Wenn die Einsatzkräfte ihre Autos an der Feuerwache abstellen und durch das Gebäude zu den Einsatzfahrzeuge laufen, sollte dieser Weg so kurz wie möglich sein, mit wenigen Türen und Ecken. Dies bringt den größten Zeitgewinn und sichert das schnelle Ausrücken der Wehren im Brandfall.

Zurück zum Thema Kosten: Wie kann es sein, dass die Stadt Fürth eine neue Feuerwache gebaut hat, die 30 Stellplätze für Einsatzfahrzeuge bietet und für 85 Einsatzkräfte ausgelegt ist, die Schlaf- und Aufenthaltsräume aufweist, die für eine Berufsfeuerwehr zwingend erforderlich sind? Die Planungskosten beliefen sich auf etwa 20 Millionen Euro, geschätzt gekostet hat der Neubau dieser Wache etwa 29 Millionen Euro, Stand November 2021.

Unser Neubau ist ausgelegt auf 20 Stellplätzen und wir sind bereits bei 24 Millionen Euro Planungskosten plus dem Ausbau der Kreuzung. Auch in der Fürther Feuerwache sind eine Atemschutzstrecke und eine Sauna integriert. Obendrein gibt es dort eine eigene Sporthalle. Diese wird stundenweise auch an örtliche Sportvereine vermietet. Die Wache ist erst im Ende 2021 in den Probebetrieb übergegangen und spiegelt somit die aktuellen Baukosten wider. Wir sollten uns auch in Neumarkt das Ziel setzen, pro Stellplatz eine Million Euro als Kostendeckel festzulegen. Zumal jeder weiß, dass zu geplanten Kosten immer noch ungeplante Mehrausgaben dazukommen werden.


12.02.22


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