Viele Häuser aus den 50er- bis 70er-Jahren haben noch nie einen
Dämmstoff (wie hier Holzfaser) gesehen
NEUMARKT. Das Potential für energetische Sanierungen und klimafreundliche Umbauten von Wohnhäusern im Landkreis Neumarkt ist nach Angaben der IG Bau „riesig“.
Aktuell seien 18.700 Gebäude älter als 40 Jahre, hieß es von der Gewerkschaft, und „viele von ihnen haben eine
katastrophale CO2-Bilanz“.
Für Hausbesitzer im Landkreis Neumarkt lohne es sich ab heuer mehr als bislang, in die energetische
Gebäudesanierung zu investieren. Mit Blick auf den von der Bundesregierung neu eingeführten
Steuerbonus für klimafreundliche Umbauten rechnet die Gewerkschaft mit
tausenden zusätzlichen Sanierungen, sagte Bezirksvorsitzender Christian Lang. Der Gebäudesektor mache mit 117 Millionen Tonnen CO2 immerhin 14
Prozent der Treibhausemissionen in Deutschland aus.
„Vom nicht isolierten Dach bis zu zugigen Fenstern – ein unsaniertes Haus belastet
die Umwelt und treibt die Heizkosten nach oben“, sagte Lang. Mit dem neuen
Steuerbonus könnten Eigenheimbesitzer erstmals einen großen Teil ihrer Ausgaben
vom Staat zurückbekommen.
Wer in selbst genutztem Wohneigentum die Wände
oder das Dach dämmt, Fenster, Türen oder die Heizung erneuert, kann künftig drei
Jahre lang 20 Prozent der Investitionen von der Steuer absetzen. Die maximale
Förderung liegt bei 40.000 Euro. Das Gebäude muss dafür mindestens zehn Jahre
alt sein.
Die IG Bau sieht in dem Modell eine „wichtige Ergänzung“ zu den bisherigen
Programmen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Die Bank vergibt Zuschüsse
und günstige Kredite für energetische Sanierungen. 2018 wurde im Landkreis Neumarkt
so der umweltfreundliche Umbau von 715 Wohneinheiten gefördert.
„Hier muss deutlich nachgelegt werden“, sagte Christian Lang.
Ohne eine massive Steigerung der Umweltsanierungen seien die CO2-Einsparziele
im Gebäudebereich nicht zu schaffen. Nach dem Klimaschutzplan der
Bundesregierung müssen die Gebäude-Emissionen bis zum Jahr 2030 um
40 Prozent sinken.
Die IG Bau rät Eigenheimbesitzern, den Antrag auf die neue steuerliche
Förderung möglichst rasch zu stellen. „Wichtig ist auch, sich frühzeitig um
Handwerker zu kümmern. Dachdecker und Co. haben teils schon jetzt volle
Auftragsbücher für 2020.“